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Café Hauptwache vor ungewisser Zukunft - Corona steht Plänen der Stadt im Weg

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Von: Matthias Bittner

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Vorerst ändert sich nichts im Café Hauptwache. Langfristig soll das Gastro-Konzept aber neu ausgerichtet werden. FOTO: Hamerski
Vorerst ändert sich nichts im Café Hauptwache. Langfristig soll das Gastro-Konzept aber neu ausgerichtet werden. © Hamerski

Eigentlich sollte der Vertrag des Café Hauptwache in Frankfurt auslaufen. In diesem Fall führte Corona zur Abwechslung aber zum Erhalt eines Gastro-Betriebs.

Frankfurt – Neu gemischt sind die Karten bei der von der Stadt Frankfurt geplanten Neuvergabe des Café Hauptwache. Für dessen Betrieb wird ein neuer Pächter gesucht. Nach Angaben von Stadträtin Sylvia Weber (SPD), die das Amt für Bau und Immobilien verantwortet, muss der Brandschutz zunächst noch ertüchtigt werden. Die erforderlichen Bauarbeiten werden einige Monate dauern, können aber grundsätzlich bei laufendem Betrieb realisiert werden.

Aus diesem Grund habe sich der Magistrat in Abstimmung mit der Mieterin - der Radeberger-Gruppe - entschlossen, die ursprünglich zum 31. Oktober 2021 ausgesprochene Kündigung zurückzunehmen. Der Mietvertrag werde zunächst bis zum Abschluss der Sanierungsarbeiten fortgeführt, antwortete Weber auf eine Frage des FDP-Stadtverordneten Sebastian Papke.

Dieser hatte daran erinnert, dass der Magistrat vor einem Jahr schon angekündigt habe, dass der Pachtvertrag mit der Firma Radeberger für das Café Hauptwache am 31. Oktober 2021 ende. Für das Café sei eine Konzeptvergabe zur weitere Verpachtung geplant gewesen. Parallel dazu sollte geprüft werden, ob der bisherige Pächter die Gastronomie weiterführen könne, dazu aber sein Konzept anpasse. Vor diesem Hintergrund wollte Papke wissen, wie der aktuelle Sachstand zur Zukunft der Gastronomie im Gebäude der Hauptwache aussieht.

Café Hauptwache in Frankfurt: Wenig Erfolg für Neuvergabe wegen Corona

Stadträtin Weber erklärte in diesem Zusammenhang nun, dass es mittlerweile eine andere Koalition im Römer gebe. Grundsätzlich sei zwar nach wie vor beabsichtigt, an der geplanten Konzeptvergabe festzuhalten und diese auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Der Magistrat steht laut Weber aber im Austausch mit dem aktuellen Mieter und kommt möglicherweise auf Basis dieser Gespräche zu einer Neubewertung der Sachlage, sodass eine abschließende Beantwortung über die Zukunft der Gastronomie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich sei.

Der Pachtvertrag für das "Café Hauptwache" besteht nach Angaben des Magistrats seit dem 1. November 1981. Mit dem letzten Nachtrags-Vertrag war er zunächst bis zum 31. Oktober 2020 befristet worden. Der Vertrag enthält einen Passus, demzufolge er sich im Anschluss um jeweils ein Jahr verlängert, wenn keine der Parteien fristgemäß kündigt. Da eine solche Kündigung zum 31. Oktober 2020 nicht ausgesprochen worden war, lief der Vertrag weiter. Die einjährige Verlängerung habe der Magistrat bewusst akzeptiert, da er für eine Neuvergabe in 2020 aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie wenig Aussicht auf Erfolg gesehen habe.

Optimierungspotential: FDP äußert Kritik am Café Hauptwache in Frankfurt

Die FDP-Fraktion im Römer hatte schon zu einem früheren Zeitpunkt darauf verwiesen, dass "Zweifel daran bestehen, dass die Gastronomie an diesem zentralen Standort mit dem bestmöglichen gastronomischen Konzept betrieben wird." Zudem weise das Preis-Leistungsverhältnis erhebliches Optimierungspotential auf. Auch werde bemängelt, dass sich das Konzept weniger an das Frankfurter Publikum richte, sondern vor allem auf touristische Gäste abziele. (bit)

Auch an anderer Stelle gab es Probleme um einen Mietvertrag. Vor Kurzem aber konnte das Kult-Lokal „Mutter Ernst“ in Frankfurt wieder öffnen.

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