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Rund 1000 Menschen protestierten am Samstag vor dem 1. Polizeirevier gegen rechte Hetze.

Gegen Rechts

Nach Nazi-Chat: Tausende demonstrieren gegen Rassismus bei der Frankfurter Polizei

In der Innenstadt sind am Samstag rund 1000 Menschen gegen Rassismus, Hetze und Brandanschläge auf die Straße gegangen. Sie demonstrierten auch vor dem 1. Revier, das zuletzt in die Schlagzeilen geraten war, weil sechs Beamte in einer Chatgruppe rechtsextreme Inhalte geteilt haben sollen.

Für Vielfalt und Offenheit haben am Samstag etwa 1000 Menschen in der Innenstadt demonstriert. Die Demonstranten hatten sich vor dem Zoo versammelt und waren dann unter dem Motto „Gemeint sind wir alle! Gegen rechte Brandstifter-Innen an den Schreibtischen und auf den Straßen“ Richtung Innenstadt gezogen.

Nazi-Chat: Skandal um sechs Beamte

Dabei kamen sie auch am 1. Frankfurter Polizeirevier vorbei, das wegen eines mutmaßlichen Skandals mit rechtsextremem Hintergrund in die Schlagzeilen geraten ist. Sechs Beamte sind mittlerweile vom Dienst suspendiert, möglicherweise besteht ein Zusammenhang zu einem Drohbrief an die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, in der sie und ihre zwei Jahre alte Tochter bedroht werden.

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Dieser Skandal sowie eine Brandserie in mehreren links-alternativen Wohnprojekten im Rhein-Main-Gebiet waren der Anlass für die Aktion, zu der mehr als hundert Initiativen und Einzelpersonen aufgerufen hatten. Auch die „Omas gegen Rechts“ waren dabei.

Polizei Frankfurt wirbt um Vertrauen

Die Frankfurter Polizei hatte am Freitagabend in einem Tweet über den Kurznachrichtendienst Twitter und auf Facebook um das Vertrauen der Bürger geworben und geschrieben: „Wir sind überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit unserer Kolleginnen und Kollegen fest auf dem Boden der Verfassung steht. Wir wollen und werden unserer Verantwortung gerecht werden.“

Nach Nazi-Chat: Polizei hat sich mit öffentlichen Stellungnahmen zurückgehalten

Ziel sei es, „das zum Teil verloren gegangene Vertrauen wieder zurück zu gewinnen“. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Wir möchten uns nicht unter Generalverdacht stellen lassen, denn wir stehen fest auf dem Boden unserer freiheitlichen Verfassung. Das haben wir in der Vergangenheit im Alltag, in unzähligen kleinen und großen Einsätzen bewiesen und werden dies auch in Zukunft unter Beweis stellen.“

Zuletzt hatte sich die Frankfurter Polizei mit öffentlichen Stellungnahmen in der brisanten Angelegenheit zurückgehalten. (lhe/red)

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