+
Am Boden: Marco Fabián. Foto: Klein

Eintracht Frankfurt

Den Frankfurter Konditionsmonstern geht die Luft aus

  • schließen

Kevin-Prince Boateng, Marius Wolf, Jonathan de Guzman: Bei der Niederlage in Leverkusen wurden körperliche Defizite deutlich.

1:4 (1:1) in Leverkusen, die fünfte Auswärtsniederlage in der Fußball-Bundesliga in Folge, die Champions-League-Plätze aus den Augen verloren – auf Freitag, den 13., mit dem Verlust des Trainers, ist bei der prompt ein „schwarzer Samstag“ gefolgt.

Die Gründe für die Niederlage lagen ganz sicher nicht im bevorstehenden Trainerwechsel, dafür hatten die Frankfurter in der ersten Halbzeit zu gut gespielt. „Wir haben hervorragenden Fußball gespielt“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. „Da waren wir die klar bessere Mannschaft“, sagte Trainer . Doch schon da hatte sich angedeutet, was später folgen sollte. Nachdem Leverkusens Trainer Heiko Herrlich einen simplen Systemwechsel vorgenommen hatte, war es ein anderes Spiel. Bayer war nun besser, viel besser. Die Eintracht hatte nach dem Wechsel nichts mehr entgegenzusetzen.

Und das ist aus sportlicher Sicht die eigentlich alarmierende Nachricht. Der Eintracht geht im Saisonfinale die Luft aus. Der , die vermeintlichen Konditionsmonster sind offenbar nicht so konditionsstark, wie vom Trainerteam ein ums andere Mal behauptet wird.

Deutlich wird das bei einigen wichtigen Spielern. Kevin-Prince Boateng, über Wochen der Anführer, ist nicht mehr in der Lage über 90 Minuten zu gehen, muss immer wieder ausgewechselt werden. Marius Wolf rannte nur eine Halbzeit, was nicht überraschend war, denn in dieser Halbzeit hat er die Leverkusener reihenweise aufgemischt. Die körperlichen Defizite wurden auch bei anderen deutlich. Jonathan de Guzman dirigierte eine Halbzeit, war danach nicht mehr zu sehen. Kein Wunder, der Holländer hat eine monatelange Verletzungspause hinter sich. Die Liste wäre weiter fortzuführen.

Hinzugekommen sind in Leverkusen taktische und individuelle Schwächen. Ob der Verzicht auf jeglichen Angreifer von Beginn an der Weisheit letzter Schluss war, wird sich Niko Kovac im Nachhinein auch überlegen. Boateng hat sich als vorderste Spitze in erster Linie als Ballhalter und Ballverteiler verstanden. Das hat er gut gemacht, solange die Kraft reichte.

So fiel auch das Frankfurter Tor, als Boateng und Wolf den Schützen Marco Fabián freispielen konnten. Bei allem Lob für die Frankfurter Bemühungen: Das war die einzige (!) echte Chance in den gesamten 90 Minuten. Die Stürmer Luka Jovic und Sébastien Haller kamen erst nach einer Stunde, waren unter der Woche angeschlagen. Der so viel gelobte Branimir Hrgota spielt seit Wochen keine Rolle mehr, Alex Meier bekommt, warum auch immer, gar keine Chance.

Es ist ganz einfach in diesen Wochen: Vorne läuft nicht viel bei der Eintracht, hinten reicht bei einigen die Qualität nicht. Zu viele Gegentore, drei in Augsburg, drei in Dortmund, jetzt vier in Leverkusen, das ist nicht die Ausbeute eines Spitzenteams. Das liegt am nicht mehr auf Dauer stabilen Gesamtkonstrukt, aber auch an individuellen Mängeln. Ein Profi wie Simon Falette gibt in jedem Spiel alles, aber gegen die wirklich Guten ist das eben nicht gut genug. Der tapfere Franzose war quasi an allen Gegentoren beteiligt, am 0:1 durch Julian Brandt und am Hattrick von Kevin Volland. Nun hat er die zehnte Gelbe Karte gesehen und wird gegen Hertha fehlen. Die rein sportlichen Probleme werden nicht weniger, von den anderen erst gar nicht zu reden.

(pes)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare