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„Manni“ weckt Frankfurts Weihnachtsbaum-Trauma: „Mal sehen, wie zerrupft der ankommt“

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Von: Christian Einfeldt

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Die Stadt Frankfurt hat entschieden: Weihnachten 2022 soll „Manni“ den Römer zieren – ein Weihnachtsbaum, der schon jetzt Spott und Häme ausgesetzt ist.

Frankfurt – Ob es im Vorjahr „Gretel“ oder 2020 der Frankfurter Weihnachtsbaum „Bertl“ war: Der Baum auf dem Weihnachtsmarkt am Römerberg wird in Frankfurt traditionell zum Stadtgespräch – doch nicht unbedingt wegen seiner Schönheit. Vor wenigen Tagen verkündete die Stadt nun: Ein neuer Weihnachtsbaum wurde auserwählt und soll am Dienstag, 1. November, in die Mainmetropole gebracht werden.

Der diesjährige Römerberg-Weihnachtsbaum hört auf den Namen „Manni“. Schon bei dessen Vorstellung bat die Stadt Frankfurt um Rücksicht: „Bitte sei lieb!“ – und dazu ein Kuss-Emoji. Ob sich das Social-Media-Team bereits mit Absenden des Twitter-Posts der aufkommenden Kritik bewusst war? In den Kommentaren halten sich die Frankfurter jedenfalls alles andere als zurück. Viele sind skeptisch, manche reagieren mit Sarkasmus. Lobende Kommentare sucht man vergebens.

Ob „Manni“, „Gretel“ oder „Bertl“: Seit mehreren Jahren ist der Frankfurter Weihnachtsbaum Spott und Häme ausgesetzt. Links ist der neue Baum „Manni“ zu sehen, rechts Kollege „Bertl“ aus dem Jahr 2020.
Ob „Manni“, „Gretel“ oder „Bertl“: Seit mehreren Jahren ist der Frankfurter Weihnachtsbaum Spott und Häme ausgesetzt. Links ist der neue Baum „Manni“ zu sehen, rechts Kollege „Bertl“ aus dem Jahr 2020. © Tourismus+Congress GmbH und Arne Dedert/dpa

So reagiert Frankfurt auf den Weihnachtsbaum 2022

Weihnachtsmarkt in Frankfurt: Weihnachtsbaum-Post regt Kritik an

Doch weit gefehlt, wer vermutet, dass Frankfurt den Tweet zum Anlass für bloßen Zynismus nimmt. Auch durchaus konstruktive Kritik sammelt sich – etwa unter dem Facebook-Post von fnp.de. „Lieber mal einen kleineren Baum und dafür schön“, macht eine Userin einen Vorschlag. Ein anderer schreibt: „Warum muss es in Frankfurt immer so ein überdimensional großer Baum sein, der schwierig zu transportieren ist, und am Ende völlig zerfleddert am Römer ankommt“. Benachbarte Städte wie Wiesbaden würde es vormachen. Da würde man sich für einen „weniger großen, kompakten Baum“, dafür aber ein „Schmuckstück“ entscheiden.

Frankfurt: Nach Kritik im vergangenen Jahr – auch 2022 kein Weihnachtswunder

„Also wenn ich mich an die Schande vom letzten Jahr erinnere, dann lasst den Baum doch am besten gleich stehen. Ist auch besser für unsere Welt“. Wie frei der Facebook-Kommentar von Ironie ist, muss jeder für sich entscheiden. Ein anderer sorgt sich währenddessen schon jetzt um die Stabilität des Baumes: „Der arme Baum. Der kommt doch wieder in Stücken und nur teilweise in Frankfurt an“. „Mal sehen, wie zerrupft der in Frankfurt ankommt“, bringt ein Twitter-User die Sorge treffend auf den Punkt.

Schon in den vergangenen Jahren hatte der Frankfurter Weihnachtsbaum nicht den Ruf, besonders schön zu sein. 2021 erntete beispielsweise „Gretel“ Hohn und Spott. Alles andere als ein Weihnachtswunder – lediglich ein karger Baum, der beim Transport – wie so oft – erheblichen Schaden genommen hatte. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) versuchte kritische Stimmen noch zu besänftigen.

In einer Pressemitteilung hieß es: „Spätestens, wenn alle Lichter hängen und Gretel den Römerberg festlich erstrahlt, sind alle Bedenken vergessen“. Memes und Kommentare stellten jedoch bereits vergangenes Jahr fest: schön ist anders.

Gutgemeinte Ratschläge wie „Ihr solltet euch mal überlegen auf einen Kunstbaum umzusteigen“ treffen in den Sozialen Medien auf zynische Kommentare. „Ist Frankfurt am Main scharf darauf, jährlich die goldene Himbeere für dekorative Weihnachtsbäume zu erhalten?!“ oder: „Hätte man Gretel stehen lassen, wo er war, hätte sich wenigstens Hänsel gefreut“. (Christian Einfeldt)

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