Bildungsdezernentin beschreibt Aufgaben

Neue Frankfurter Grundschulen werden ganz anders als bisher

Der Magistrat hat gestern die neuen Planungsrahmen für die Grundschulen beschlossen. Es soll ein Aufbruch in moderne Schularchitektur sein und eine Öffnung in den jeweiligen Stadtteil.

Frankfurt - Das neue Modellflächenprogramm für Neubauten von Grundschulen soll „ein wichtiges Signal an Eltern und Lehrkräfte sein“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) zum Magistratsbeschluss am Freitag. Die Grundschulen, die in Frankfurt zukünftig gebaut werden, „werden den heutigen Aufgaben einer modernen Pädagogik gerecht und erfüllen sowohl die Anforderungen an moderne Didaktik als auch an inklusive Bildung und den Ganztag“. Weber ist sich sicher, dass die neuen Frankfurter Grundschulen Orte sein werden, „an denen sich Kinder wohlfühlen und an denen Lernen Spaß machen wird“.

Stadt Frankfurt wird elf neue Grundschulen bauen

Mit der aktuellen Beschlusslage kann der Ganztag und der Betreuungsbedarf von Kindern an den neuen Grundschulen vollständig abgebildet werden. Das ist deshalb relevant, weil die Bundesregierung plant, zum Jahr 2025 einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Grundschulkinder zu formulieren. „Diesem Anspruch tragen wir mit dem Planungsrahmen Grundschule bewusst Rechnung“ freut sich die Dezernentin.

Die maximale Quadratmeterzahl sei nun verbindlich beschlossen worden. Neu sei jedoch, dass die Schulgemeinden selbst überlegen müssen, wie sie die Aufteilung für die Unterrichtsbereiche, die Gemeinschaftsbereiche, die Fachunterrichtsbereiche und die Team- und Verwaltungsbereiche vornehmen wollen. Für eine vierzügige Grundschule mit 25 Kindern pro Klasse bedeute das zukünftig eine Programmfläche von 3297 Quadratmeter, die entsprechend beplant werden müssen.

„Jede Schule hat ihr eigenes Profil und ihre eigenen Schwerpunkte, die in der Architektur abgebildet werden müssen. Unser neuer Planungsrahmen erlaubt diese Flexibilität und bietet für unterschiedliche pädagogische Herangehensweisen die entsprechenden räumlichen Lösungen an“, sagte Weber.

Elf neue Grundschulen wird die Stadt in den nächsten Jahren bauen und eröffnen. Und weil sich Bildung und Unterricht verändert haben, brauchen sie andere Raummodelle. Gruppen und Klassenräume sind zukünftig in Lernlandschaften integriert, die eine ausdifferenzierte Mitte oder eine Art Marktplatz haben. Das jeweilige Raummodell richtet sich nach dem pädagogischen Konzept der kombinierten Wohn- und Schulgebäude, gemeinsame Nutzung von Freiraum, Plätzen und öffentlichen Grünflächen werden an den neuen Schulen möglich“, erläuterte Stadträtin Weber.

Unten eine Grundschule – oben Wohnungen

Der Planungsrahmen wurde durch das büroschneidermeyer Köln/Stuttgart am Beispiel der Grundschule im Schönhof-Quartier unter Mitwirkung der städtischen Ämter, des Staatlichen Schulamtes, der Schulleitung der Römerstadtschule und der Nassauischen Heimstätten sowie der Firma Instone und der ABG entwickelt. Es wird die erste Schule in Frankfurt sein, die als Hybrid realisiert wird, mit einer Grundschule im Erdgeschoss und Wohnungsbau in den darüber liegenden Stockwerken.

Die Gebäude werden so konzipiert sein, dass sie sich in den Stadtteil einfügen und ihre Räume zur Nutzung für Kooperationspartner oder Bürger öffnen.

(ffm)

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