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Schicke Fassade, aber kalte Klassenzimmer: Durch den Fehler in der Technik des Passivhauses kühlten die Temperaturen auf null Grad ab.

Fehler in der Gebäudetechnik

Schüler am Gymnasium Riedberg hatten kältefrei bei 14 Grad

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Für die Schüler des Gymnasiums Riedberg war es der perfekte Start in die Woche – sie hatten kältefrei. Wegen eines Fehlers in der Gebäudetechnik öffneten sich in der Nacht zum Montag die Fenster, die Schule kühlte auf null Grad ab, die Schüler wurden nach Hause geschickt.

Frankfurt - Schulleiter Helmut Kühnberger nahm es mit Humor. „Wir hatten eine kleine Eiszeit. Unsere Schule dachte eben, es sei schon Sommer“, sagte Kühnberger gestern Nachmittag. Zu dieser Zeit musste man in der Schule nicht mehr frieren. Ganz anders erging es da dem Schulhausverwalter, als er am frühen Montagmorgen die Türen aufschloss und von einer Eiseskälte empfangen wurde. Gerade einmal null Grad zeigt das Thermometer in den Fluren und Klassenzimmern. Über Nacht hatten sich die Fenster des Gymnasiums an der Friedrich-Dessauer-Straße geöffnet, das Gebäude kühlte aus.

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Wie konnte das passieren? „Es gab einen Fehler in der Technik, das Gymnasium ist ein Passivhaus-Gebäude, das elektronisch gesteuert wird“, erklärte Kühnberger. Und genau dort sei „irgendetwas schiefgelaufen“. Normalerweise öffnen sich die Fenster für die sogenannte Nachtkühlung nur, wenn es am Tag sehr heiß war und das Gebäude entsprechend aufgeheizt ist. Also im Sommer. Es ist aber noch Winter, auch wenn die Temperaturen bereits in Richtung Frühling zeigen. Zudem schließen die Fenster morgens um sieben Uhr wieder, doch auch das war nicht der Fall.

Fehler am Gymnasium Riedberg von Techniker behoben

„Da scheint die Technik irgendetwas mit den Jahreszeiten durcheinander gebracht zu haben“, musste der Schulleiter selber etwas schmunzeln. Wie es dazu kam, dazu konnte und wollte er nichts sagen. Zumal er kein Techniker sei. Der habe aber mittlerweile den Fehler behoben. Ein Fehler, den Kühnberger, seit 2009 Schulleiter, 2013 wurde das Gebäude bezogen, bislang noch nie erlebt hatte. „Sonst lief eigentlich immer alles glatt mit der Technik“, sagt er.

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1 400 Schüler besuchen derzeit das Gymnasium Riedberg, die meisten von ihnen wurden gestern direkt nach Hause geschickt oder waren bereits vorab per Mail informiert worden. „Da war die Freude groß. Es war der perfekte Start für sie in die Woche“, sagt Helmut Kühnberger. Nur die Jüngsten, die 360 Schüler der fünften und sechsten Klassen, mussten bleiben. Sie konnten in der Aula betreut werden, denn dort blieben die Fenster geschlossen, es musste nicht gefroren werden. Unterrichtet wurden aber auch sie nicht, stattdessen gab es einen gemeinsamen Ausflug in den benachbarten Kätcheslachpark. Bei angenehmen 14 Grad und blauem Himmel. Statt null Grad. Und im Anschluss gab es ein warmes Mittagessen in der Mensa.

„Kurz und knapp zusammengefasst war es ein wirklich toller Montag“, sagt Kühnberger und lacht. Vor allem für die Schüler. Für die Lehrer hingegen sei solch ein ausgefallener Schultag alles andere als ein Segen. Vielmehr bedeute er zusätzliche Organisation.

Klassenarbeiten müssen wegen offenen Fenstern verschoben werden

„Es sollten ja auch Klassenarbeiten geschrieben werden. Das muss jetzt alles neu geplant werden. Aber auch das schaffen wir“, weiß Kühnberger, dass es schlimmere Dinge als einen Systemfehler und kalte Klassenzimmer gibt. Zumal morgen alles wieder nach Plan laufen soll. Die Technik funktioniere wieder, die Sonne würde die Räume wieder aufheizen. „Die Restwärme steuern dann am Dienstag die Schüler bei“, hat Schulleiter Kühnberger keinen Zweifel daran, dass man sich ab heute wieder ohne Schal, Handschuhe und dicke Winterjacke im Gebäude aufhalten kann. „Das braucht bei den Temperaturen doch wirklich niemand“, sagt er.

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