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Stadtgeflüster 

Marc Jung ist Feuer und Flamme für die Kunst

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Marc Jung ist sehr gefragt. Skandalrocker Axel Rose und Rammstein sind nur einige, die den "nächsten deutscher Malerfürst" beauftragen wollten.

Frankfurt - Skandalrocker Axel Rose , Sänger bei den Legendären „Guns’nRoses’ und Aushilfsweise bei den nicht minder legendären Australiern „AC/DC“, hat vier seiner Bilder. Er hat in Berlin eine Etage des Berliner Quartiers des Sozialen Netzwerks „Facebook“ gestaltet. Und die Mannen von „Rammstein“ wollten, dass Marc Jung das Cover ihrer neuesten Silberplaste gestaltet. Doch sie zogen dann aber ihre Anfrage zurück. „Es hieß, dass sie sich für etwas Konservativeres entschieden hätten“, so der 33-Jährige Erfurter. Sie werden eben auch älter, die Jungs von „Rammstein“.

Zurzeit ist Jung, der als „nächster deutscher Malerfürst“ (so stand in der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ zu lesen) gehandelt wird, in Frankfurt zu Gast. Und im Gepäck hat er etliche seiner Bilder, die noch bis 22. März in der Galerie Lachenmann an Hinter der Schönen Aussicht 9 unter der Überschrift „Ultrapremium“ zu sehen sind.

Seine Werke tragen Titel wie „Reiss die Beute nur im Schatten“, „Du warst ein Unfall, Brudi“ oder „Die Wirtschaftsweisen“. Dieses Bild zeigt vier Wesen, die ein wenig an die Band „Village People“ erinnern und keinerlei Assoziationen zu Geschäftsleuten wecken. „Ich sammle Zitate aus dem alltäglichen Gebrauch, aus Songtexten, von der Straße oder aus der Werbung“, sagt Jung. Die inspirieren ihn.

Jung, der viermal Mitteldeutscher Meister im Ringen war, malt schon seit seiner frühen Jugend. Aber: „Künstlersein, das war nicht mein großer Plan.“ Erst das Auslandssemester, dass er in Wien bei Professor Daniel Richter absolvierte, öffnete ihm sozusagen die Augen, zeigte ihm, dass die Malerei, die Kunst, genau das Richtige für ihn ist.

„Beim Durchblättern der Skizzenbücher hat es bei mir ,Klick’ gemacht“, erinnert er sich an den ausschlaggebenden Moment damals. Der Jugendliche Marc Jung sprühte gern Graffiti. Das blieb nicht ohne Folgen. „Einen Tag vor unserer Abifahrt wurde ich von der Polizei erwischt und festgenommen“, erzählt er. Ein Ereignis, das einen Wendepunkt markierte. „Das war gut für mich, denn so kam ich in die legale Malerei.“ Als Schüler träumte er von einer Karriere als Koch oder Hotelchef. Eins war ihm allerdings ziemlich schnell klar. Obwohl in seiner Sportart so richtig gut war, entschied er sich gegen eine Laufbahn als Profi.

Sport hat Marc Jung geholfen stark zu werden

Doch der Sport an sich habe ihn gut getan. „Auch, weil es eine Einzelsportart ist“ und viel Disziplin verlangt. „Im Training war ich immer der Kleinste und musste viel einstecken.“ Das formte ihn und seinen Charakter und somit seine Kunst. Und noch etwas kommt dazu: „Wenn du im Ringen gut bist, dann bist du überall gut.“ In jedem Sport, meint der Mann, der heute noch, wenn er Zeit hat, mit seinen Kumpels Basketball spielt.

Kunst sei für ihn wie der Trichter eines überdimensionalen Fleischwolfs, der den täglichen Wahnsinn aufsaugt und ihn verwurstet, schildert Jung, was Kunst für ihn bedeutet. Seinen Stil bezeichnet er als „figurativen, postabstrakten Expressionismus“. Er studierte freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar bei Professorin Elfi Fröhlich und Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien – eben bei Professor Daniel Richter. Zudem war er Meisterschüler an der Akademie der Bildenden Künste Dresden bei Professor Wolfram Adalbert Scheffler . Trotz dieses Fundaments sei er immer noch ein Suchender. „Ich suche immer noch danach, was mein Ding ist“, erzählt der Fan von Werder Bremen. „Die waren damals in den 90ern Underdogs“ und ihm deshalb sympathisch.

Heute noch habe er einen Ordner im Computer, der den Namen „Auf dem Weg zur Malerei“ trägt. Oft schreibe er den Namen der Bilder zuerst auf die Leinwand, „und viel ergibt sich dann auf der Reise“, wie er das Arbeiten an einem Bild bezeichnet. Frankfurt ist für den Erfurter kein unbekanntes Pflaster. „Vor gut vier Jahren habe ich beim Kunstverein Familie Montez“, erinnert sich Marc Jung, der alle Hände voll zu tun hat. Schließlich stehen noch etliche Ausstellungen auf dem Plan. Unter anderem eine in Berlin und eine in Ravensburg. „Dafür muss ich noch ein paar Bilder malen.“ Auch da hilft Disziplin.

(es)

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