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Brigitte Maucolin motiviert das Katzenmädchen Bazic zum Spielen auf dem Laufrad.

Tierschutz

Frankfurter Katzenschutzverein: Aktuell warten 20 heimatlose Tiere auf ein neues Zuhause

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Erstmals seit 20 Jahren beherbergte der Frankfurter Katzenschutzverein im vergangenen Jahr weniger Stubentiger. Dennoch warten 20 Samtpfoten derzeit auf ein neues Zuhause und zeigen sich bei einem Besuch von ihrer schmusigen und spielerischen Seite.

Frankfurt - Lisa ist eine aufgeweckte, zehnjährige Katze, die gerne schmust und spielt. Mit einem freundlichen „Miau“ begrüßt die Samtpfote Brigitte Maucolin, als sie den Raum betritt. Seit 2001 leitet sie das Oberräder Tierheim für Katzen im Speckweg 4, engagiert sich seit 1996 für den Frankfurter Katzenschutzverein, dem Träger der Einrichtung. Dieser wurde 1964 gegründet und ist als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt.

„Im Moment leben 90 Katzen auf dem Gelände“, sagt Maucolin und fügt hinzu: „Die wenigsten sind wie Lisa in der Vermittlung.“ Das Tierheim für Katzen, das erst drei Jahre nach Vereinsgründung im Jahr 1967 eröffnet wurde, hat dort auch ein Gehege für sogenannte wildlebende Hauskatzen, das 840 Quadratmeter groß ist. Die Tiere leben dauerhaft auf dem Gelände. Außerdem gibt es eine WG für alte Samtpfoten, die ebenfalls dort bis zu ihrem Ableben eine Bleibe haben. Für Katzenmütter mit ihrem Nachwuchs gibt es ein „Mutter-Kind-Haus“. Außerdem hat das Tierheim eine Quarantäneabteilung für jeden Neuzugang. Und natürlich die Räume, in denen die Stubentiger wohnen, die vermittelt werden sollen. Und das sind aktuell 20 Katzen ab einem Alter von 6 Monaten.

Nur Wohnungskatzen

„2018 hatten wir so wenige Katzen in der Vermittlung wie seit 20 Jahren nicht mehr“, freut sie Maucolin. „Wir vermitteln ausschließlich Wohnungskatzen und grundsätzlich nicht als Einzeltiere“, erzählt sie weiter. Es komme öfters vor, dass Interessenten nur nach Babykatzen fragten und dann auch nur eine nehmen wollen. „Jungtiere hatten wir 2018 so gut wie keine, und nur wenige Katzen möchten als Einzelkatze gehalten werden. Das ist die absolute Ausnahme“, weiß sie.

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In den beiden Räumen, in denen Lisa und ihre Artgenossen auf neue „Dosenöffner“ warten, ist das Essen für sie auf Tellern angerichtet. Das Nassfutter weckt zwar das Interesse der Katzen – Futterneid kennen die Miezen aber nicht. Ganz im Gegenteil. Wer möchte, der frisst, viele aber bevorzugen noch ein erholsames Nickerchen in ihren Körbchen, auf dem Schrank oder auf dem Kratzbaum. Oder sie beäugen die Menschen, die sich in den Räumen bewegen.

Vermittlung von 20 Katzen

Auch das Interesse von Lisa ist geweckt – es gibt Streicheleinheiten von Brigitte Maucolin, bevor die Katzendame an einen der Teller geht und probiert. Lisa gibt es nur als Dreierpack. „Sie wurde mit Cindy und Hexe bei uns abgegeben“, sagt die Tierheimleiterin. Die drei gehörten zusammen. Hexe hat schwarzes Fell und ist die Schwester von Lisa. Cindy ist ebenfalls getigert und vier bis fünf Jahre jünger als die beiden Geschwister. Alle drei sind verschmust und verspielt. Eben ein Trio, dass seinen möglichen neuen Besitzern viel Freude bereiten wird.

Der Arbeitstag von Brigitte Maucolin beginnt täglich um 6 Uhr. Die anderen aus dem Team starten zwei Stunden später. Zur Arbeit gehört es nicht nur, den Tieren Futter zu geben und die Katzentoiletten zu säubern, sondern auch mit den Tieren zu spielen und zu schmusen. Das Ziel ist, die Katzen wieder in ein schönes Zuhause zu vermitteln, in dem ihnen mit Liebe und Achtung begegnet wird.

Gut vernetzt

Einen etwas längere Weg in die Mainmetropole hat Bazic zurückgelegt. Das sechs Monate alte, zierliche Katzenmädchen kommt aus Moskau. „Wir arbeiten mit verschiedenen Tierschutzprojekten auch aus dem Ausland zusammen“, sagt die Tierheimleiterin. Bazic hat es sich in einem Laufrad gemütlich gemacht und döst vor sich hin. Die Ruhe währt nicht lang, denn als Brigitte Maucolin mit einem mit Federn besetzten Spielzeug kommt, ist Bazic putzmunter und versucht es zu fangen. Das Laufrad setzt sich in Bewegung und ganz nebenbei gibt es ein wenig Frühsport für das junge Kätzchen, das mit großer Begeisterung die Federn jagt.

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