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Leere Getränkebecher werden, wie hier an der A 66 bei Zeilsheim, einfach aus dem Autofenster entsorgt.

Müllproblem

Aus dem Autofenster und dem Sinn: Tonnenweise Abfall säumen unsere Autobahnen

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Fastfood-Restaurants und "Coffee to go" sorgen für mehr Müll an den Straßen. Besonders deutlich wird das an Autobahnauffahrten und Rastplätzen. Allein 2017 hat Hessen Mobil rund 26 000 Arbeitsstunden für die Reinigung von Hessens Autobahnen und Nebenanlagen aufgewendet.

Frankfurt - Hessen Mobil, die Straßenbehörde des Landes, kämpft einen Kampf gegen Windmühlenflügel. Die Autobahnen in Hessen gehören zu den am höchsten belasteten, weil meistbefahrenen in Deutschland. Das hat auch den Nebeneffekt, dass mehr als 3000 Tonnen Müll pro Jahr auf Hessens Straßen „wild“ entsorgt, sprich: aus dem Autofenster geworfen werden. Besonders betroffen sind dabei die Auf- und Abfahrten im Stadtgebiet, besonders in der Nähe von Fastfood-Restaurants in Industriegebieten.

Das fällt vor allem im Frühjahr auf, wenn das Grün noch fehlt: Die Auf- und Abfahrten erscheinen dann besonders stark zugemüllt. „Die Abfallstatistik zeigt jedoch, dass das Müllaufkommen über das Jahr gleichmäßig verteilt ist“, sagt Christian Stegner vom Büro des Regionalen Bevollmächtigten Rhein-Main bei Hessen Mobil.

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Die Straßen- und Autobahnmeistereien von Hessen Mobil seien ganzjährig im Einsatz, um Hessens Straßen zu reinigen und weitestgehend vom Müll zu befreien. Sie kontrollieren regelmäßig das Streckennetz: Insgesamt rund 13 000 Kilometer freie Strecke, außerhalb der Ortslagen, sowie rund 200 Rastanlagen und Parkplätze fallen in ihre Zuständigkeit.

Das Problem des „wilden“ Mülls entlang der Straßen und auf den Rastanlagen besteht seit Jahrzehnten. Und es kostet richtig Geld: Die Beseitigung des Mülls kostet inklusive der Beauftragung von Fremdfirmen rund 3 Millionen Euro pro Jahr. Allein 2017 hat Hessen Mobil rund 26 000 Arbeitsstunden für die Reinigung von Hessens Straßen und Nebenanlagen aufgewendet. Rund 10 000 Tonnen Müll wurden dabei allein in Hessen gesammelt und entsorgt. Davon lagen rund ein Drittel illegal am Straßenrand, zwei Drittel auf Rastanlagen.

Auch in Frankfurts Straßen ist zunehmender Müll ein Problem, zerbrochene Flaschen und Zigarettenkippen pflastern den Weg.

Elektro- und Autoteile liegen unter anderem an Autobahnen

Neben leeren Flaschen, Dosen und Verpackungsmüll findet und entsorgt Hessen Mobil an den Autobahnen auch ausgesonderte Elektrogeräte, Autoteile, Sperr- und Sondermüll sowie Bauschutt. Grobe Verschmutzungen und Müllablagerungen beseitigen die Mitarbeiter der Straßen- und Autobahnmeistereien kurzfristig. Einmal im Jahr findet eine groß angelegte Reinigungsaktion statt, meist im Frühjahr, kurz vor der Mähsaison. Weitere Einsätze erfolgen an Anschlussstellen zwei- bis dreimal pro Jahr, ansonsten regelmäßig rund um Abfallbehälter. Die Rastanlagen werden teilweise mehrmals pro Woche gereinigt, die WC-Gebäude sogar mehrmals täglich.

Auch im Stadtgebiet sorgen illegale Müllentsorgung immer wieder für Ärger, an 40 Plätzen im Stadtgebiet wird regelmäßig Schrott abgeladen.

Keine Lösungen in Sicht für den Abfall

Die Reinhaltung der Straßen und der Nebenanlagen ist für Hessen Mobil eine Daueraufgabe. „Sicherlich wäre es wünschenswert, dass unsere Umwelt gar nicht erst durch ordnungswidrig und achtlos weggeworfenen Verpackungen, Getränkedosen, Flaschen sowie Sondermüll belastet würde, mit dem positiven Nebeneffekt eines optisch ansprechenden Eindrucks unserer Straßenränder“, sagt Christian Stegner. Um die Köpfe der Menschen zu erreichen, wird in Hessen bereits seit Jahren auch auf öffentlichkeitswirksame Aktionen gesetzt: „Hessen Mobil sucht immer wieder neue Wege, um die Müllproblematik in den Griff zu bekommen“, sagt Stegner. Allerdings ist der Erfolg dürftig: Die „wilden“ Müllablagerungen entlang der Autobahnen, an Auf- und Abfahrten und auf Rastanlagen sind ein gesellschaftliches Problem, das durch die Straßenbauverwaltungen nicht gelöst werden kann.

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Liebe Leser, wie sehen Sie das? Vermüllt unsere Stadt immer mehr? Wo ist die Situation Ihrer Ansicht nach am schlimmsten? Und was können wir alle dagegen tun? Schreiben Sie uns, gerne mit Foto Ihres Müllproblems. Entweder per E-Mail an:

frankfurt@fnp.de

oder auch per Post an:

Frankfurter Neue Presse,

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60327 Frankfurt am Main,

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