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Der Verdienst von Chemikanten bei Sanofi im Industriepark Höchst liegt deutlich über dem Durchschnitt. Die Chemie- und Pharmabranche zahlt gut, um qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen.

Gehalt

Frankfurter haben im hessischen Vergleich den höchsten Lohn

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Gut 20 Prozent mehr als der Durchschnittshesse verdienen Arbeitnehmer in Frankfurt. Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Landesamt in Wiesbaden nun veröffentlicht hat.

Wohl dem, der in arbeitet, denn er verdient im Schnitt deutlich mehr als andere Hessen. Mit einem Brutto-Jahres-Gehalt von im Schnitt 44 522 Euro führen Frankfurter Arbeitnehmer die Statistik ganz klar an. Im zweitplatzierten Main-Taunus-Kreis liegt das mittlere Brutto-Jahresgehalt mit 40 162 Euro deutlich niedriger. Das hat das Statistische Landesamt in Wiesbaden für das Jahr 2016 ermittelt.

Noch mal deutlich niedriger fällt der Lohn des Durchschnittshessen aus: Er geht am Ende des Jahres mit 36 819 Euro brutto nach Hause. Schlusslicht ist der Werra-Meißner-Kreis mit 29 044 Euro.

Als „wesentlichen Grund“ für die vergleichsweise hohen Gehälter in der Mainmetropole nennen die Statistiker „die Wirtschaftsstruktur mit einem großen Anteil hochwertiger Dienstleistungen und vielen Unternehmenszentralen“.

Tatsächlich gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen. Die im Schnitt höchsten Löhne in Frankfurt zahlten Firmen des produzierenden Gewerbes. Hier betrug das mittlere Brutto-Jahres-Gehalt 50 540 Euro. Im Dienstleistungssektor verdienten Arbeitnehmer in Frankfurt 2016 im Schnitt 43 844 Euro, in der Land- und Forstwirtschaft hingegen nur 18 540 Euro. Insgesamt zahlten Unternehmen ihren Beschäftigten in Hessen im Jahr 2016 Bruttolöhne und -gehälter in Höhe von 112,5 Milliarden Euro. Mit 28,6 Milliarden Euro entfiel gut ein Viertel davon auf Frankfurt als größte hessische Stadt.

In den vergangenen acht Jahren hat die Mainmetropole bei den Gehältern ordentlich zugelegt, 2008 wurden in Frankfurt noch Bruttolöhne im Gesamtwert von rund 23,2 Millionen Euro verdient, das sind knapp 19 Prozent weniger. Zusammenhängen dürfte dies allerdings auch mit dem starken Wachstum der Stadt, das sich auch an der Zahl der Einwohner ablesen lässt: 2008 lebten mit 664 838 Bürgern noch rund 10 Prozent weniger Menschen am Main als 2016 mit insgesamt 736 414 Bürgern.

Landesweit sind die Gehälter im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent gestiegen, in den Landkreisen stärker (2,3 Prozent) als in den kreisfreien Städten (1,9 Prozent).

Besonders stark zugelegt haben die Bruttolöhne im Dienstleistungssektor (plus 3,9 Prozent). „Insbesondere der Anstieg von 5,1 Prozent im Bereich ,Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation‘ war ein Wachstumstreiber innerhalb des Dienstleistungsbereichs“, erläutern die Statistiker.

Im produzierenden Gewerbe kletterten die Gehälter im Schnitt um 3,0 Prozent in die Höhe. Deutlich fiel der Zuwachs auch in der Forst- und Landwirtschaft aus mit Lohnsteigerungen von im Schnitt 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Frankfurt sind Darmstadt und Wiesbaden die kreisfreien Städte in Hessen, in der die höchsten Bruttolöhne gezahlt werden. Im südhessischen Darmstadt betrug das Brutto-Jahresgehalt 39 832 Euro, in der Landeshauptstadt Wiesbaden 38 656 Euro.

(stef )

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