Frankfurt

Frankfurter Cherusker haben ihre Pforten wieder geöffnet

  • Michael Forst
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Vereinsgelände in Unterliederbach und Hütte in Coronazeiten wieder auf Vordermann gebracht - Neues Spielhaus gebaut

Die Zeichen stehen auf Neuanfang beim Unterliederbacher Stamm der "Cherusker" in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG): Die erste Gruppe der älteren Pfadfinder ab 13 Jahren hat sich gerade nach langer Corona-Pause wieder auf dem Vereinsgelände an der Schmalkaldener Straße getroffen.

Nach den Ferien geht's richtig los

Zwar sorgen in zwei Wochen schon wieder die Sommerferien für eine Unterbrechung. Danach aber, erklärt Julian Kohnert vom Stammes-Vorstand zuversichtlich, "sollen sich wieder alle Pfadfinder zu ihren Gruppenstunden hier treffen können - vorausgesetzt, die Lage entwickelt sich weiter so gut."

Während die Corona-Krise und ihre Folgen für das menschliche Miteinander anfangs lähmten, haben die "Cherusker" die Ärmel hochgekrempelt und angepackt: Ein Team aus acht aktuellen und ehemaligen Leitern traf sich auf dem Vereinsgelände, um das Grundstück und seine Bauten einer Schönheitskur zu unterziehen. "Wir haben die Zeit genutzt, die Hecke gestutzt, unser altes Spielhaus abgerissen und durch ein neues aus Holz ersetzt", berichtet Kohnert.

Auch den knallgrünen Bauwagen räumten die Helfer gründlich auf und verpassten ihm einen neuen Anstrich. "Rechtzeitig zum Neustart erstrahlt unser Vereinsgelände nun wieder in neuem Glanz", freut sich Kohnert. Davon profitiert auch die Pfadfindergruppe der 13- bis 16-Jährigen, die in den bevorstehenden große Ferien ihr Sommerlager auf dem Grundstück abhalten werden.

Sie werden das Gelände im übrigen auch coronatauglich aufgerüstet vorfinden: An mehreren Stellen sind Desinfektions- und Seifenspender installiert, zahlreiche Plakate und Schilder weisen in den Gebäuden und Toiletten auf Zutrittsbeschränkungen und Hygiene-Regeln hin.

Ein anderes Detail springt Besuchern mit unlauteren Absichten sofort ins Auge: Hinter dem Eingang weist ein Plakat daraufhin, dass auf dem Gelände nichts zu holen ist. Diese Maßnahme hat einen ernsten Hintergrund: Im Dezember suchten unbekannte Täter das Pfadfinder-Refugium heim und hatten nichts Blöderes zu tun, als den Grillpavillon niederzubrennen.

Zweimal wurde eingebrochen

Seither, berichtet Kohnert, gab es zwei weitere Einbrüche: Einmal schmierten die unbekannten Täter Farbe an die Außenwände des Unterstandes. "Und wenige Wochen später kam irgendjemand auf die glorreiche Idee, alle Schlösser aufzubrechen - ohne irgendetwas mitzunehmen."

Deshalb suchen die "Cherusker" nun nach Lösungen, um ihr Gelände besser zu sichern. "Wir sind in Verhandlungen mit der Stadt, ein neues, stabileres Tor zu installieren", erklärt Kohnert. Sie habe Hilfe signalisiert, so Kohnert: "Denn alleine können wir das finanziell nicht stemmen."

Wo es an Geld fehlt, ist umso mehr Kreativität gefragt. Und diese stellten die Unterliederbacher Pfadfinder gerade in den zurückliegenden Monaten seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie auch unter Beweis. Video-Konferenzen ersetzten die realen Treffen und das Internet nutzten die Leiter, um ihre Mitglieder mit Spielen wie "Montagsmaler" einzubinden. Und statt des jährlichen großen Pfingstlagers, das diesmal im Westerwald hätte stattfinden sollen, schickten die Organisatoren die Pfadfinder nun zur Schnitzeljagd durch Höchst und Unterliederbach - mit kniffligen Rätseln und Aufgaben an jeder Station. So galt es, einen Satz in Blindenschrift zu übersetzen und Texte zu dechiffrieren, deren Buchstaben jeweils um fünf Stellen im Alphabet verschoben waren. Als Belohnung gab es für die Teilnehmer einen Aufnäher für die Pfadfinder-Kluft. "Wir haben uns nicht von Corona unterkriegen lassen", bilanziert Julian Kohnert. Und er gewinnt der Krise sogar Positives ab: "Sie hat uns die Chance geben, sich wieder Neues einfallen zu lassen, statt nur mit dem Bewährten weiterzumachen", sagt er. Michael forst

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