Die Rentnercops: Bill Mockridge (l.) als Mafia-Experte und der Frankfurter Mime Hartmut Volle als pensionierter Kommissar.
+
Die Rentnercops: Bill Mockridge (l.) als Mafia-Experte und der Frankfurter Mime Hartmut Volle als pensionierter Kommissar.

Mimen vom Main

Frankfurter Schauspieler jetzt in der ARD-Serie „Die Rentnercops“ zu sehen

  • VonEnrico Sauda
    schließen

Neues von der beliebten Fernsehserie „Die Rentnercops“: Der Schauspieler Hartmut Volle aus Frankfurt ermittelt künftig in der ARD.

Frankfurt – Der Schauspieler Hartmut Volle aus Frankfurt hat eine neue Rolle. Er spielt an der Seite von Bill Mockridge, dem Vater von Luke Mockridge, in der ARD-Serie "Die Rentnercops". Es geht also weiter nach dem Tod von Tilo Prückner mit der Vorabendkrimiserie. Mockridge und Volle stoßen als Reinhard Bielefelder und Klaus Schmitz zum Dezernatsteam. Lindenstraße versus Tatort sozusagen. Schließlich gab der 74-jährige Mockridge viele Jahre lang den Erich Schiller in der Kultsendung "Lindenstraße". Und Volle spielte 13 Jahre lang im saarländischen "Tatort" den Chef der Spurensicherung Horst Jordan.

In Aktion zu sehen sind die beiden ab Mittwoch (03.11.2021) um 18.50 Uhr in der ARD. "Wir hatten von September bis Dezember des vergangenen Jahres 60 Drehtage", berichtet Volle, der für seine Darstellung des Dorfrichters Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug" bei den Brüder-Grimm-Festspielen in Hanau in diesem Sommer den Darstellerpreis erhielt. Acht Folgen wurden insgesamt gedreht. Prückners Tod sei sehr überraschend gekommen, "deshalb sind die ersten vier Folgen auch auf ihn geschrieben gewesen", sagt Volle, der Anfang 2020 bei einem "hammerharten" Casting mitmachte. Er bekam die Rolle schließlich und sagt: "Es ist viel Demut dabei, weil Tilo Prückner und Wolfgang Winkler ein tolles Ermittlerpaar waren."

„Die Rentnercops“ in der ARD: Frankfurter Schauspieler mit „Körper und Geist“ im Einsatz

Für Volle hieß es, innerhalb von nur drei Wochen vier komplette Drehbücher zu lernen. Was ihn an der Rolle des Klaus Schmitz reize, sei, dass es sich bei den "Rentnercops" um keine reine Krimiserie handle, sondern auch das Verhältnis der beiden zueinander und die Familiensituation der Protagonisten durchleuchtet werde. "Die Rolle bei den ,Rentnercops' bedeutet einen Einsatz des Körpers und des Geistes, der sich gewaschen hat", sagt Volle. Was auch noch passe: "Ich bin 68 und seit eineinhalb Jahren in Rente" - ähnlich geht es auch seiner Figur, "der Klaus ist ja auch noch nicht so lange aus der Berufswelt ausgeschieden".

Es gäbe da aber einige Unterschiede. "Ich bin ein Familienmensch durch und durch und bin voll integriert darin." Bei seiner Figur Klaus Schmitz sei das vollkommen anders.

Frankfurter Schauspieler freut sich über Team bei „Die Rentnercops“ in der ARD

Mit Bill Mockridge habe er sich sehr gut verstanden. „Wir sind auf einer gemeinsamen Wellenlänge“, so Volle. Er merke, wie wohltuend es sei, mit einem Partner „zu spielen, mit dem du wirklich zusammenspielst“, freut er sich über die Besetzung der „Rentnercops“. Für Hartmut Volle, von Haus aus Soziologe und aus der Hausbesetzerszene in Bielefeld, ist dies die erste Ermittlerrolle seiner Laufbahn. „Aber durch meine Arbeit beim ,Tatort‘ habe ich schon ein wenig Vorbereitung mitgebracht“, sagt er. Das sei wichtig, „sich in eine Figur reinzuschaffen“. Darin liege „der Reichtum unseres Berufes, dass du in ganz viele verschiedene Bereiche des Lebens reinschauen kannst“, so Volle, der sieben Geschwister hat. Was ihn auch geprägt hat: „Die Umwege, die ich bis zu meinem jetzigen Beruf genommen habe, sehe ich als Bereicherung.“

Übrigens steht er mit seiner Frau Andrea Wolf am Staatstheater Saarbrücken bei „Ariadne auf Naxos“ auf der Bühne. Vor der Kamera stehe er momentan nicht. „Ich mache Theater“, sagt er. Corona, das habe ihn nicht so hart getroffen. „In den vielen Jahren, 35 Jahre Theater und 20 Jahre Film, habe ich so manche sehr harte Zeit erlebt“, sagt er und meint: „Wir sind in der Kultur noch lang nicht übern Berg.“ (es)

Zahlreiche Eindrücke aus der Stadt bietet derweil der neue „Tatort“ aus Frankfurt. Ein fiktives Café sorgt für Verwirrung bei Passanten. Und welche Rolle spielt die Stadtpolitik?

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare