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Opernsängerin Anna Maria Kaufmann rockt jetzt – unter anderem mit Mat Sinner (links) und Andy Scott von Sweet.

Stadtgeflüster

Statt Arien singt Opernsängerin Anna Maria Kaufmann jetzt Rocksongs

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Sopranistin Anna Maria Kaufmann überzeugt durch ein breitgefächertes Repertoire - auch Rock kann sie.

Frankfurt - Musik ist ihr Leben. „Wenn man Musik in seinem Herzen hat, ist man immer sicher und es ist eine Stütze im Leben.“ Das sagt eine Frau, die es wissen muss. Schließlich dominieren Noten und Harmonien ihr Dasein. Im Laufe ihrer Karriere, die nun schon seit einigen Jahrzehnten währt, bewegte sie sich zwischen Musical, Operette und Pop. Nun entert Sopranistin Anna Maria Kaufmann  auch die Rockbühnen dieser Welt. Die Kanadierin geht im Jubiläumsjahr der Veranstaltungsreihe Rock Meets Classic auf Tournee. Zur Erinnerung: 1990 gelang der heute 54-Jährigen mit einer einzigartigen Darbietung der „Christine“ im Musical-Klassiker „Phantom der Oper“ an der Seite des unvergessenen Peter Hofmann  der internationale Durchbruch.

Seitdem überzeugt die Ausnahmekünstlerin mit einem breitgefächerten Repertoire. Am 3. März macht der Rock-Tross in der Jahrhunderthalle Halt. „Gemeinsam mit echten Rock-Legenden spiele ich Rock-Klassiker im klassischen Gewand und bin schon jetzt sehr aufgeregt, mit solch großen Künstlern wie Ian Gillian  von Deep Purple, Kevin Cronin  von REO Speedwagon und Mike Reno  von Loverboy die Bühne zu teilen“, sagt Anna Maria Kaufmann, die vor Kurzem bei einer Frankfurter Freundin zu Gast war. Die Fans von „Rock meets Classic“ können sich auf „eine rockigere Version von ,Phantom der Oper’ freuen“, kündigt sie an. Außerdem wird sie „Nothing else matters“ von Metallica singen. „Ich werde auch noch ein drittes Lied machen, aber das muss ich noch aussuchen“, sagt sie.

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Dabei ist Rockmusik für Anna Maria Kaufmann nichts Fremdes. Es gab auch in der Vergangenheit keine Berührungsängste. Immer wieder mal kam sie der Rockwelt nahe. Mit Joey Tempest , Sänger der Band „Europe“, hat sie vor mehr als 20 Jahren schon den Song „Running with a Dream“ aufgenommen, das Lied zur Fußballweltmeisterschaft 1998. Und ihre „Rockwurzeln“ reichen noch weiter zurück. „Als Kind hatte ich eine eigene Band“, erinnert sie sich. „Ich wollte immer schon Sängerin sein“, berichtet sie und nennt Barbra Streisand  als ihr erstes Vorbild. „Sie hat immer ihr Ding gemacht“, sagt Kaufmann. „Dann gab es da noch die Gruppe ,Heart’ mit ihrem Song ,Dreamboat Annie’. Meine Freunde haben mich damals so genannt“, erinnert sie sich. „Heart“ hat sie in ihr musikalisches Herz geschlossen und wird ihren Song „Alone“ aufnehmen, der auf ihrer neuen CD enthalten sein wird. Inspiriert sei die Silberplatte durch Peter Hofmann und auch, dass sie mit „Rock meets Classic“ auf Tour gehe, sei „irgendwie ihm“ zu verdanken. „In der Zeit vor ,Phantom der Oper’ nahm er Rocksongs auf und er war sehr erfolgreich.“ Während der ,Phantom’-Zeit habe sie mal mit ihm darüber gesprochen, was er davon hielte, wenn sie mal Rock machen würde. Inzwischen ist sie sogar Heavy Metal-Fan. „Ich finde die Gruppe ,Manowar’ super und habe ihren Song ,Warriors of the World’ aufgenommen“, so Kaufmann.

Außerdem ist sie ein großer Fan von Metal-Lady Doro Pesch. „Ich habe sie mal live gesehen und finde sie genial.“ Ob sie diesen Song auch bei „Rock meets Classic“ vortragen wird, das stand noch nicht fest. „Diese Musik hat so viel Power, Authentizität und Ärger. Es ist nicht so streng wie die Klassik und man fühlt die Musik anders als bei klassischer Musik“, erzählt Anna Maria Kaufmann, die spontan zugesagt hat, bei der Jubiläumstournee mitzumachen. Demnächst stehen gemeinsame Proben an. „Für mich ist das eine Herausforderung“, sagt Kaufmann, die sich auf „diese neue Welt“ freut. Die lebende Legende Ian Gillan zu treffen, das gefalle ihr besonders.

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