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Herzlich willkommen: Beim Rundgang durch den Rohbau des chinesischen Hotels ?Diaoyutai Mansion? an der Rennbahn steht der Generalmanager Marco Metge auf der großen Teppe inmitten der künftigen Lobby.

An der Pferderennbahn

Frankfurts langsamste Baustelle: So soll's endlich klappen mit dem Luxushotel

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Frankfurts langsamste Baustelle macht Fortschritte. Nach dem Spatenstich 2008 soll das Fünf-Sterne-Hotel an der stillgelegten Pferderennbahn im kommenden Jahr eröffnen. Der künftige Direktor des „Diaoyutai Mansion“ ist bereits vor Ort und hofft, dass der Zeitplan dieses Mal zu halten ist.

Traditionelle Ziegeln aus China zieren das Dach des sechsstöckigen Gebäudes. Marco Metge ist mit einem klapprigen Baustellenaufzug am Außengerüst hier hochgeruckelt. „Leider bin ich nicht ganz schwindelfrei“, sagt der 42-Jährige. Es ist das erste Mal, dass er ganz oben steht, auf dem Dach des „Diaoyutai Mansion“. Die Aussicht ist überwältigend: ein 360-Grad-Skyline-Panorama mit freiem Blick über die Rennbahn.

Seit Juli arbeitet Metge für die chinesisch-amerikanische Firma Diaoyutai MGM, die das Fünf-Sterne-Haus in Niederrad betreiben soll. Als künftiger Hoteldirektor kümmert er sich schon während der Bauarbeiten um alles, was dafür später notwendig ist. Dass Metge da ist, stimmt auch Zweifler zuversichtlich. Seit dem Spatenstich im Jahr 2008 kam es immer wieder zu Verzögerungen, deshalb glaubte mancher Niederräder nicht mehr daran, dass das chinesische Luxushotel überhaupt jemals fertig wird. „Jetzt geht es wirklich los“, verspricht Marco Metge. „Ich bin der erste Hoteldirektor, der wirklich vor Ort ist.“ Die Eröffnung will er am 1. November kommenden Jahres feiern.

Zu den Schwierigkeiten der Vergangenheit kann und will Metge nicht viel sagen. „Der Managementvertrag mit Diaoyutai MGM wurde erst 2015 geschlossen“, sagt er. Davor hätte der künftige Hotelbetreiber mehrmals gewechselt. „Das führt natürlich immer zu Verzögerungen, denn jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Standards, zum Beispiel bei der Ausstattung der Zimmer.“ Bauherr und Investor des Fünf-Sterne-Hotels ist die chinesische Huarong-Gruppe. Sie erwarb das Erbaurecht für das etwa 8000 Quadratmeter große Grundstück schon 2006 von der Stadt.

Metges Arbeitgeber, der Hotelbetreiber, ist ein Gemeinschaftsunternehmen des staatlichen Gästehausbetreibers Diaoyutai in Peking und der Hotelgruppe MGM aus Las Vegas. „Das „Diaoyutai Mansion“ in Frankfurt ist unser erster Schritt auf den Kontinent“, sagt Metge. Es sei gut möglich, dass weitere Hotels in Europa folgen. Metges Arbeitsräume in einem Bürohaus direkt gegenüber der Baustelle könnten dann zur Europazentrale des Unternehmens werden. „Wir wollen mit diesem Hotel ein Stück authentische chinesische Kultur nach Frankfurt bringen“, sagt der 42-Jährige. Dabei habe man sowohl asiatische als auch europäische Gäste im Blick.

Metge kennt die Stadt

. Er war schon einmal am Main, eröffnete 2011 das „Jumeirah Frankfurt“, ein arabisches Luxushotel in der Innenstadt. Danach arbeitete der gebürtige Niedersachse drei Jahre lang in Bangkok für chinesischstämmige Hotelbesitzer. „Das hilft mir jetzt sehr, denn ich kenne die Kultur“, sagt Metge. Seine Aufgabe sei es, nun herauszufinden, welche Service-Elemente aus China er nach Deutschland übertragen könne.

Doch zunächst müssen die Bauarbeiten in Niederrad noch weiter vorankommen. Es gibt noch einiges zu tun. Im Untergeschoss soll beispielsweise noch ein Spa- und Wellnessbereich mit Indoor-Pool und „Elementen der traditionellen chinesischen Medizin“ entstehen. Und im Erdgeschoss sind gleich zwei Restaurants geplant: eines mit europäischer Küche und eines, das authentische Gerichte aus China bieten soll.

Die großzügige Treppe ins erste Obergeschoss steht schon. Mit etwas Fantasie lässt der rohe Beton schon das Grandhotel-Ambiente erahnen. Sie führt zum großen Ballsaal und den Veranstaltungsräumen. Ab dem zweiten Stockwerk sind dann die Gästezimmer untergebracht und ganz oben im sechsten Stock die Suiten. Deren Balkone bieten einen Panoramablick auf die Frankfurter Skyline, der fast so beeindruckend ist wie der vom Dach des Hotels aus.

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