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Das alte Empfangsgebäude am Ostbahnhof ist marode. Er soll einem achtgeschossigen Gewerbebau samt Hotel weichen.

Umgestaltung

Frankfurt: Ostbahnhof muss achtgeschossigen Neubau weichen

Der Ostbahnhof wird täglich von etwa 16 000 Reisenden benutzt. Ihnen bietet sich bislang ein trauriges Bild: Das Gebäude verfällt zusehends. Nun steht ein Zeitplan für Abriss und Neubau. Der Bau der nordmainischen S-Bahn steht dem nicht im Weg.

Frankfurt - In voraussichtlich zwei bis drei Jahren wird der Ostbahnhof einem Neubau weichen. Wie das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf Anfrage mitteilt, möchte sie das derzeit noch der Bahn gewidmete Gelände „in Kürze“ freistellen. Erst dann kann der Eigentümer, der Hamburger Projektentwickler Evoreal, dort mit einer Bebauung beginnen.

Die Evoreal, die die Liegenschaft im Sommer 2016 gekauft hat, möchte das marode Empfangsgebäude und das alte Wärterhäuschen am Danziger Platz abreißen. Sie plant, dort ein achtgeschossiges Gebäude mit Gewerbe und einem Hotel zu bauen. Für die Planung sei das Frankfurter Architekturbüro MSM zuständig. Noch warte das Unternehmen darauf, dass das EBA das Grundstück umwidmet, sagt Geschäftsführer Frank Stern. Sobald das Okay vorliegt, soll der Abbruch beantragt und ein Bauantrag gestellt werden. Stern rechnet damit, dass der Neubau dann in zwei bis drei Jahren fertiggestellt werden kann.

Bescheid erlassen

Ein Antrag auf Freistellung des ehemaligen Empfangsgebäudes am Ostbahnhof liege dem Eisenbahn-Bundesamt seit Juni 2018 vor, sagt EBA-Sprecher Moritz Huckebrink. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger sei erfolgt, Einwände gegen die Entwidmung von Bahnbetriebszwecken seien nicht erhoben worden. Das Amt plane deshalb, den Bescheid demnächst zu erlassen. Der Bebauungsplan von 1966 sieht an dieser Stelle bisher nur ein Bahnhofsgebäude vor, sagt der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert. Für eine Neubebauung müsse aber nicht zwangsläufig ein neuer Plan aufgestellt werden. Denkbar sei ein Mischgebiet, da das Areal des Bahnhofsgebäudes von einem Mix aus Gewerbe und Wohnen umgeben sei. Ob sich eine künftige Bebauung an der Höhe der umliegenden Gebäude orientieren müsse, konnte Gellert nicht sagen. Bei einer Info-Veranstaltung anlässlich eines Neubaus in Bremen hat Evoreal im vergangenen Jahr erste Entwürfe vorgestellt. In diesen hat das Architekturbüro MSM ein mehrgeschossiges Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 20 000 Quadratmeter bei einem Volumen von rund 60 Millionen Euro entworfen. Die Projektlaufzeit ist mit 2017 bis 2021 angegeben.

Mit Bahn abgestimmt

Der Bau der nordmainischen S-Bahn, die unter dem Danziger Platz hindurchführen soll, sei kein Grund für eine Verzögerung, sagt Geschäftsführer Frank Stern. Die Evoreal habe sich bereits mit der Deutschen Bahn abgestimmt, wie das Vorhaben unabhängig von der geplanten neuen Strecke nach Hanau realisiert werden kann. Für das Großprojekt ist auf dem Vorplatz des Ostbahnhofs eine tiefe, offene Baugrube nötig. Evoreal möchte die Arbeiten am Neubau jedoch vorher abschließen.

Mit der Bebauung des Ostbahnhofs beschäftigt sich auch der Ortsbeirat 4 in seiner kommenden Sitzung am Dienstag, 12. Februar. Sie beginnt um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Bornheim. Die FDP fragt in einem Antrag, wann das marode Gebäude angegangen wird. Die Fraktion sieht dringenden Handlungsbedarf.

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