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Verfolgte noch den Täter: Nachbar Hauke Hansen.

Niedergestochen

Tote Frau aus Bockenheim: Nachbar berichtet von dem tödlichen Beziehungsdrama

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Mit einem Messer hat ein 35 Jahre alter Mann in Bockenheim am Sonntagabend auf seine Ex-Freundin eingestochen. Die Frau starb noch in ihrer Hofeinfahrt. Der Mann wurde zwei Stunden später festgenommen.

Frankfurt - Sie schrie noch laut um Hilfe, doch sie hatte keine Chance. Von mehreren Stichen getroffen, brach die 32 Jahre alte Frau am Sonntag gegen 22 Uhr im Hof des Hauses Franz-Rücker-Allee 84 in Bockenheim zusammen. Ein Nachbar alarmierte die Polizei. Als die eintraf, war die junge Frau schon tot, der Messerstecher, ihr Ex-Freund, auf der Flucht.

Nachbar Hauke Hansen versuchte noch zu helfen: Er hörte die Schreie, eilte zum Gartentor. „Es ging alles ganz schnell“, sagt Hansen. „Ich bin mit Hausschuhen rausgelaufen, da kam mir der Mann schon entgegen. Das blutige Messer in der Hand.“ Hansen, Familienvater, sah den Mann vorbeisprinten, überlegte noch, den Täter aufzuhalten. „Ich habe mir dann schnell Autoschlüssel und Handy geholt und bin ihm nachgefahren. Er bog um die Ecke in die Frauenlobstraße. Dort habe ich ihn aus den Augen verloren“, berichtet Hansen. Seine Frau habe währenddessen die Polizei benachrichtigt.

Die junge Frau starb noch in der Hofeinfahrt. Nur zwei Stunden später nahm die Polizei den Ex-Freund (35) des Opfers in seinem Wohnort Pfung-stadt in Südhessen fest. Er soll keinen Widerstand geleistet haben

Bis Oktober waren der Täter und die junge Frau aus Bockenheim ein Paar

Oberstaatsanwältin Nadja Niesen zufolge waren die beiden noch bis Oktober ein Paar. Eine Beziehungstat daher liege nahe. Doch noch gebe es kein klares Motiv. Die Ermittlungen und Verhöre liefen noch. Auch die genaue Todesursache steht noch nicht fest. Das Obduktionsergebnis liegt noch nicht vor. Am Abend wurde der Verdächtige dem Haftrichter vorgeführt.

In der Franz-Rücker-Allee waren weder die Frau noch ihr Freund sehr bekannt. Eine Mieterin, drei Häuser weiter, glaubt zu wissen: „Angeblich werden die Appartements in dem Haus kurzfristig vermietet.“ Die Allee in Bockenheim ist ein gutbürgerliches Viertel. In der Nähe der Sport-Uni gelegen, stehen zweistöckige Reihenhäuser, meist mit jungen Bewohnern. Hier und dort parken Kinderwagen vor der Haustür. Gegenüber gibt es Mehrfamilienhäuser. Nur einen Straßenzug entfernt beginnt das noble Diplomatenviertel.

Am Tag danach weist noch eine eingetrocknete Spur Waschwasser auf dem Boden des Hofes darauf hin, dass es hier eine Bluttat gab. Auf die Bio-Tonne sind kleine Tropfen gespritzt. Ein FES-Mitarbeiter schiebt sie zum Müllauto. Er hat schon von der tödlichen Auseinandersetzung gehört. „Schrecklich, was passiert ist“, sagt der Mann und stutzt angesichts der vielen weißen Aufkleber auf der Tonne. Sie stammen noch von der nächtlichen Spurensicherung der Polizei.

Straße war nach Tat wegen Polizeieinsatz lange gesperrt

Auch ein Angestellter, der gegenüber bei der Pizzeria beschäftigt ist, reagierte betroffen: „32 Jahre, das ist doch so jung“, sagte der Mittvierziger. „Niemand hat das Recht, ein Leben zu nehmen. Das entscheidet nur Gott allein.“ Und: „Ich habe mich morgens noch gewundert. Noch um sieben Uhr war die Franz-Rücker-Allee abgesperrt, jedenfalls hier, zwischen der Frauenlobstraße und der nächsten Kreuzung.“ Nur die Straßenbahnen durften fahren.

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