Stadtplanung

Frankfurts Skyline wächst: An drei Orten sollen neue Wolkenkratzer entstehen

  • Dennis Pfeiffer-Goldmann
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Die Skyline von Frankfurt wächst: Fachbüros sollen Standorte für weitere Hochhäuser finden. Bankenviertel, Mainufer und Ostend sind im Gespräch.

  • Die Skyline von Frankfurt soll ausgebaut werden.
  • An mehreren Punkten in der Stadt könnten neue Cluster von Wolkenkratzern entstehen.
  • Auch ein Hochhaus-Plan aus den 1980er-Jahren könnte wieder auferstehen.

Frankfurt – Deutschlands größte Skyline soll weiter wachsen. Nicht nur rund um die Europäische Zentralbank im Osten will die Stadt Frankfurt weitere Wolkenkratzer zulassen. Auch im östlichen Gutleutviertel zwischen 13456499 und dem Main ist nun ein Hochhauspulk geplant.

Diesen Cluster nennt die Stadt in Unterlagen, die sie am Mittwoch veröffentlichte. Dabei kündigt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) an, dass zwei Fachbüro-Gemeinschaften mit der Erarbeitung des neuen Hochhaus-Entwicklungsplans beauftragt worden seien. Es handelt sich zum einen um eine Kooperation von "03 Architekten" aus München, Thomas Müller Ivan Reimann Architekten aus Berlin und EBP Schweiz aus Zollikon bei Zürich sowie zum anderen um Albert Speer+Partner aus Frankfurt und dem Austrian Institute of Technology aus der Nähe von Wien.

Skyline-Zuwachs geplant südöstlich des Hauptbahnhofs Frankfurt bis zum Main: Im Bahnhofsviertel sollen (von links) das IG-Metall-Hochhaus (in braun), der gerippte Westhafen Tower, das Union-Investment-Hochhaus und das Hotel Interconti weitere Wolkenkratzer-Nachbarn bekommen können.

Frankfurter Skyline: Neubauten nur noch innerhalb der Pulks

Bis Ende April sollen die Büros ihre Entwürfe fertig haben. Anschließend kann die Stadtverordnetenversammlung über die Fortschreibung des Hochhaus-Rahmenplans entscheiden. Beide Fachbüros hätten große Erfahrungen mit Hochhausplanungen, sagt Mike Josef. "Das ist wichtig, denn wir brauchen einen frischen Blick auf unsere Stadt."

Im Vorlauf habe das Stadtplanungsamt analysiert, wo in Frankfurt überhaupt weitere Hochhaus-Standorte sinnvoll seien. Nach möglichen Standorten können die Planer nun in drei Arealen suchen:

  • Bankenviertel zwischen Alter Oper, Weserstraße im Westen, dem Main sowie Bethmannstraße und Goetheplatz im Osten.
  • Westliches Mainufer im Gutleutviertel nördlich des Mains zwischen Baseler Platz und Weserstraße bis zur Gutleutstraße sowie südlich des Hauptbahnhofs zwischen Karlsruher Straße und Wiesenhüttenplatz plus auf dem Platz an der Pforzheimer Straße.
  • Ostend zum Einen mit dem Areal der EZB, zum Zweiten rund um den Danziger Platz bis Röderbergweg und Ferdinand-Happ-Straße inklusive des alten Neckermann-Areals, zum Dritten im vordere Osthafen-Gebiet von Honsell- bis Schmickstraße und im Norden bis zur Lindleystraße.

Skyline in Frankfurt: Neue Pläne für das Gutleutviertel

Über die Pläne für einen Hochhaus-Pulk im Ostend hatte diese Zeitung bereits im März berichtet. Neu sind aber die Pläne für einen weiteren Cluster im Gutleutviertel in Frankfurt. "Wir machen da kein neues Cluster auf, sondern wir haben faktisch schon ein kleines Cluster", erklärt Mark Gellert, der Sprecher von Mike Josef. Dort stehen bereits der im Volksmund als "Das Gerippte" bekannte Westhafen Tower (112 Meter), das vor einem Umbau zum Wohnturm stehende Union-Investment-Hochhaus (93 Meter), das IG-Metall-Hochhaus (80 Meter) und das Hotel Intercontinental (67 Meter).

Rund um die Messe und im Europaviertel will Josef hingegen keine weiteren Hochhaus-Standorte mehr zulassen. Aber auch darüber hinaus sollten außerhalb der neuen Zonen keine weiteren Wolkenkratzer mehr gebaut werden, erläutert sein Sprecher Gellert. Anders als noch im vorigen Rahmenplan von 2008 sehe der neue "eine stärkere Ausschlusswirkung" für Standorte jenseits der Hochhaus-Pulks vor.

Dezernent Josef will mit neuen Hochhäusern "einen städtebaulichen Qualitätssprung" schaffen. Künftige Wolkenkratzer müssten sich in ihren unteren Geschossen für die Öffentlichkeit öffnen - mit Läden oder auch Kitas und Schulen darin sowie Wohnungen im gesamten Sockel. Durch solchen "städtebaulichen Mehrwert" sollten die Bauten mit dem Umfeld verzahnt werden, sagt Josef.

Skyline: Neue Chance für den Campanile-Wolkenkratzer am Hauptbahnhof Frankfurt

Wichtig sei überall, dass Bewohner Bahn und Bus gut und schnell nutzen könnten. Öffentliche Orte wie die Wallanlagen, der Willy-Brandt-Platz oder der Danziger Platz sollten "selbstverständlich nicht bebaut werden", betont der Dezernent.

Ausdrücklich ist im Gutleut-Cluster auch der Standort des 220 Meter hohen Campanile am Hauptbahnhof Frankfurt enthalten. Der hatte Ende der 1980er-Jahre gebaut werden sollen, eine Nachbarin hatte die Pläne aber gerichtlich verhindert. Inzwischen dürfte allerdings gebaut werden - und Grundstückseigner CA Immo habe sich auch "immer die Option offen gelassen", erinnert Gellert.

Das zeigt sich am Parkhaus, das 2016 zwischen Mannheimer Straße und neuem Fernbusbahnhof auf dem Hochhaus-Baufeld entstand. Es wurde so errichtet, dass es mit geringem Aufwand auch wieder flott abgebaut werden könnte. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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