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Hauptbahnhof Frankfurt vor Umbau

Bahnverkehr

Frankfurter Hauptbahnhof vor großem Umbau - Kommt ein Fernbahntunnel?

Kommendes Jahr könnte der lang angekündigte Ausbau der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs Fahrt aufnehmen. Daran hängt auch die Umgestaltung des Außenbereichs. Mitten in die Pläne platzt die Idee, Fernzüge künftig unterirdisch in die Mainmetropole zu leiten.

Gebaut wird am Frankfurter Hauptbahnhof eigentlich immer, sagt sein Manager Hartmut Schwarz. Ähnlich wie beim Kölner Dom gebe es am verkehrsreichsten Schienen-Knotenpunkt Deutschlands ständig etwas zu tun. Gerade werden Arbeiten an den Bahnsteigen abgeschlossen, größere Bildschirme und ein zusätzlicher Info-Schalter sowie mehr Sitzgelegenheiten für Wartende stehen auf der To-do-Liste. Und nächstes Jahr könnte endlich Schwung in ein seit Jahren in den Startlöchern stehendes Vorhaben kommen: den Umbau der unterirdischen B-Ebene. Die Genehmigung des Eisenbahnbundesamts werde bis Ende 2018 erwartet, sagt Schwarz.

Die schmuddelige Passage soll heller und freundlicher werden, schicke Läden sollen auf der vergrößerten Verkaufsfläche einziehen. 136 Millionen Euro beträgt die Investitionssumme insgesamt, ein Teil fließt auch in die Renovierung der Ladenzeile und des Eingangs in der nördlichen Haupthalle. Eine neu gestaltete Zwischenebene soll den Strom der Pendler unkompliziert und direkter von der S-Bahn in Richtung Haupteingang leiten. Aus vielen kleinen und übersichtlichen Zugängen sollen wenige und gut einsehbare werden.

Historische Bilderstrecke: Der Hauptbahnhof Frankfurt im Wandel der Zeit

Aufnahme des Vorplatzes und Haupteingangs um 1900. © FNP Archiv
Montage der Hallenbinder mit Hilfe eines auf zwanzig Rädern fahrbaren Gerüsts, 1885. © FNP Archiv
Der Hauptbahnhof nach der Eröffnung im Jahr 1888. © FNP Archiv
Parade zum Empfang König Humberts I. von Italien vor dem Hauptbahnhof, 1889. © FNP Archiv
Zeichnung der Innenhalle des frühen Hauptbahnhofs. © FNP Archiv
Der Haupteingang im Jahr 1890. © FNP Archiv
Frankfurt, Hauptbahnhof, Kaiserzimmer. © FNP Archiv
Außenansicht, Datum unbekannt. © FNP Archiv
Der Bahnhofvorplatz, 1910. © FNP Archiv
Trubel vor dem Hauptbahnhof, Aufnahmedatum unbekannt. © FNP Archiv
Der große Saal der Bahnhofswirtschaft zwischen den Weltkriegen: Ein Bahnbeamter mit Glocke kündigt die Abfahrt der Züge an. © FNP Archiv
Der Vorplatz, irgendwann Anfang des 20. Jahrhunderts. Gut zu sehen: Einer der beiden, etwa 20 Meter hohen und dreiarmigen "Kandelaber" aus Gusseisen, die ersten elektrischen Straßenlaternen Frankfurts. Ende der 1950er/Anfang der 1960er Jahre wurden sie im Rahmen eines Umbaus entfernt. © FNP Archiv
Alte Postkarte mit Hauptbahnhof-Motiv. © FNP Archiv
Luftaufnahme, genaues Datum nicht bekannt. © FNP Archiv
Der Haupteingang, Datum unbekannt. © FNP Archiv
Ein Luftbild von 1929. © FNP Archiv
Der Vorplatz um 1935. © FNP Archiv
Nach dem Krieg: Menschen vor dem zerstörten Hauptbahnhof in einem Karren, 1946. © FNP Archiv
Lebendiges Treiben vor dem Hauptbahnhof, 1955. © FNP Archiv
Im Jahr 1957 sah der Vorplatz noch wesentlich grüner aus. © FNP Archiv
Der Bahnhofvorplatz 1959. © FNP Archiv
Bahnhofsvorplatz, vermutlich 1960er Jahre. © FNP Archiv
Blick auf den Hauptbahnhof von der Kaiserstraße, 1968. © FNP Archiv
Innenhalle, Datum nicht bekannt. © FNP Archiv
Blick auf die Nordseite, vermutlich aus der Taunusstraße aufgenommen, 1975. © FNP Archiv
1971: Die Trennung der Straßenbahnlinien führte damals zu großen Verkehrsbehinderungen. © FNP Archiv
1972: Bauarbeiten im Untergrund. © FNP Archiv
Hauptbahnhof, B-Ebene, 17.08.1972. © FNP Archiv
Diese Bauarbeiten im Jahr 1975 haben sicherlich für chaotische Verkehrsverhältnisse in Frankfurt gesorgt. © FNP Archiv
Bauarbeiten am und um den Bahnhof, 1975. © FNP Archiv
Die Eingangshalle. 1970er Jahre? © FNP Archiv
B-Ebene, 31.05.1978. © FNP Archiv
Innenhalle, Gleise, schätzungsweise 1980er Jahre. © FNP Archiv
B-Ebene, 19.03.1985. © FNP Archiv
B-Ebene, 25.08.1990. © FNP Archiv
Hauptbahnhof, B-Ebene, 25.08.1990. © FNP Archiv
Arbeiter in der B-Ebene, 15.01.1992. © FNP Archiv
FNP-Lokales
Aufnahme vom Dach des DG-Bank-Gebäudes am 10. Juni 2001. © FNP Archiv
Vorplatz, Datum unbekannt. © FNP Archiv
FNP-Lokales
Haupteingang und Vorplatz, 10.08.2004. © FNP Archiv
Die Innenhalle des Hauptbahnhofs mit Granitbelag, der Mitte der Nullerjahre eingebaut wurde. © FNP Archiv/Martin Weis
Bild aus einer Überwachungskamera, aufgenommen am 08.04.2005. © FNP Archiv
Hauptbahnhof mit verhüllten Türmen, 19.07.2008. © FNP Archiv/Martin Weis
Die Freifläche und Treppen vor dem Frankfurter Hauptbahnhof sollen demnächst auch modernisiert werden. © FNP Archiv/Holger Menzel
Die Computer-Darstellung zeigt die sogenannte B-Ebene unter dem Frankfurter Hauptbahnhof nach den geplanten Renovierungsarbeiten. Bis 2019 sollen der Zugang von der B-Ebene und der Bahnhofsvorplatz für 175 Millionen Euro umgebaut werden. © FNP Archiv
Modernisierung Frankfurt am Main Hauptbahnhof
Animation: Neugestaltete Haupthalle des Frankfurter Hauptbahnhofes mit Blickrichtung Innenstadt. © FNP Archiv
Modernisierung Frankfurt am Main Hauptbahnhof
Neugestaltete Haupthalle des Frankfurter Hauptbahnhofes mit Blickrichtung Querbahnsteig: Bis 2019 sollen mehr als 1000qm neue Einkaufsflächen entstehen © FNP Archiv

