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Licht und Schatten im Frankfurter Rennbahnpark

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Von: Stefanie Wehr

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Ein neuer Treffpunkt für Frankfurter: Der Rennbahnpark ist bei Jung und Alt beliebt - mit wenigen Abstrichen. FOTO: Michael Faust
Ein neuer Treffpunkt für Frankfurter: Der Rennbahnpark ist bei Jung und Alt beliebt - mit wenigen Abstrichen. © Michael Faust

Das neue Ausflugsziel im südlichen Stadtteil Frankfurts wird gut angenommen, es gibt aber auch Kritik.

Frankfurt -Am Wochenende bei gutem Wetter wie am Samstag ist viel los im neuen Rennbahnpark: Jedes der bunten Holzpferdchen auf dem Spielplatz ist besetzt, ein Kind nach dem anderen - oder auch alle auf einmal - erklimmt das markante rote Türmchen und rutscht die Rutsche wieder hinab. Mütter und Väter helfen den Sprösslingen oder sitzen auf den Bänken und unterhalten sich.

Auch der Bolz- und Basketballplatz kommt gut an. Gruppen von Jugendlichen, aber auch Väter und Söhne kicken zusammen den Ball Richtung Tor oder gegen den Zaun. „Ich finde den Park sehr nett“, sagt Chris (20), der mit seinem Kumpel zusammen Basketball spielt. „Aber wenn schon neu, hätte man es gleich richtig machen sollen.“

Nur ein Platz für Fußball- und Basketballspieler

Den Bolzplatz müssen sich Basketballer und Fußballspieler teilen: Zwei Tore stehen an den kurzen Seiten, und in der Mitte ist gleichzeitig das Basketballfeld. „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes, weil man sich in die Quere kommt“, sagen die jungen Männer. Außerdem sei der Rand mit den scharfkantigen Steinen zu nah am Spielfeld. „Da kann man sich leicht verletzen“, sagt Chris, und macht mit dem Ball vor, was er meint: „Wer mit Schwung hinter den Basketballkorb springt und auslaufen muss, muss aufpassen, um nicht den Sandsteinrand zu berühren.“

Nichtsdestotrotz findet Chris gut, dass der neue Rennbahnpark gebaut wurde. „Er ist sehr groß und schön. So einen Ort, wo man tagsüber hingehen und Sport machen kann, gab es vorher nicht. Ich könnte mir auch vorstellen, mal abends hierherzukommen und ein Bierchen zu trinken.“

Viele Spaziergänger sind unterwegs

200 Meter weiter, am Rand der schicken und großen Calisthenics-Anlage, dehnen zwei Sportler ihre Waden. Die nigelnagelneuen Gerüste stehen unberührt da. Auf den weitläufigen Spazierwegen sind paarweise Menschen mit Hunden oder mit Kinderwagen unterwegs. Zwei Sachsenhäuserinnen gehen schnellen Schrittes mit ihrem Hund spazieren. „Wir finden den Park sehr gut, auch, dass man die Hunde mitbringen kann, finden wir super. So können unsere Kinder auf dem Spielplatz spielen, während wir eine Runde drehen“, erklärt eine von beiden. „Was aber noch fehlt, ist ein Café oder Kiosk, wo man sich ein Getränk holen kann“, stellt die Sachsenhäuserin fest.

Ein anderer Spaziergänger äußert sich ebenfalls „grundsätzlich zufrieden“ über den Park. „Es müssten aber mehr und größere Mülleimer hier stehen. Was ich nicht verstehe, ist, was der Sandstreifen soll“, sagt er und zeigt auf einen gut fünf Meter breiten Streifen, der parallel zum Weg verläuft. „Eine Reminiszenz an die Rennbahn? Ich weiß nicht, was das bringt - man kann nicht mal darauf laufen.“

Der 5,4 Millionen Euro teure Rennbahnpark mit Spiel und Sportflächen sowie Natur, geschütztem Sandmagerrasen und 250 neuen Bäumen ist vor vier Wochen eröffnet worden. Fünf Jahre Planung mit Bürgerbeteiligung und rund ein Jahr Bau sind dem vorangegangen. Das neun Hektar große Gelände macht nur ein Drittel der ehemaligen Rennbahn aus. Am Südrand endet der Park an einem hohen Zaun, dahinter liegen mehrere Fußballplätze. Die Gebäude der DFB-Akademie weiter hinten sind kaum zu sehen. Das chinesische Hotel, das weiterhin auf seine Fertigstellung wartet, ragt auffälliger in den Himmel.

Fehlende Toiletten und viel Müll

Die Niederräder haben sich in den vergangenen Wochen in ihrem neuen Park umgeschaut, die Meinungen sind vielfältig. „Das Gelände ist sehr schön, aber dass dort Fahrradfahren erlaubt ist, finden wir nicht so gut“, sagt Werner Hardt. „Die älteren Leute fänden es besser, wenn Fahrräder und Roller verboten wären, damit man in Ruhe seines Wegs spazieren kann“, meint der Vorsitzende des Niederräder Bezirksvereins. Außerdem sei es unglücklich, dass keine öffentlichen Toiletten vorhanden seien.

Auch in sozialen Medien wird über den neuen Park diskutiert. „Viel Müll liegt herum, der Park verkommt schon nach wenigen Wochen“, kritisiert etwa eine Facebook-Nutzerin. Auch andere stören sich daran, wie achtlos mit dem neuen Gemeinschaftsort umgegangen werde.

„Kinder werfen Steine in den See, Pflanzen werden rausgerissen“, hat eine andere Nutzerin beobachtet. Und auch auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 5 befürchteten Anwohner, dass der Park zum neuen Aufenthaltsort für Drogenkonsumenten werden könnte - die sich bislang auf dem Bruchfeldplatz getroffen haben. Die Sorge könnte nicht ganz unbegründet sein - am Ausgang des Parks liegt auf dem Boden neben dem Mülleimer bereits eine Spritze.

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