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Frankfurter Johanniter suchen ihren Tragestuhl

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Von: Sabine Schramek

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Oliver Pitsch mit einem der gelben Transportstühle der Johanniter. Beim Einsatz im Gallus büßte der Hilfsdienst einen ein.
Oliver Pitsch mit einem der gelben Transportstühle der Johanniter. Beim Einsatz im Gallus büßte der Hilfsdienst einen ein. © hamerski

Diebe lassen im Gallus 5000 Euro teures Transportgerät mitgehen

Er ist gelb, hat Raupenfüße, um Patienten sanft über Treppen transportieren zu können und ist weg. Am 21.Januar ist ein Rettungsstuhl der Johanniter an der Koblenzer Straße 21 spurlos verschwunden. Seither sucht der Regionalverband Rhein-Main auch auf Facebook verzweifelt nach dem Stuhl, der so dringend gebraucht wird. "Das hat schon eine besondere Qualität", sagt Oliver Pitsch vom Regionalvorstand. "Adresse und Telefonnummer stehen drauf, trotzdem bleibt der Tragestuhl verschwunden."

Einfach spurlos verschwunden

Besonders dreist ist der Diebstahl, weil sich ein Team der Johanniter intensiv um eine Notfallpatientin gekümmert hatte. "Es war sehr ernst", so Pitsch. Der spezielle Tragestuhl habe ein paar Meter weiter gestanden. "Die Helfer haben sich voll und ganz auf die Patientin konzentriert und sind losgehfahren." Nach wenigen Metern hätten sie gemerkt, dass der Stuhl fehlt und seien sofort zurückgefahren. "Der Stuhl war spurlos verschwunden."

Die ganze Gegend wurde abgesucht. Ohne Erlg. Dabei ist der Stuhl extrem auffällig. Die Metallstangen sind quietschgelb, der Sitz ist schwarz und er hat Raupenfüße. "Solche Stühle sind nur für den Rettungsdienst nutzbar", sagt Pitsch. Das Besondere an diesen 5000-Euro-Stühlen ist, dass die Patienten sanft treppauf und treppab transportiert werden können und gleichzeitig die Rücken der Helfer geschont werden. "Wir brauchen den Stuhl wirklich dringend für die Einsätze und Patienten. Das müsste doch jedem klar sein".

Im Rhein-Main-Gebiet betreibt der Johanniter Regionalverband neun Rettungswachen, ein Ausbildungs- und Trainingszentrum, vier Kindertageseinrichtungen, zwei Flüchtlingsunterkünfte und bietet mit der Johanniter-Cronstetten-Altenhilfe ambulante Pflege für zu Hause an. Ehrenamtlich ist der Verband mit Sanitätsdienst, Bevölkerungsschutz, Trauerbegleitung für Familien, Motorrad-, Quad- und Drohnen-Staffel ebenso unterwegs wie bei der Auslandshilfe. 600 Menschen arbeiten hier haupt- und ehrenamtlich bei den Johannitern in der Region.

"Dass der Stuhl, mit dem wir Menschenleben retten können, gestohlen wurde, trifft uns sehr. Wir wollen ihn einfach nur zurückhaben", sagt Pitsch. Längst hilft die ganze Nachbarschaft bei der Suche. Auf Facebook wird der Suchaufruf unter dem Aufruf "Wiedersehen macht Freude" fleißig geteilt. Niemand versteht hier, wieso so ein Stuhl überhaupt geklaut wird. Und es gibt Tipps, wo man bei Kleinanzeigen noch suchen könnte. Bei der Polizei waren die Johanniter natürlich auch. "Fundunterschlagung" heißt der Vorwurf. Pitsch erklärt, dass das daran läge, dass der Stuhl auf der Straße stand und nicht aus dem Rettungswagen geklaut wurde. "Bei 'Fundunterschlagung' dauere eine Anzeige eine gewisse Zeit." Er schließt nicht aus, dass der Stuhl in ein Auto eingeladen wurde. Er hofft aber immer noch, dass er zurückgebracht wird. Sabine Schramek

Hinweise

Wer etwas weiß, kann sich unter Rufnummer (069) 3 66 00 66 00 bei den Johannitern melden

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