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Tempo 30 für ganz Frankfurt?

Radikale Verkehrsberuhigung

Nur noch Tempo 30 in der Frankfurter Innenstadt? Alle sind dafür, nur eine sträubt sich

In der Frankfurter Innenstadt soll künftig höchstens Tempo 30 gefahren werden. Der Verkehrsausschuss des Römers findet's gut - nur die IHK nicht.

Frankfurt - Der Magistrat will in der Innenstadt eine weitläufiges verkehrsberuhigtes Geschäftsgebiet einführen, so wie es ihn auf der Kaiser- und Friedensstraße schon gibt. 

Dort wurden Parkplätze für den Lieferverkehr eingerichtet, Ampeln abgeschaltet, Radwege auf den Bürgersteigen zu Gehwegen umgewidmet und mehr Platz für die Außengastronomie geschaffen. Schilder weisen auf die Tempobeschränkung hin. Außerdem gilt rechts vor links.

Verkehr in Frankfurt: Tempo 30 in der ganzen City

„Im gesamten Gebiet der Innenstadt sollen einheitliche Regeln gelten“, begründete Martin Daum, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Römer, den Antrag der Koalition, der dem Bericht zugrunde liegt. Die Fußgänger bekämen mehr Platz; der Wirtschaftsverkehr erhalte mehr Parkplätze; die Außengastronomie nehme zu. Die Radfahrer würden bei Tempo 30 im Verkehr mitschwimmen. „Ich kann nicht verstehen, was die Industrie- und Handelskammer dagegen hat“, sagte er.

Tempo 30 Innenstadt Frankfurt

Die IHK Frankfurt lehnt Tempo 30 in der Innenstadt ab und wehrt sich dagegen, dass der Autoverkehr weiter reglementiert wird. Zu den Tempo-30-Plänen hat sie einen Brief an den Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) verfasst. „Eine solche Maßnahme ist völlig unabhängig von einer Tempo-30-Zone sinnvoll und geboten“, heißt es darin. „Die Einrichtung ist überflüssig, weil in der Innenstadt schon jetzt nicht schneller gefahren werden kann als Tempo 30“, sagte auch die FDP-Fraktionsvorsitzende Annette Rinn und schlug sich auf die Seite der Wirtschaftsvertreter.

Das Thema Verkehr wird in Frankfurt heißt diskutiert. Auch für den Alleenring gibt es radikale Ideen.  Auch das Thema Tempo 30 ist nicht neu, schon vor einem Jahr wurde darüber diskutiert. 

Tempo 30 in der Innenstadt: Kampf gegen den Dauerstau

„Der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich macht ein gleichberechtigtes Miteinander möglich, das hat das Beispiel Kaiserstraße gezeigt“, sagte hingegen Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion. Die Kritik der IHK erinnere ihn an die Sperrung der Hauptwache für den Autoverkehr. Damals sei in der Debatte ein Dauerstau in der Innenstadt heraufbeschworen, heute fänden die Sperrung alle gut.

„Wir wollen die Innenstadt dem Zeitgeist anpassen; das ist, was man von uns erwartet“, sagte Chris Heimpel aus der SPD-Fraktion. Die Sperrung des nördlichen Mainufers ab August sei der nächste logische Schritt. „Wir erwarten, dass der Magistrat den Bericht zum verkehrsberuhigten Geschäftsbereich zügig umsetzt“, sagte er.

Verkehr in Frankfurt wird kontrovers diskutiert

Die IHK räumte wiederum ein, dass die Ablehnung erst nach einer kontroversen Diskussion getroffen wurde. Unterschrieben wurde der Brief an den Stadtrat dennoch von führenden Vertretern der Frankfurter Wirtschaftslobby: Joachim Stoll, Sprecher der Frankfurter Einzelhändler; Eduard M. Singer, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hessen; Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main; Tatjana Steinbrenner, Präsidentin des Handelsverbands Hessen Süd.

Von Florian Leclerc

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