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Frankfurter Schüler packen Transporter voll

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Von: Judith Dietermann

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Denn jede Kiste hilft. Schwer beladen bringen die Schüler die Spenden zum Transporter. FOTO: leonhard hamerski
Denn jede Kiste hilft. Schwer beladen bringen die Schüler die Spenden zum Transporter. © hamerski

Ernst-Reuter-Schule sammelt Kleidung und Spielzeug für Flüchtlinge

"Jetzt eine größere Kiste, dann eine kleinere", ruft Roberto Weidenhaus. Der Lehrer der Ernst-reuter-Schule II steht auf der Ladefläche des silbergrauen Transporters, der an diesem Nachmittag vor dem Polytechnikum der Schule parkt. An dessen Heck eine Reihe von Schülern steht, alle beladen mit Umzugskartons und bunten Tüten. Die bis obenhin voll sind mit Kleidung für Kinder und Jugendliche sowie Spielzeug, die in der vergangenen Woche für die Flüchtlinge aus der Ukraine gesammelt wurden.

Große Resonanz auf Elternbrief

Vor zehn Tagen hatte Schulleiter Gerhard Schneider einen Brief entworfen, in dem die Eltern zu Spenden aufgerufen wurden. Nachdem eine Elternbeirätin der sechsten Klasse Roberto Weidenhaus darauf angesprochen hatte, dass man doch etwas Gutes tun müsse. "Wir haben mit den Elternbriefen bislang gute Erfahrungen gemacht. Und wie man sieht, hat es auch dieses Mal gut funktioniert", sagt Schneider.

Und so brachten bereits Anfang vergangener Woche die ersten Schüler gut gefüllte Tüten von daheim mit in die Schule. Rund sieben Tüten mit Kleidung und Spielzeug pro Klasse, schätzt Schneider, seien so zusammengekommen. Grob sortiert wurden die Spenden bereits in den Klassen, gelagert wurden sie dann im Polytechnikum. Und am vergangenen Montag von den Schülern der zwei Berufsorientierungsklassen sortiert. Mehrere lange Tische wurden dafür aufgebaut, jede Tüte bis auf den Grund durchforstet. "Es war beeindruckend zu sehen, wie jede Socke, jedes Unterhemd und jedes Einzelteil von den Schülern begutachtet und gefaltet wurde", ist Schneider enorm beeindruckt vom Einsatz seiner Schützlinge.

Nach Größen sortiert landeten die Kleidungsstücke dann in den Kartons. Die letztlich nicht ausreichten. Und so musste Schneider kurzfristig noch für Nachschub sorgen, was aber auch gelang. "Er ist ein absolutes Organisationstalent", lobt Lehrer Lutz Stadelmeyer derweil den Schulleiter. Der aber, bescheiden wie man ihn kennt, das Kompliment zurückgibt. An Stadelmayer, der "der Chef von allem" sei sowie Roberto Weidenhausen und Judith Euler, die ihn bei der Organisation tatkräftig unterstützten.

Weidenhausen steht derweil immer noch auf der Ladefläche des Transporters. Bewegen kann er sich kaum noch, umlagert ist er von Umzugkartons und bunten Tüten. Die, sagt Schneider, seien heute noch abgegeben worden. Nachzügler gebe es immer, aber zum Glück sei der Inhalt "recht übersichtlich", sagt er.

Spenden bleiben in Frankfurt

Für die Schule ist eine solche Spendenaktion übrigens nicht neu, bereits vor einigen Jahren sammelte wurde schon für Flüchtlinge gesammelt und an die Organisation "Care" in Köln weitergegeben. Dieses Mal bleiben die Spenden allerdings in Frankfurt, abgegeben werden sie an die private Organisation "Prolisok", die Spenden und Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge in Frankfurt anbietet. Lagern darf sie die Dinge in der VGF-Straßenbahnzentralwerkstatt in der Heerstraße 60. Wo immer montags von 10 bis 14 Uhr sowie dienstags, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr Spenden angenommen und ausgegeben werden.

"Uns war es besonders wichtig, dass wir wissen, was mit den Spenden passiert und sie nicht in irgendeinem Haufen landen", nennt Stadelmayer einen Grund, warum er sich für diese Organisation entschieden habe. Zudem hätten sie schnell auf seine Anfrage geantwortet und genau das gesucht, was in der Reuter-Schule gesammelt wurde. "Das war ein echter Glücksgriff", sagt er.

Derweil soll die Sammelaktion nicht das einzige Engagement der Schule bleiben, verrät Schulleiter Schneider. So plane die Schülervertretung eine Art Flohmarkt. "Es berührt mich zu sehen, wie gerne die Schüler helfen wollen", sagt er. judith dietermann

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