Unter dem Motto "Sport kennt keine Grenzen" wurde am Freitagabend im Stadion am Brentanobad der Frankfurter Sportpreis 2021 verliehen: Inmitten der Geehrten Stadtrat Markus Frank (CDU) bei einem seiner letzten Aufritte als Sportdezernent.
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Unter dem Motto "Sport kennt keine Grenzen" wurde am Freitagabend im Stadion am Brentanobad der Frankfurter Sportpreis 2021 verliehen: Inmitten der Geehrten Stadtrat Markus Frank (CDU) bei einem seiner letzten Aufritte als Sportdezernent.

Ehrung

Frankfurter Sportvereine ausgezeichnet

  • VonKatja Sturm
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Neun Sportvereine erhalten für kreative und vorbildliche Konzepte während der Corona-Pandemie jeweils 1500 Euro. Vergeben wurden die Preise im Stadion am Bornheimer Hang.

Frankfurt. -Der Ort des Geschehens zeugte davon, dass die Normalität noch in der Zukunft wartet. Der alle zwei Jahre ausgeschriebene Frankfurter Preis "Sport kennt keine Grenzen" wurde diesmal nicht in einem besonderen Raum, sondern unter freiem Himmel, im Stadion am Brentanobad verliehen. Die Protagonisten standen auf dem Rasen, die Gäste, darunter zahlreiche Funktionäre aus der Szene, saßen mit gehörigem Abstand zueinander auf der Tribüne.

Viele von ihnen hatten in den vergangenen eineinhalb Jahren damit zu kämpfen, das Leben in ihrem Verein trotz der Einschränkungen durch die Pandemie irgendwie aufrechtzuerhalten, Bewegung anzubieten, obwohl Stillstand angesagt war. Wie kreativ sie und andere dabei waren, fasste Jens-Uwe Münker, der Abteilungsleiter Sport im hessischen Innenministerium, in seinen lobenden Worten zusammen. "Der Sport hat wie kaum ein anderer gesellschaftlicher Bereich Verantwortung übernommen" in dieser bis März 2020 unbekannten Situation und "nicht gejammert, sondern angepackt", erklärte der frühere FSV-Geschäftsführer. In Frankfurt sei bei jeder neuen Verordnung sofort die Frage gestellt worden, was dennoch möglich sein könnte.

Neun Vereine erhalten je 1500 Euro

Neun vorbildliche Lösungen dafür, die Vereine entwickelten, wurden am Freitagabend mit jeweils 1500 Euro prämiert. Dabei trat zutage, wie kurios manche Vorgaben waren. Tom Anhäuser aus dem Vorstand des ausgezeichneten Tanzsportclubs Schwarz-Silber erzählte, dass in bestimmten Phasen nicht mal Ehepaare zusammen trainieren durften. "Als Kontaktsport waren wir von den Einschränkungen besonders betroffen", erklärte der stellvertretende Vorsitzende. Über ein selbst entwickeltes Anmeldeportal war es den Walzer- und Tangospezialisten möglich zu koordinieren und nachzuvollziehen, wer bei teilweise auf ein Paar begrenzten Teilnehmerzahlen wann in den zwölf verschiedenen Trainingsräumen in Frankfurt und Hofheim übte. Kooperationspartnern stellte man das eigene Online-Angebot zur Verfügung.

Während die meisten Vereine durch die Corona-Krise Mitglieder verloren, verzeichneten die Bornheim Boules zuletzt einen Zuwachs von zehn Prozent und sind jetzt zweitgrößter hessischer Klub in der eigenen Sportart. Sie organisierten zwischen März und Juni im einzigen erlaubten Modus Tête-à-tête, eins gegen eins, zwei Turniere auf verschiedenen Plätzen und sorgten damit nicht nur für Abwechslung bei den eigenen Spielern, sondern zogen auch Neugierige an, die jetzt selbst die Kugeln werfen. Der Fußballverein Fortuna Höchst organisierte für Kinder während des ersten Lockdowns sonntags Spiele im Luciuspark und Ausflüge.

Die Fraport Skyliners überließen Videos fürs Hometraining auch anderen Vereinen und Verbänden. Die TG Bornheim lud Kurse in einer Mediathek hoch und brachte über einen morgendlichen Sendeplatz im HR-fernsehen das ganze Land "Fit in den Tag". Die SG Bornheim Grün-Weiss führte unter den besonderen Bedingungen in den Herbstferien ein Fußball- und Freizeitcamp mit fast 100 Kindern durch.

Die TSG Nieder-Erlenbach nutzte die Zeit für Projekte, für die sonst keine Muße bleibt. Bei der TGS Vorwärts Frankfurt wurden die sehr inhomogenen Aikido-Gruppen über Zoom-Meetings und die Verlegung des Trainings ins Freie bei der Stange gehalten.

Weiter rasant entwickelt hat sich der MSC (Mein Sport Club) Frankfurt. 2018 gegründet, ist er einer der jüngsten Vereine im Stadtgebiet und auf Cricket spezialisiert. 90 Prozent der Mitglieder sind Flüchtlinge. Erhebliche sportliche Erfolge wie zwei Hessenmeisterschaften in den Corona-Jahren 2020 und 2021 wurden in der kurzen Zeit bereits gefeiert.

Baldige Landeshilfe bei Mitgliederschwund

Nicht alle engagierten Vereine haben ähnliche Erfolgsgeschichten zu verkünden. Für diejenigen, die besonders gebeutelt sind in Sachen Mitgliederschwund, stellte Münker ein baldiges Landesprogramm in Aussicht, das ihnen helfen soll. "Kinder und Jugendliche müssen erst wieder an den Sport herangeführt werden", benannte der studierte Jurist abschließend eine der Herausforderungen auf dem Weg zur Normalität. Katja Sturm

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