470 000 Reisende durchqueren den Frankfurter Hauptbahnhof täglich im Schnitt. Findet eine größere Messe statt, sind es auch deutlich mehr als eine halbe Million. Mit Streifen von Polizei und Sicherheitsleuten sowie verstärktem Einsatz von Reinigungspersonal versuchen Stadt und Bahn bis zum Umbau, auf Klagen über Uringestank, Müll und Drogenkriminalität zu reagieren.

Das passierte jüngst am Hauptbahnhof: Am Hauptbahnhof Frankfurt wurde ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn (DB) mit einem Messer verletzt. Übergriffe auf Mitarbeiter im Nahverkehr nehmen generell zu.

"Es ist schon besser geworden als vor zwei Jahren, als sich die Kunden gar nicht mehr hinuntergetraut haben", sagt Schwarz. Den Durchbruch aber erhofft er sich von den Bauarbeiten, die Ende 2019 oder Anfang 2020 beginnen könnten. Mit vier bis fünf Jahren Bauzeit wird gerechnet. Bei der Ankündigung ihres Vorhabens vor vier Jahren war die Bahn noch davon ausgegangen, dass der Umbau 2020 schon fertig ist.

Kommendes Jahr könne nach Erteilung der Genehmigung die Ausschreibung beginnen. Baufirmen und Handwerker seien jedoch auch für die Bahn schwer zu finden, sagt Schwarz. Schwierig sei, dass grundsätzlich bei laufendem Betrieb gearbeitet werden müsse, das heißt, auch nachts. In einem Musterraum in der B-Ebene zeigt der Bahnhofsmanager, wie er sich Einzelheiten der neuen Passage vorstellt. Stücke verschiedener Wand- und Deckenverkleidungen wurden hier probeweise montiert, um deren Wirkung auszuprobieren. Auch Bodenplatten werden auf Robustheit getestet.

Ist die B-Ebene umgebaut, kann die seit zehn Jahren geplante Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes beginnen. Vor Mitte 2024 sei deshalb nicht mit dem Beginn der Arbeiten zu rechnen, sagt der Sprecher des städtischen Planungsdezernats, Mark Gellert. Rund zehn Millionen Euro sollen in das neue "Tor zur Stadt" fließen. Im Raum stehen unter anderem Ideen, die Straßenbahnschienen näher an den Bahnhof zu legen und zu erweitern.

Weitaus einschneidendere Pläne für den Frankfurter Hauptbahnhof hat vor einigen Wochen das Bundesverkehrsministerium ins Spiel gebracht: Einen Fernbahntunnel zwischen Offenbach und der Mainbrücke bei Niederrad. Er würde demnach ungefähr parallel zum S-Bahn-Tunnel unter dem Hauptbahnhof hindurch führen; der Fernverkehr könne dann unterirdisch abgewickelt werden, die bisherigen Bahnsteige des Kopfbahnhofes würden dem Regionalverkehr überlassen.

Das Projekt kostet den Bund nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks (hr) mehr als 3,5 Milliarden Euro. Das Bundesverkehrsministeriums erklärte in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP, dass der Tunnel die Fahrzeit durch die größte hessische Stadt um acht Minuten verkürzen könnte.

Während sich die Stadt Frankfurt nach erster Überraschung beglückt zeigte, reagierte Landesverkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) zurückhaltend: Es müsse zunächst sehr genau geprüft werden, ob ein solches Projekt überhaupt sinnvoll und machbar sei. In der Stadt werden Erinnerungen wach an die als "Frankfurt 21" geplante und schließlich aus Geldmangel abgesagte Umwandlung in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit Untertunnelung der Innenstadt. Der geplante Umbau der B-Ebene werde wegen der Pläne aus Berlin jedenfalls nicht aufgeschoben, sagt Bahnhofsmanager Schwarz.

Bei den Bauvorhaben südlich des Hauptbahnhofs gibt es unterdessen konkrete Fortschritte: Ein neues Intercity-Hotel feiert dort am 1. Dezember Eröffnung. In dessen Erdgeschoss soll auch das Terminal des neuen Fernbus-Bahnhofs einziehen, der voraussichtlich Anfang 2019 seinen Betrieb aufnehmen kann.

(dpa)

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