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Ferry Ahrlé war fasziniert vom U-Bahn-Bau und hat die Arbeiten in Zeichnungen verewigt. Jetzt hängen einige davon in der Konstablerwache.

Station Konstablerwache

Kunst in der U-Bahn-Station

Werke des vor einem Jahr verstorbenen Künstlers Ferry Ahrlé schmücken jetzt die U-Bahn-Station Konstablerwache. Zur Verfügung gestellt hat die Werke seine Witwe Sigrid Ahrlé. Gestern wurden die sechs Zeichnungen präsentiert.

Frankfurt - Wer künftig in der U-Bahn-Station Konstablerwache am Bahnsteig in Fahrtrichtung Hauptbahnhof auf Züge wartet, dem fallen ganz sicher irgendwann die großflächigen, vorrangig in schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungen auf. Die Bilder hängen seit gestern Nachmittag dort und schmücken die Station dauerhaft.

Zeichnungen vom U-Bahn-Bau in Station Konstablerwache

Die Bilder stammen von dem vor einem Jahr verstorbene Frankfurter Künstler Ferry Ahrlé. Die sechs Zeichnungen zeigen den Bau der U-Bahn, den Ahrlé in den 1970er- und 1980er-Jahren im Auftrag der Stadt festhielt. Der Künstler war fasziniert von den Großbaustellen, den tiefen Gruben und schuf im Laufe der Zeit mehr als 20 Zeichnungen der neu entstehenden U-Bahn-Strecken und -Stationen. „Beeindruckt von den technischen und menschlichen Leistungen auf den riesigen Baufeldern, dokumentierte er mit feinem Pinselstrich die Bauarbeiten, aber auch die neu entstandenen Bahnsteige und Tunnel. Diese zeitgeschichtlichen und künstlerischen Darstellungen bekommen in der Konstablerwache nun einen besonderen Platz und gedenken so des Zeichners, Malers und Autors Ferry Ahrlé“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann bei der Präsentation der Bilder.

Frankfurter Künstler Ferry Ahrlé

„Der gebürtige Frankfurter Ferry Ahrlé hat Spuren hinterlassen“, sagte Feldmann weiter. Er sei einer der vielfältigsten Künstler seiner Zeit gewesen. „Er war nicht nur in seiner Geburts- und Heimatstadt zu Hause, sondern in Europa. Engagiert in der Welt der Musik, des Films, Fernsehens.“ Und so sind Bilder von ihm im Burgtheater in Wien und natürlich auch in den Römerhallen ausgestellt. Der Künstler sei aber auch ein sehr geselliger Mensch gewesen, ihm habe der Gedanke gefallen, seine Bilder an einem belebten Ort auszustellen. Das sei auch der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) ein Anliegen gewesen, Kunst an öffentlichen Plätzen sichtbar zu machen.

Kunststiftung in Planung

Zu Gast bei der Präsentation der Bilder war auch die Witwe des Künstlers, Sigrid Ahrlé. Sie kam mit ihrer Agentin Edda Rössler. „Zeitzeugnisse der 1970er und 1980er Jahre“ seien die Werke von Ahrlé, sagte Rössler. Sie kündigte an, dass Sigrid Ahrlé und sie eine Kunststiftung im Namen des Künstler schaffen wollten.

„Wir sind hocherfreut, diese wunderschönen Zeitzeugnisse an den Tunnelwänden des Bahnsteigs ausstellen zu können“, sagte VGF-Geschäftsführer Thomas Wissgott. Und er erinnerte: „Nicht nur hier, sondern in vielen anderen Stationen sind Werke namhafter Künstler zu sehen. Nun gehört auch ein für Frankfurt so wichtiger Künstler wie Ferry Ahrlé dazu.“

Auszeichnungen erhalten

Der Künstler, der 1924 geboren wurde und am 4. April 2018 verstorben ist, war ein aktiver und umtriebiger Maler, Zeichner und Autor. Er studierte in Berlin an der Hochschule für bildende Künste. In Zusammenarbeit mit namhaften Filmemachern wie Fellini, Bergmann oder Polanski kreierte er diverse Filmplakate. In den 70er-Jahren schuf er Bilderzyklen wie „Signal und Schiene“ oder „Von Ikarus bis Überschall“. Später hatte er eine eigene Fernsehsendung mit dem Titel „Sehr ähnlich, wer soll’s denn sein?“, in der er bekannte Persönlichkeiten wie Maria Schell oder Johannes Heesters porträtierte. Für die Sendung erhielt er den „Golden Award“ auf dem „Internationalen Film- und Fernsehfestival“ in New York. Außerdem schrieb Ahrlé auch Bücher. Ferry Ahrlé erhielt für seine Arbeiten und seinen Einsatz viele Auszeichnungen unter anderem die Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt am Main und den Hessischen Verdienstorden.

von Paul Siethoff

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