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Frankfurter Therapiehund Quendo verschwunden: Verzweifelte Suche bislang vergeblich

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Von: Sabine Schramek

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Wer hat Quendo gesehen? Der Golden Retriever wird seit dem abendlichen Gassigehen am 1. Juni vermisst. FOTO: Anna Senkel
Wer hat Quendo gesehen? Der Golden Retriever wird seit dem abendlichen Gassigehen am 1. Juni vermisst. FOTO: Anna Senkel © A. Senkel

Seit dem 1. Juni wird der Golden Retriever vermisst. Der Verein Hunde für Handicaps hat nun 1000 Euro Finderlohn ausgelobt.

Frankfurt – Anna Senkel (37) versteht die Welt nicht mehr. „Quendo muss doch zu finden sein“, sagt sie traurig. Seit gut zwei Wochen ist der Therapiebegleithund aus Frankfurt jetzt schon verschwunden. Senkel, stellvertretende Vorsitzende und Trainerin vom Verein Hunde für Handicaps e. V., hatte Quendo seinerzeit bei sich aufgezogen und mehr als ein Jahr lang zum Therapiebegleithund ausgebildet. Auch Quendos Besitzer und die kleinen Patienten der psychotherapeutischen Praxis, in der Quendo seinem Herrchen bei der Arbeit hilft, vermissen ihn schmerzlich.

Dass der Golden Retriever seit dem abendlichen Gassi-Gehen in Harheim am 1. Juni beinahe spurlos verschwunden ist – Senkel kann das einfach nicht verstehen. Für den entscheidenden Hinweis, wo er ist, hat ihr Verein mittlerweile ein Finderlohn in Höhe von 1000 Euro ausgelobt.

Therapiehund aus Frankfurt vermisst: In Eschersheim verliert sich die Spur

„Was genau passiert ist, wissen wir nicht“, schildert Senkel. Der sechsjährige, kastrierte und gechippte Golden Retriever habe sich gegen 21 Uhr am 1. Juni beim Gassi-Gehen an den Feldern in Harheim ungewöhnlich verhalten hat. „Normalerweise ist er ganz nah und im engen Radius unterwegs. Doch an dem Abend ist er plötzlich losgerannt, nachdem er wohl vorher einmal aufgesprungen ist“, weiß sie. „Das passt überhaupt nicht zu ihm. Vielleicht ist er gestochen worden.“

Sicher ist, dass Quendo über eine große Straße Richtung Nieder-Eschbach gerannt ist, in ein Gebiet, das er nicht kennt – und, dass er seither nicht mehr zurückgekommen ist. Senkel vermutet, dass er sich entweder verlaufen hat oder verletzt ist. Angeblich sei er in Nieder-Eschbach gesehen worden, das sei aber nicht sicher.

Frankfurt: Therapiehund rennt weg und wird seitdem vermisst

„Fast sicher“ ist, dass er am 9. Juni in Eschersheim gesehen wurde. „Quendo ist ein lieber, netter und aufgeschlossener Hund. Deshalb vermuten wir, dass ihn jemand gefunden und im Auto mitgenommen hat“, sagt Senkel traurig.

Es kommt vor, dass Tiere weglaufen und vermisst werden. So auch ein junger Husky, der in einer Bank in Frankfurt wieder gefunden wird, nachdem er seinem Besitzer ausbüchste.

Seit dem ersten Tag seines Verschwindens habe eine Frau von der Tiersicherung mit einer Wärmebilddrohne die Felder abgesucht. Ohne Ergebnis. Der Spurensuchhund eines Bekannten habe Quendos Spur in Richtung Eschersheim verfolgt. Dann habe sich die Spur verloren. „Es gibt dort Bäche, aber auch da hätte der Spurensuchhund weitere Spuren gefunden“, weiß Senkel.

„Alle lieben diesen Hund“: Therapiehund Quendo aus Frankfurt vermisst

Dennoch will sie die Hoffnung nicht aufgeben: Immer wieder richten Helfer Futterstellen für Quendo im Wald ein, suchen nach ihm. Sie verteilen Flugblätter in Harheim, Nieder-Eschbach, Eschersheim, Niddatal, überall in der Gegend. Doch Quendo bleibt verschwunden. „Nicht nur wir vermissen ihn schmerzlich, auch seine ganze Familie“, erzählt sie.

Der Golden Retriever ist Therapiebegleithund bei einem Psychotherapeuten für Kinder ab vier Jahren und Jugendliche. „Quendo liebt Kinder und hilft seinem Herrchen in der Praxis. Sie hören sich gemeinsam ihre Probleme an, die jungen Patienten bauen Bettchen für ihn, Quendo tröstet sie und gibt ihnen Körperkontakt. Alle lieben diesen Hund und sind ganz furchtbar traurig. Das ist schlimm für die Kinder und Jugendlichen, die ihn so sehr ins Herz geschlossen haben.“

Therapiehund Quendo wird vermisst: Verein aus Frankfurt stellt Finderlohn

Das Gleiche gilt für die Familie des Besitzers. „Auch sie sind völlig verzweifelt. Ständig denken sie, dass Quendo gleich um die Ecke kommt. Sie möchten ihn einfach nur wieder haben.“ Deshalb hat der Verein Hunde für Handicaps jetzt auch 1000 Euro Finderlohn ausgeschrieben für denjenigen, der ihn findet oder den entscheidenden Hinweis gibt, wo er ist. Natürlich werden alle Hinweise vertraulich behandelt. „Falls der Hund die ganze Zeit draußen alleine ist, kann es sein, dass der sonst immer entspannte und liebe Quendo in Panik geraten ist. Wer ihn sieht, sollte sich klein machen und ihn leise und freundlich anlocken, um ihn nicht zu verschrecken.“

Sie hält es für möglich, dass er stark abgenommen hat und zerzaust aussieht. Die Vermutung, dass er mitgenommen wurde, besteht allerdings weiter. „Die Leute müssen doch wissen, dass Quendo jemandem gehört und können ihn nicht ewig verstecken“, sagt sie. Auch bei Tasso ist der Therapiebegleithund gelistet. Senkel ist für jeden Hinweis dankbar. „Die Hauptsache ist, dass er wieder nach Hause kommt, wo er hingehört.“ Wer ihn sieht, oder weiß, wo Quendo ist, kann sich rund um die Uhr beim Verein Hunde für Handicaps unter der Nummer (01 75) 6 84 42 79 melden. (Sabine Schramek)

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