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Baustelle in Frankfurt am Main.

Stadt erwartet weiteren Anstieg

Baugenehmigungen in Frankfurt auf Rekordniveau: Höchster Stand seit den 1960er Jahren

Die Stadt Frankfurt hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben Genehmigungen für den Bau von 7326 Wohnungen erteilt – und damit die Werte der vergangenen Jahre weiter gesteigert. Fertiggestellt wurden allerdings deutlich weniger Wohnungen.

Frankfurt - In Frankfurt sind im vergangenen Jahr 3519 Wohnungen fertiggestellt worden. Das ist der zweithöchste Wert der vergangenen 40 Jahre. Er liegt allerdings stark unter den Zahlen des Vorjahres, als 4722 Wohnungen auf den Markt kamen. Rechnerisch müssten jedes Jahr 6000 bis 7000 Wohnungen errichtet werden, um den prognostizierten Bedarf in Frankfurt zu decken.

Dass Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Montag trotz dieses Rückgangs bei einem Rückblick auf das Baugeschehen im vergangenen Jahr von ganz hervorragenden Zahlen sprach, hat mit der enorm gestiegenen Zahl der genehmigten Wohnungen zu tun. Diese erreichte nach städtischer Statistik mit 7326 Wohnungen den höchsten Stand seit Anfang der 1960er Jahre. Besonders viele neue Wohnungen wurden in den Stadtteilen Niederrad (1709), Gallus (733), Ostend (455), Niederursel (359) und Bockenheim (352) genehmigt.

Der starke Anstieg bei den Baugenehmigungen zeige, dass der Wohnungsmarkt in Frankfurt weiter boome, sagte Josef. Er rechne für die kommenden Jahre mit hohen Fertigstellungszahlen. Die Zahlen machten zudem deutlich, wie massiv auch angesichts knappen Baulands derzeit Innenentwicklung betrieben werde, sagte der Planungsdezernent.

Umwandlung von Büros

 Von den im vergangenen Jahr genehmigten Wohnungen sollen 1985 auf bisher gewerblich genutzten Flächen oder durch Umwandlung von Bürohäusern in Wohnraum entstehen. Das ist ein extrem hoher Wert, zumal die Konversion gewerblicher Flächen schon in den vergangenen Jahren eine größere Rolle spielte und dafür gut geeignete Immobilien und Flächen langsam zur Neige gehen. 433 Wohnungen können durch Aufstockung von Gebäuden oder per Dachausbau errichtet werden. Diese im Vergleich ebenfalls relativ hohe Zahl sei auch ein Indiz für den knappen Bestand an Bauland, sagte Josef.

Er wies zudem auf die mit 900 im Vergleich sehr hohe Zahl an Studentenwohnheimplätzen hin, für die die Bauaufsicht im vergangenen Jahr Baugenehmigungen erteilte. Mehr als 500 davon würden von öffentlichen Trägern, also etwa dem Studentenwerk Frankfurt oder kirchlichen Bauherren, errichtet. An Studenten richten sich auch 302 der 902 neu genehmigten Mikro-Apartments in der Stadt.

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Schon in den vergangenen Jahren sind jeweils deutlich mehr Wohnungen genehmigt worden, als im selben Jahr fertiggestellt wurden. Als Folge steigt die Gesamtzahl der genehmigten Wohnungen, mit deren Bau noch nicht begonnen wurde, und von genehmigten Wohnungen, die noch nicht fertiggestellt wurden, von Jahr zu Jahr an; sie lag im Jahr 2017 bei 10 013. Bei 7212 Wohnungen davon war der Bau bereits begonnen worden. Zumindest von diesen dürfte der allergrößte Teil auf den Wohnungsmarkt kommen.

Dass trotz des knappen Wohnraums, der es Investoren erlaubt, sehr hohe Preise und Mieten zu verlangen, weniger Wohnungen gebaut werden, als genehmigt sind, erklärte die Leiterin der Bauaufsicht, Simone Zapke, unter anderem mit der Hochkonjunktur in der Baubranche. Es sei in der gegenwärtigen Marktsituation für Entwickler sehr schwierig, Bauunternehmen und Handwerker zu finden.

Josef geht zudem davon aus, dass auch Spekulation mit Grundstücken eine Rolle für die Differenz zwischen Genehmigungen und Fertigstellungen spielen könnte. Zum Teil würden Bauprojekte, sobald sie genehmigt sind, weiterverkauft. Dadurch könne sich der Bau der geplanten Wohnungen verzögern.

Mieter werden verdrängt

Eigentümer ließen sich im vergangenen Jahr 3516 Abgeschlossenheitsbescheinigungen ausstellen, die eine Voraussetzung für die Umwandlung eines Mietshauses in Eigentumswohnungen sind. Dabei ging es um 2486 Neubauwohnungen und 1030 bestehende Wohnungen. Tatsächlich genutzt wurden diese Bescheinigungen in 1451 Fällen. Wie oft es sich dabei um die Umwandlung einer bestehenden Mietwohnung handelte, verrät die Statistik nicht.

Josef hält diese Umwandlung für den Hauptgrund einer Verdrängung von Mietern aus ihren Wohnungen. Er fordert deshalb wie sein Vorgänger, diese Umwandlung zumindest in Gebieten, für die Milieuschutz gilt, unter Genehmigungsvorbehalt zu stellen. Die schwarz-grüne Koalition im Land hat angekündigt, das in dieser Wahlperiode zu ermöglichen.

Genehmigung eines Bauantrags dauert im Schnitt 49 Tage

W Die Bauaufsicht hat 2018 Projekte mit einer Bausumme von 1,84 Milliarden Euro genehmigt. Das ist der höchste Wert seit 1984. Die Summe ist fast doppelt so hoch wie 2017. Mehr als 550 Millionen Euro sollen in Wohnungsbauprojekte fließen. Auf Platz zwei und drei folgen Investitionen in Büros (300 Millionen Euro) und den Flughafen (284 Millionen Euro). Stark stieg die Bausumme im Bereich Hotels/Gastronomie (244 Millionen Euro). W Kurzfristig als Ferienwohnung genutzt werden dürfen 215 Wohnungen. Eigentümer oder auch Mieter haben die Möglichkeit, ihre Wohnung bis zu acht Wochen im Jahr für Geld Reisenden überlassen. W 4254 Baukontrollen gab es 2018 in Frankfurt nach Zahlen der Bauaufsicht. Damit sei die Behörde im Schnitt auf jeder Baustelle in der Stadt einmal im Jahr, hieß es. Verstöße, etwa ein Bauen ohne Genehmigung, ahndete sie mit Bußgeldern in Gesamthöhe von 1,04 Millionen Euro. W Bauanträge bearbeitete das Amt im Schnitt in 64 Tagen. Im Bereich Wohnungsbau dauerte es laut Behörde im Schnitt 49 Tage vom Antrag zur Genehmigung. cm

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