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Der Eingang des 1. Polizeireviers in Frankfurt auf der Zeil: Dort arbeiteten die Polizisten, die vom Dienst suspendiert sind. Foto: Boris Roessler

NSU 2.0

Verräterische Ausdrücke in Drohbriefen an Anwältin weisen auf Polizei hin

In den Drohbriefen an die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz gibt es offenbar weitere Hinweise darauf, dass der oder die Täter aus der Polizei stammen.

In den Drohbriefen an die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz gibt es offenbar weitere Hinweise darauf, dass der oder die Täter aus der Polizei stammen. Das berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. So sollen die Täter besondere Ausdrücke verwendet haben, die nach Ansicht der Psychologen des hessischen Landeskriminalamts auf Insiderwissen aus der hessischen Polizei hindeuten.

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Es werde etwa die Abkürzung HLKA für das hessische Landeskriminalamt benutzt. Aus Sicht der Ermittler sei das Behördenjargon. Die meisten Bürger würden die Abkürzung LKA verwenden. Ein Fax sei mit dem Namen eines Polizeiausbilders in Hessen unterzeichnet. Die Ermittler glaubten nicht, dass er mit den Drohungen etwas zu tun habe, hieß es. Der Täter demonstrierte aber mit dem Missbrauch des Namens besondere Einblicke. Basay-Yildiz sagte gestern Abend gegenüber unserer Zeitung, das Kürzel HLKA habe in der Betreffzeile des zweiten Schreibens gestanden, über das bereits berichtet wurde.

RechtsanwÀltin Seda Basay-Yildiz

Am 2. August vergangenen Jahres hatte die Anwältin, die sich mit der Vertretung von NSU-Opfern einen Namen gemacht hat, ein erstes Schreiben per Telefax erhalten.Darin wurde gedroht, ihre Tochter zu „schlachten“.Einen Tag später erstattete sie deshalb Strafanzeige – und brachte dadurch den Polizei-Skandal ins Rollen, über den unsere Zeitung als eine der ersten berichtete.

(red)

Polizeiskandal: Anwältin hat weitere Drohschreiben erhalten

Ein Beamter des ersten Polizeireviers soll an den rassistischen Morddrohungen gegen die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz beteiligt gewesen sein.

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