Mit 102 Jahren gestorben

Die Frankfurter Mäzenin Dagmar Westberg ist tot

  • schließen

Im Alter von 102 Jahren ist am Samstag Dagmar Westberg gestorben. Das teilte gestern das Städel-Museum, dessen große Gönnerin die Wahlfrankfurterin gewesen war, mit.

Im Alter von 102 Jahren ist am Samstag Dagmar Westberg gestorben. Das teilte gestern das Städel-Museum, dessen große Gönnerin die Wahlfrankfurterin gewesen war, mit.

Die am 8. Dezember 1914 in Hamburg geborene Dagmar Westberg war eine der bedeutendsten Mäzeninnen Frankfurts. Immer wieder nahm die Förderin ihre Geburtstage zum Anlass, um etwa das Städel, aber auch die Universität mit Spenden und wichtigen Zuwendungen zu unterstützen. Die Großzügigkeit kam nicht von ungefähr: Bereits ihr Großonkel Oskar Troplowitz, Erfinder von Produkten wie Leukoplast, Hansaplast, Tesa-Klebeband und Nivea, der die Firma Beiersdorf zum Erfolg führte, war ein großer Kunstmäzen. Er vermachte etwa der Hamburger Kunsthalle 26 Gemälde, darunter Hauptwerke französischer und deutscher Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts.

Dagmar Westberg arbeitete mehrere Jahrzehnte für die US-amerikanischen Generalkonsulate in Hamburg, Berlin und seit Ende des Zweiten Weltkrieges in der Mainmetropole. Neben dem Städel-Museum unterstützte die Mäzenin mit großem persönlichem Engagement zahlreiche weitere soziale, kulturelle und Bildungsprojekte.

Zu den von ihr geförderten Einrichtungen und Stiftungen zählen das Frankfurter Mädchenhaus FeM, die Cronstetten-Stiftung, das „German Summer Work Program“ an der Princeton-University sowie die Goethe-Universität. Darüber hinaus hatte sie im Jahr 2000 die Dagmar-Westberg-Stiftung ins Leben gerufen. Mit dieser unterstützte sie zum einen die Kunst durch die Förderung öffentlicher Sammlungen. Zum anderen half sie damit Menschen, die unverschuldet in Not geraten waren.

Im Jahr 2008 wurde ihr Engagement durch die Verleihung der Georg-August-Zinn-Medaille des Landes ausgezeichnet.

Aus dem Städel-Museum heißt es zu dem Verlust: „Wir haben eine einzigartige und großzügige Mäzenin verloren. Zutiefst dankbar sind wir für ihr langjähriges Engagement und ihren Enthusiasmus, mit dem sie die Entwicklung des Museums unterstützt und begleitet hat. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.“

(es)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare