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Wartende Passagiere am Flughafen Frankfurt: Nach dem Chaos-Sommer wollen viele Fluggäste jetzt eine Entschädigung - und klagen vor Gericht. 

Mehr als 9000 Prozesse

Chaos-Sommer am Frankfurter Flughafen: Fluggäste kämpfen um Entschädigung

Der Chaos-Sommer am Frankfurter Flughafen beschert den Gerichten eine Klagewelle. Die Fluggäste wollen eine Entschädigung.

Frankfurt - Verspätet abfliegende oder ankommende Flugzeuge des Frankfurter Flughafens haben dem Amtsgericht eine Klageflut beschert. Allein 2018 sei die Zahl der Prozesse im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Drittel auf über 9000 gestiegen, teilte das Gericht am Freitag mit. Nach dessen Schätzungen gehen rund 90 Prozent zu Gunsten der Fluggäste aus. Das Gericht ist für das Gebiet des Rhein-Main-Flughafens zuständig.

Hintergrund ist nach Darstellung von Gerichtspräsident Erich Fischer die vom Europäischen Parlament verabschiedete und seit 2005 geltende Fluggastrechteverordnung. Sie spreche Fluggästen bei Verspätungen von drei Stunden an eine Ausgleichszahlung von 250 Euro zu.

Luftfahrtunternehmen lassen es darauf ankommen

Wie Fischer am Freitag erläuterte, lassen es Luftfahrtunternehmen vor allem dann auf Gerichtsprozesse ankommen, wenn die Ursachen der Verspätung auf "außergewöhnliche Umstände" zurückzuführen sei. Bei bestimmten Wetterbedingungen, Vogelschlag oder aggressiven Mitreisenden müsse der Ausgleich nicht geleistet werden.

Das Amtsgericht Frankfurt ist mit knapp 1000 Bediensteten - darunter 142 Richter - das größte Gericht in Hessen. Neben dem Justizgebäude in der Innenstadt gehört auch noch eine Abteilung im Stadtteil Höchst dazu. (dpa)

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