Kriminalität

Frankfurter Drogenboss hat Heroin in Holztisch geschmuggelt

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Fikri „Mario“ Y., war einst Drogenboss in Frankfurt. Dann wurde er geschnappt und musste nach zehn Jahren Gefängnis Deutschland verlassen. Doch in Großbritannien legte er von vorne los. Nun wurde er dort verurteilt – weil er Rauschgift im Wert von fast 70 Millionen Euro geschmuggelt haben soll.

Sein auffälliger, dunkler Schnurrbart brachte Fikri Y. seinen Spitznamen ein. Denn damit ähnelte er „Super Mario“, dem Titelhelden einer in den 1990er Jahren beliebten Videospielreihe. In dieser Zeit war es auch, da Y. eine feste Größe auf dem Frankfurter Rauschgiftmarkt war.

Er importierte Heroin aus seiner Heimat Türkei. Deswegen waren ihm damals die deutschen Ermittler auf den Fersen. 1997 wurde „Mario“ verurteilt. Er saß zehn Jahre in Haft, musste danach das Land verlassen. Wohin er gegangen ist und was er dort tat, wurde erst jetzt bekannt. Die „Bild“-Zeitung und mehrere britische Medien berichteten, dass der 53-Jährige in Manchester zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Auch in Großbritannien soll er als Kopf einer Drogenbande 210 Kilo Heroin mit einem hohen Reinheitsgrad nach England geschmuggelt haben. Den Marktwert beziffern die Ermittler auf rund 63 Millionen Pfund, knapp 70 Millionen Euro also. Das sei ihr bisher größter Heroinfund, teilte die Polizei der Region Manchester mit.

Versteckt waren die

Drogen in 42 Holztischen

, die Kriminalbeamte in einer Lagerhalle in der Stadt Salford bei Manchester im August 2017 fanden. Nach weiteren Ermittlungen wurden neben Fikri Y. sieben Bandenmitglieder angeklagt. Der letzte von ihnen wurde Anfang Juni verurteilt.

Erst während der Verhandlung des britischen Gerichts sei die Frankfurter Vorgeschichte des Bandenchefs Fikri Y. ans Tageslicht gekommen, heißt es in der Polizeimitteilung aus Manchester. Laut Medienberichten betrieb der Drogenboss einen kleinen Pizza- und Kebabladen in Glossop, gut 20 Kilometer nordöstlich von Manchester. In der Türkei soll er am Kauf einer Fabrik im Wert von einer Million Pfund beteiligt gewesen sein. Gegenüber den britischen Behörden habe er jedoch behauptet, in den Jahren zwischen 2011 bis 2017 nur 12 000 Pfund im Jahr verdient zu haben, berichtete die britische Boulevardzeitung „Daily Mail“. Wie der Drogenboss sich in Großbritannien niederlassen konnte, ist bisher nicht bekannt.

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