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Zur Entspannung geht es in den Park, doch auch die Natur braucht ein bisschen Erholung

Grünflächensatzung

Frankfurter Parkanlagen brauchen mehr Schutz

Das Grünflächenamt will vermehrt kontrollieren, ob kommerzielle Anbieter Sportkurse in Parks leiten. Denn das ist eigentlich verboten. 1075 Sportbegeisterte haben bereits eine Online-Petition dagegen unterschrieben.

Bis zu 1000 Euro Strafe drohen kommerziellen Anbietern von Sportkursen, wenn sie weiter Sportler in Parks und Grünanlagen trainieren. So steht es in der Grünflächensatzung. Das Grünflächenamt kündigte zum Ärger vieler an, das Verbot stärker zu kontrollieren. Amtsleiter Stephan Heldmann erklärte gestern, warum das notwendig ist. „Die Parkanlagen sollen der Erholung, Freizeit und Sport aller Bürger dienen“, sagte er. In den vergangenen Jahren habe die Nutzung auch durch kommerzielle Sportgruppen so stark zugenommen, dass die Parks dadurch beschädigt würden. Dass öffentliche Parks nicht für Gewerbezwecke genutzt werden dürfen, sei nicht neu. Seit über 20 Jahren verbiete die Satzung des Grünflächenamts das Anbieten von Waren und Dienstleistungen. „Wir müssen aber nun wieder stärker regulierend eingreifen“, sagt Heldmann.

Besonders schlimm sei es im Holzhausenpark. „Drei bis viermal täglich findet eine Yoga-Stunde statt“, beklagt sich Clemens Greve, Geschäftsführer der Frankfurter Bürgerstiftung im Holzhausenschlösschen. Beschallung durch Lautsprecher störe andere Parkbesucher. Auch Müll werde nicht immer richtig entsorgt. Ehrenamtliche würden deshalb auch bei regelmäßigen Aktionen aufräumen, sagt Clemens Greve.

Laut Heldmann wurde der Holzhausenpark erst kürzlich nach der Sanierung, die 1,3 Millionen Euro gekostet hat, wieder eröffnet. Die Grünanlagen als Anlaufstelle für Erholung und Freizeit stehe über der kommerziellen Nutzung, betont Heldmann. Dennoch wollen viele Frankfurter künftig nicht auf Yoga-Stunden und Trainingseinheiten in der Natur verzichten. 1075 Sportbegeisterte haben bereits eine unterzeichnet. Das Ziel: Die Grünflächensatzung ändern.

„Dass sich Gruppen draußen treffen, um Sport zu treiben, ist nicht das Problem“, entgegnet Heldmann. Wenn es sich dabei um Gruppen von bis zu 200 Personen handelt, dann wird es aber kritisch. Das Ziel des Grünflächenamts sei es, das soziale Miteinander zu regulieren. Nur durch eine nachhaltige Nutzung könne eine lange Überlebenszeit der Parks garantiert werden. „Dennoch möchten und müssen wir natürlich auf Trends reagieren“, sagt Heldmann mit Blick auf die 45 öffentlichen Parkanlagen und 56 Sportanlagen. Deshalb habe man im Hafenpark eine Skate- und Bike-Anlage und das „Sportband“ aufgestellt.

Bislang sind laut Heldmann vier Gruppen verwarnt worden, darunter drei Yoga-Gruppen und ein Bootcamp. Um alle Verstöße tatsächlich aufspüren und verfolgen zu können, fehle es an Ressourcen. Eine Nutzungsgebühr, die für die Pflege und den Unterhalt der Parkflächen verwendet werden könnte, lehnt Heldmann jedoch ab. Wer öffentliche Parks für eine Veranstaltung nutzen möchte, kann einen Antrag beim Amt stellen.

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