Defizit

Frankfurter Uniklinikum in Finanznöten

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Mit „Unregelmäßigkeiten“ am Frankfurter Universitätsklinikum beschäftigt sich heute der Wissenschaftsausschuss des Hessischen Landtags. Unter anderem geht es um die angespannte finanzielle Situation des Hauses und um „Personalquerelen“.

Auf mehr als 10 Millionen Euro Verlust soll das Frankfurter Universitätsklinikum im laufenden Geschäftsjahr hinsteuern. Das geht aus einem Dringlichen Berichtsantrag der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag hervor. Er ist zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Universitätsklinikums.

Rote Zahlen sind für das Haus in Landesträgerschaft nichts Neues. Seit Jahren schreibt die Uniklinik Verluste in teils zweistelliger Millionenhöhe – mit einem kurzen Ausreißer 2015, als unterm Strich ein Plus in Höhe von 1,1 Millionen Euro stand.

Die Uniklinik selbst hält sich seit Wochen bezüglich ihrer finanziellen Situation bedeckt, dabei müssten die offiziellen Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 längst vorliegen. Über das 2016er Ergebnis etwa – 4,6 Millionen Euro Defizit – hatte diese Zeitung bereits Anfang August vergangenen Jahres berichtet. Dennoch: „Das operative Ergebnis 2017 steht noch nicht abschließend fest und erforderliche Gremienbeschlüsse stehen noch aus, so dass wir hierzu noch keine Auskunft geben können“, erklärte Unikliniksprecherin Ricarda Wessinghage gestern auf Anfrage.

Doch die Finanzen sind nicht der einzige Punkt, zu dem Rhein heute dem Ausschuss Rede und Antwort stehen muss. Es geht auch um die (Nicht-)Einhaltung von Hygienevorschriften, um die Trennung von Geldern für Forschung und Lehre, um „Personalquerelen“, Arbeitsrechtsstreitigkeiten, und die dem Uniklinikum dadurch entstandenen Kosten. .

Graf, der vor seiner Tätigkeit in Frankfurt als Klinischer Direktor am Klinikum Stuttgart beschäftigt war, soll in einen Untreueskandal um die Internationale Abteilung des Krankenhauses verwickelt sein.

Als die Ermittlungen gegen ihn publik wurden, hatte Graf über die Pressestelle des Klinikums mitteilen lassen, dass er überzeugt sei „sich stets rechtlich ordnungsgemäß verhalten zu haben“ und deshalb „ein großes eigenes Interesse an der vollständigen Aufklärung der Sachverhalte“ habe. Die Ermittlungen in der Angelegenheit dauern an, wie Heiner Römhild, Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft, auf Anfrage mitteilt. Ob und wann es zu einer Anklageerhebung kommt, sei noch offen.

Die SPD will nun von Wissenschaftsminister Rhein wissen, was er über den Sachstand der Ermittlungen gegen den Ärztlichen Direktor weiß und vor allem: seit wann. Graf ist seit Juli 2016 am Frankfurter Universitätsklinikum beschäftigt. Im Juni 2016 hatten die Stuttgarter Nachrichten erstmals über Ermittlungen am Stuttgarter Klinikum berichtet.

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