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Eine Lehrerin bedient in einer Schulklasse ein Tablet. Das gehört zum digitalen Unterricht.

Medien-Ausstattung

Magistrat startet einjährigen WLAN-Modellversuch an Frankfurter Schulen

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Lange wurde in Frankfurt über WLAN an den Schulen diskutiert. Doch wie sind Frankfurts Bildungseinrichtungen eigentlich mit Computern, Laptops und Tablets ausgestattet? Ein Bericht des Magistrats bringt Licht ins Dunkel.

Ein Computer mit einem Internetanschluss gehört heutzutage zum Leben dazu. Doch der richtige Umgang damit will gelernt sein. Um so wichtiger ist es, Kinder möglichst früh mit Computern in Berührung zu bringen – so zumindest sieht es der Magistrat. Die Kinder und Jugendlichen sollen den Anschluss nicht verlieren und möglichst gut auf die spätere Berufswelt vorbereitet werden. Aktuell steht die Entscheidung der Eltern der Viertklässler an, auf welche weiterführende Schule ihr Kind gehen soll. 

Deshalb berichtet er Jahr für Jahr an die Stadtverordneten, wie sich das zahlenmäßige Verhältnis von Kindern und Jugendlichen zu Computern mit Internetzugang an den Frankfurter Bildungseinrichtungen gestaltet und wie sich diese Quote im Vergleich zum Vorjahr geändert hat. Das geht auf einen FDP-Antrag aus dem Jahr 2008 zurück. Der aktuelle Bericht von Ende Januar zeigt, dass mittlerweile jede der 144 Einrichtungen von Kita Frankfurt mit einem Rechner für die Leitung, einem für die Stellvertretung, zwei Computern für die Mitarbeiter sowie einem Notebook ausgestattet ist. Somit könnten alle Einrichtungen etwa auf die elektronische Zeiterfassung zugreifen oder sich auf die Arbeit mit den Kindern vorbereiten. Hinzu kommen Computer für den pädagogischen Bereich. 17 städtische Kinderzentren seien mit vier bis neun – je nach Raumkapazität – Multimedia-Computern inklusive Internetzugang ausgestattet. Insgesamt seien 130 PCs im Einsatz – drei mehr als noch im Vorjahr. Die Computer in den Medien-Kinderzentren würden zunächst der eigenen sowie den umliegenden Einrichtungen zur Verfügung stehen. Zusätzlich würden in den Medien-Räumen Bildungsangebote für alle Hortkinder von Kita Frankfurt über das Kita-Bildungsnetz zum Erwerb von Medienkompetenz stattfinden.

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Zwei Kinderzentren in Frankfurt werden jährlich zu Medien-Schwerpunkten ausgebaut

Die ursprüngliche Planung, ab 2016 jährlich zwei weitere Kinderzentren zu Medien-Schwerpunkten auszubauen, werde eingehalten. Die Finanzierung dieser Maßnahme ist für 2019 gesichert. Als Pilotprojekt sei 2015 ein Kinderzentrum mit Tablet-PCs ausgestattet worden; aktuell befinden sich 20 Tablets im Einsatz. Ein weiteres Kinderzentrum plant den Einsatz von Tablets, das Projekt befindet sich aktuell in der Prüfungsphase. Zudem rotieren 13 Notebooks in den städtischen Kinderzentren für die Durchführung eigener Medien-Angebote.

In den drei Kinderzentren mit integrativem Schwerpunkt stehen insgesamt sechs voll-integrative Arbeitsplätze sowie zwei Notebooks für die Arbeit von Kindern mit geistiger oder körperlicher Benachteiligung zur Verfügung. In dem Bericht heißt es dazu außerdem: „Es wird geschätzt, dass in rund 90 Prozent der Kinderzentren eigene Geräte ohne Internetanschluss für den spielerischen Umgang mit Hard- und Software verwendet werden.“

In den Schulen gibt es ebenfalls immer mehr Rechner. Derzeit werden rund 19 173 Geräte im pädagogischen Bereich eingesetzt. Daraus ergibt sich eine Computerquote von 4,70 (Anzahl Schüler geteilt durch Anzahl Rechner). In dem Bericht heißt es: „Im nationalen und internationalen Vergleich halten die Schulen in städtischer Trägerschaft bereits seit mehreren Jahren und auch unter den aktuellen Entwicklungen eine gute Position bei der rechnerischen Betrachtung von Gerätezahlen.“ Die Schulen mit noch mehr Computern auszustatten, darin werde keine Notwendigkeit gesehen. Viel eher müsse man schauen, ob in den Schulen auch mit mobilen oder privaten Geräten gearbeitet werden kann.

Pilotschulen für WLAN-Modellversuch in Frankfurt sind ausgesucht

Genau das soll ja nun nach monatelangen Diskussionen passieren. Denn während es in vielen Städten und Kreisen im Rhein-Main-Gebiet einen öffentlichen drahtlosen Zugang zum Internet gibt, sucht man das „Wireless Local Area Network“, kurz WLAN genannt, in den Bildungsstätten der Mainmetropole immer noch vergebens.

Jüngst hat die schwarz-rot-grüne Römer-Koalition jedoch einen Modellversuch beschlossen. 14 Pilotschulen werden zwischen städtischem WLAN mit oder ohne Passwort wählen können. Hinzu kommen 15 Schulen, die sich einen privaten Anbieter suchen können. Der Modellversuch soll ein Jahr dauern. In ihrer Januar-Sitzung haben die Frankfurter Stadtverordneten ihre Zustimmung dazu gegeben. Derzeit wird das Pilotprojekt vorbereitet.

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