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Frankfurter Hotels noch immer im Schatten von Corona

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Von: Thomas J. Schmidt

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Der Römerberg bleibt eiin beliebtes Ziel von Städtereisenden aus aller Welt. FOTO: christoph Boeckheler
Der Römerberg bleibt eiin beliebtes Ziel von Städtereisenden aus aller Welt. © christoph boeckheler*

4,2 Millionen Übernachtungen in den 275 Gästehäusern der Stadt, 65 Prozent weniger als 2019

Frankfurt -Luxus-Hotels schließen - so der Hessische Hof, die Villa Kennedy und jüngst das Jumeirah in der Innenstadt. Dabei sei der Hotel-Markt durchaus nicht nur schlecht, so Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gestern bei der Vorstellung der Gäste- und Übernachtungszahlen 2021. So gab es 2019 exakt 311 Hotels in der Stadt. Im ersten Corona-Jahr 2020, als viele Hoteliers den Betrieb einstellten, waren es noch 224 Hotels, und im Jahr 2021 wieder 275. Ein auf und ab mit vielen Gründen. Wie es weitergeht kann Thomas Feda, Chef der städtischen Tourismus+Congress GmbH, noch nicht sagen, wie viele Häuser dauerhaft geschlossen bleiben oder vielleicht doch wieder öffnen, wenn die Lage sich verbessert. Aber: "15 bis 18 Hotel-Projekte sind noch in der Pipeline", so Feda. OB Feldmann bilanzierte: "Die Investoren glauben an Frankfurt."

Leichte Erholung im Vergleich zum Vorjahr

Indes, es ist noch ein weiter Weg zurück zu den Übernachtungszahlen des Jahres 2019. 2021 wurden in Frankfurt 4,2 Millionen Übernachtungen registriert, 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr, aber immer noch 65,5 Prozent weniger als im Vor-Corona-Vergleichsjahr.

Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland dürften das laufende Jahr überschatten, auch im Tourismus. Allerdings sinke die Zahl russischer Besucher schon seit 2014, sagte Feda. "Wer heute noch auf reiche Russen wartet, hat das falsche Geschäftsmodell", so Feldmann. In Zahlen: Gab es 2019 noch 76 500 Übernachtungen russischer Staatsbürger in Frankfurt, waren es 2021 lediglich noch 16 600.

Langfristig sieht Feldmann das Messe- und Kongressgeschäft nicht mehr so stark, wie vor der Pandemie. Er rechnet mit einem Rückgang um etwa 20 Prozent, verbunden mit einer geringeren Auslastung der Hotels. Denn auch Unternehmen müssen sparen, und sie haben in der Pandemie gelernt, ihre Konferenzen digital zu veranstalten.

Das wirkt sich auf die Struktur der Gäste aus. So sank der Anteil ausländischer Gäste von etwa 40 Prozent auf knapp 30 Prozent.

Bei den ausländischen Gästen stellen die USA mit 189 600 Übernachtungen weiter das größte Kontingent. Die Zahl stieg um 8,6 Prozent. Gäste aus China hingegen sind nicht zurückgekommen. Hier spielt, Feda zufolge, Corona noch eine Rolle. Platz 2 der ausländischen Gäste stellt Europa, genauer Großbritannien und Frankreich, mit 68 100 Besuchern. Ein sensationellen Zuwachs von 61,4 Prozent gibt es bei den Übernachtungsgästen aus den Arabischen Golfstaaten (63 500), danach erst folgen Indien und auch China.

Schwankung von Quartal zu Quartal

Die Gästezahl ist im Vergleich zu 2020 etwas gesunken (2,136 Millionen, minus 1,2 Prozent), dafür wurde länger geblieben (1,96 Tage statt 1,89 Tage). "Die ersten Einschränkungen griffen 2020 ja erst ab Mitte März", sagte Feldmann. "Entsprechend stark fällt mit 79,4 Prozent der Rückgang bei den Gästen im ersten Quartal 2021 aus." Danach ging es jedoch bergauf, so der Oberbürgermeister: Plus 45 Prozent im zweiten Quartal, plus 38,3 Prozent im dritten und gar plus 177 Prozent im vierten Quartal. In diesem letzten Quartal stieg die Zahl der Übernachtungen um 143 Prozent. "Hoffnung ist also durchaus angebracht", so Feldmann.

Die Frankfurter Hotels verfügten 2021 über 55 700 Betten, 32,1 Prozent mehr als 2020, doch immer noch 6,8 Prozent weniger als 2019. Die wirtschaftliche Lage der meisten Hotels ist noch immer sehr angespannt. So liegt die Auslastung der Betten bei lediglich etwa 20 Prozent, halb so viel wie 2019. Feda erklärt: Viele Gäste kommen einzeln und nehmen oft ein Doppelbettzimmer alleine - so dass die Auslastung der gebuchten Zimmer höher ist als die Auslastung der Betten. tjs

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