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Sprecherin Ingrid Metz-Neun sitzt am 30.07.2015 in einem Aufnahme-Tonstudio in Offenbach am Main (Hessen) und lächelt in die Kamera. Foto: Christoph Schmidt/dpa (zu dpa ""Nächster Halt...": Auf diese Stimmen fahren die Deutschen ab" vom 31.10.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Sprecherin geht in den Ruhestand

Frankfurter U-Bahn-Ansagerin wird durch Computerstimme ersetzt

Ihre Stimme begleitet Millionen Menschen durch ihren Alltag, nun geht die U-Bahn-Sprecherin Ingrid Metz-Neun nach 40 Jahren in den Ruhestand.

Ingrid Metz-Neun gehört zu den bekanntesten Frauen in Deutschland - doch kaum jemand kennt ihr Gesicht. Obwohl die 65-Jährige jeden Tag von Millionen Menschen wahrgenommen wird. Ihr Markenzeichen ist ihre Stimme. Und diese kündigt täglich Haltestellen und Umsteigemöglichkeiten in U-Bahnen, Straßenbahnen oder Bussen in Deutschland an. Doch ihre Ansagen für Haltestellen wird bald der Vergangenheit angehören: Wie hr-online

, geht Metz-Neun in den Ruhestand und wird durch eine Computerstimme ersetzt.

"Nächster Halt: Hauptbahnhof." Seit fast vier Jahrzehnten spricht die 65-Jährige in ihrem Tonstudio in Offenbach am Main die Namen von Haltestellen ein. Ihre Stimme ist nach eigenen Angaben bei Verkehrsbetrieben etwa in Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Magdeburg, Rostock und streckenweise auch in Berlin zu hören. Dazu dürften nach ihrer Schätzung noch etwa drei Dutzend weitere deutschsprachige Städte kommen. "In wie vielen - das weiß so genau niemand", sagt Metz-Neun. Straßen, Plätze oder Wohngebiete vertont sie meist, ohne den dazugehörigen Ort zu kennen.

In den kommenden Monaten soll nun die bisherige Ansage auf den unterschiedlichen Linien ausgewechselt werden. Betroffen seien etwa rund 600 Fahrzeuge. Traffiq-Sprecher Klaus Linek sagte der hessenschau.de, dass zuerst die Busse umgestellt werden. Ab etwa Mitte 2017 soll dann überall die Computerstimme "Petra" sprechen.

Über Jahre hinweg hat die Sprecherin Fanpost bekommen. "Der Postbote hat hier kistenweise Post abgeliefert", sagt Metz-Neun, darunter zahlreiche Liebesbriefe mit "eindeutigen Angeboten". Heute komme die Fanpost elektronisch per E-Mail. "Irgendjemand hat mal gesagt, ich könnte mit meiner Stimme streicheln", erzählt die 65-Jährige. Ihre Stimme berührt wohl mehr, als die blecherne und abgehackte aus dem Vorleseautomaten.

(dpa/red)

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