1. Startseite
  2. Frankfurt

Keine Masken am Sitzplatz: Folgen für Frankfurter Schulen kommen unerwartet

Erstellt:

Von: Sarah Bernhard

Kommentare

Am Sitzplatz im Klassenzimmer besteht an hessischen Schulen seit Anfang März keine Maskenpflicht mehr. Auf die Fallzahlen hat sich das laut Gesundheitsamt bislang nicht ausgewirkt.
Am Sitzplatz im Klassenzimmer besteht an hessischen Schulen seit Anfang März keine Maskenpflicht mehr. Auf die Fallzahlen hat sich das laut Gesundheitsamt bislang nicht ausgewirkt. © picture alliance/dpa

Immer mehr Schüler stecken sich mit dem Coronavirus an. Doch die gelockerte Maskenpflicht hat in Frankfurt auch überraschende Auswirkungen.

Frankfurt – Die Lockerung bei der Maskenpflicht in Schulen, die Anfang März in Kraft getreten ist, hatte kaum Auswirkungen auf die Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen. Die Zahl der Neuinfektionen steigt allerdings dennoch weiter – über alle Altersklassen hinweg.

In der Tabelle des Gesundheitsamts, die die Höhe der Inzidenz nach Altersklassen angibt, sind Inzidenzwerte ab 500 – genauso wie auf dem Dashboard des Robert-Koch-Instituts – purpurfarben hinterlegt. Fast alle Kästchen sind purpur, nur die Über-80-Jährigen waren in der vergangenen Woche mit einer Inzidenz von 446 violett – die achte der neun Eskalationsstufen.

1455 Ansteckungen: Gruppe der 20- bis 40-Jährigen in Frankfurt besonders stark von Corona betroffen

Die höchste Inzidenz hatten mit 1455 Ansteckungen pro 100 000 Einwohner die 20- bis 40-Jährigen. Allerdings nur, solange man die Unter-20-Jährigen als Gruppe betrachtet. Dividiert man sie auseinander, lagen die 15- bis 20-Jährigen vorn (1792), gefolgt von den 10- bis 15-Jährigen mit einer Inzidenz von 1627 und den Fünf- bis Zehnjährigen mit 1548. Damit, dass Schüler seit dem 6. März nicht mehr dazu verpflichtet sind, an ihrem Platz im Klassenzimmer eine Maske zu tragen, hat das wenig zu tun: In diesen Altersgruppen ist die Ansteckungsrate schon seit mehreren Monaten am höchsten.

Ein Grund für die hohen Inzidenzen seien einerseits die „von den jungen Erwachsenen antizipierten Lockerungen“, andererseits „die wachsende Dominanz der Omikron-Untervariante BA2, die besonders ansteckend ist“, sagt Wiebke Reimann, Sprecherin des Gesundheitsamts. Welchen Anteil diese beiden Faktoren am Infektionsgeschehen haben, sei aber schwer zu ermessen, genauso wie die Antwort auf die Frage, welche anderen Faktoren eine Rolle spielen.

Corona-Inzidenz steigt ungebremst: Patientenanzahl in Kliniken in Frankfurt bleibt stabil

Wegen der steigenden Inzidenz hat sich auch die Zahl der offiziell aktiven Fälle wieder erhöht: von 14 597 am Mittwoch (16.03.2022) vergangener Woche auf 19 183 am Mittwoch (23.03.2022) dieser Woche – ein Plus von mehr als 4500 Fällen. Die Zahl jener, die wegen einer Covid-Erkrankung in eine Klinik mussten, blieb dagegen weitgehend stabil. Das gilt sowohl für die Normal- als auch die Intensivstationen.

Die Frankfurter Intensivstationen behandelten 35 Covid-Patienten, 10 wurden künstlich beatmet. Eine Woche zuvor waren es 31, beziehungsweise 10 Personen. Allerdings verlaufen Ansteckung und Einweisung ins Krankenhaus um mehrere Tage zeitverzögert, so dass der Anstieg in den Behandlungszahlen noch kommen kann. Insgesamt sind an Corona in Frankfurt bisher 1168 Menschen gestorben, darunter ein Kind zwischen fünf und 14 Jahren.

Die Maskenpflicht für Schüler, die nicht an ihrem Platz sitzen, gilt noch bis 2. April, die Testpflicht auch darüber hinaus. Damit ist die Testpflicht an Schulen eine der wenigen Maßnahmen, die auch nach dem Auslaufen der Übergangsregelungen noch Bestand hat. Weiterhin gelten werden auch die Testpflicht in Krankenhäusern und Alten- und Pflegeheimen, sowie die Maskenpflicht in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und Arztpraxen, bei Pflegediensten und im ÖPNV und Fernverkehr. Alle übrigen Maßnahmen entfallen am Sonntag (03.04.2022). (Sarah Bernhard)

Auch interessant

Kommentare