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Eine eigene Wohnung können sich viele Frankfurter nicht mehr leisten.

Immobilien

In Frankfurt sind die Wohnungspreise so hoch wie nie

Wer in Frankfurt eine Wohnung kaufen wollte, musste 2018 deutlich tiefer in die Tasche greifen als im Vorjahr. Vergleichsweise niedrig waren den Preise im Westen und Nordwesten der Stadt.

Frankfurt - Die Preise für Eigentumswohnungen in Frankfurt sind im vergangenen Jahr erneut stark gestiegen. Eine Wohnung kostet nach Zahlen des Gutachterausschusses für Immobilienwerte, der alle Kaufverträge auswertet, nun im Schnitt 4830 Euro pro Quadratmeter, sechs Prozent mehr als 2017. Die Spanne ist groß. Etwa 100 Wohnungen wechselten im vorigen Jahr für mehr als 10 000 Euro pro Quadratmeter die Eigentümer. Zugleich wurde etwa dieselbe Zahl an Wohnungen für Preise von weniger als 2000 Euro pro Quadratmeter verkauft.

Neue Wohnungen werden nach den am Donnerstag im städtischen Planungsdezernat präsentierten Zahlen inzwischen im Schnitt sogar für 6130 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Das sind 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Meist sehr teure Penthouse- und Maisonette-Wohnungen sind in diese Zahl noch nicht einmal eingerechnet.

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Sehr teuer sind auch bestehende Eigentumswohnungen im Zentrum der Stadt und den innenstadtnahen Stadtteilen. Im Westend kostete eine Wohnung mit Baujahr vor 1950 im vergangenen Jahr im Schnitt 9200 Euro, im Nordend 6210 Euro, im Bereich Gutleut, Gallus 5600 Euro pro Quadratmeter. Noch vergleichsweise günstig ist es im Westen und Nordwesten Frankfurts sowie in Fechenheim.

Kaum Häuser zu haben

Die Zahl der verkauften Eigenheime ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. In ganz Frankfurt wechselten 414 die Eigentümer. Gerade einmal zehn neue Einfamilienhäuser kamen auf den Markt, 2008 waren es noch 107 gewesen. Die Preise steigen stark. Für ein bestehendes Reihenmittelhaus der Jahrgänge ab 2000 zahlten Käufer im vergangenen Jahr im Schnitt 654 000 Euro. Im Jahr 2016 hatte der Preis noch bei 495 000 Euro gelegen. Freistehende Einfamilienhäuser in Frankfurt sind mit etwa 860 000 Euro mehr als doppelt so teuer als im Schnitt für Hessen-Süd. Ein Ende des Preisanstiegs ist nach Einschätzung von Michael Debus, dem Vorsitzenden des Gutachterausschusses, noch nicht in Sicht.

Kaum jemand verkauft

Die Nachfrage an Wohnungen und Eigenheimen in Frankfurt ist sehr hoch, das Angebot knapp, die Zinsen sind immer noch niedrig. Kaum jemand verkaufe in Zeiten mangelnder Anlagealternativen und steigender Preise, sagte Debus. Große Teile der Bevölkerung fänden in Frankfurt keine für sie bezahlbare Wohnung mehr. Diese wichen zunehmend ins Umland aus.

Mehrfamilienhäuser im Europaviertel.

Auch die Entwicklung der Baulandpreise gibt wenig Grund zur Hoffnung. Grundstücke für Mehrfamilienhäuser wurden im vergangenen Jahr im Schnitt für 1720 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Das ist ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. In der Spitze wurden mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter gezahlt.

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Die Stadt habe auf die Entwicklung des Immobilienpreises letztlich keinen Einfluss, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Sie versuche aber, das Mietniveau wenigstens auf dem bisherigen Stand zu halten. Dazu werde sie noch stärker auf genossenschaftliches Wohnen setzen und eine vorausschauende Bodenpolitik betreiben. Damit die Mieten im Vergleich zu den Haushaltseinkommen nicht noch teurer werden, brauche man aber auch eine andere Lohn- und Rentenpolitik, sagte Josef. Er wies auf Zahlen der Stadt hin, nach denen die Einkommen in Teilen der Stadt in den vergangenen Jahren im Schnitt real sogar sanken.

von Christoph Manus

Info: weniger Verkäufe

Wohnimmobilien im Gesamtwert von 2,73 Milliarden Euro sind nach Zahlen des Gutachterausschusses für Immobilienwerte im vergangenen Jahr in Frankfurt verkauft worden. Damit lag der Umsatz gut 200 Millionen Euro niedriger als 2017. Die Preise stiegen, die Zahl der Transaktionen ging aber deutlich zurück.

3537 Eigentumswohnungen wechselten im Schnitt für 4830 Euro pro Quadratmeter die Eigentümer. Das ist ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zu 2017. Im Jahr 2008 lag der Schnitt noch bei 2160 Euro pro Quadratmeter.

Die relativ teuerste Wohnung wurde für 16 200 Euro pro Quadratmeter verkauft. Absolut am teuersten war eine Immobilie für 4,5 Millionen Euro.

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