Das Blaulicht leuchtet, während Beamte der speziellen Raser-Kontrolleinheit einen Mercedes und dessen Fahrer kontrollieren
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Das Blaulicht leuchtet, während Beamte der speziellen Raser-Kontrolleinheit einen Mercedes und dessen Fahrer kontrollieren.

PS-Prolls

Illegale Autorennen in Frankfurt: Polizei kämpft gegen Raser-Szene – Eine Straße bleibt Problemzone

  • vonSylvia Amanda Menzdorf
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Die illegalen Autorennen in Frankfurt häufen sich. Zuletzt endete ein Unfall sogar tödlich. Besonders ein Abschnitt bleibt die Problemzone.

Frankfurt – Wieder ein illegales Autorennen in Frankfurt, schon das zweite in diesem noch jungen Jahr. Noch fahndet die Polizei nach dem dritten Autoraser, nach demjenigen, der sich vor einer Woche mit zwei anderen mit quietschenden Reifen und den heulenden Motoren ihrer PS-starken Autos den Tempo-Wettbewerb quer durch die Stadt geliefert hat.

Zu Schaden kam glücklicherweise niemand. Es ist ein Fall für die Sondereinheit Kart bei der Frankfurter Polizei, mit ihren acht Experten, die im Schichtdienst arbeiten. Seit Einrichtung der Kontrolleinheit Autoposer, Raser und Tuner (Kart) hat sie 2018 in insgesamt fünf Fällen Ermittlungen wegen des Verdachts des illegalen Autorennens eingeleitet. Illegale Autorennen gelten als Straftat.

Raser in Frankfurt: Hanauer Landstraße berüchtigt für illegale Rennen

2019 waren es laut Polizeiangaben sieben Fälle, 2020 bis Ende Oktober bereits neun. Die endgültigen Zahlen für das zurückliegende Jahr würden erst mit Bekanntgabe der Verkehrsunfallstatistik im März bekanntgegeben, so eine Polizeisprecherin. Ob die Zunahme der aktenkundig gewordenen Autorennen zu tun hat mit Lockdown-Frust und Langeweile, mochte sie nicht bestätigen. Dafür fehlten valide Hinweise.

Illegale Autorennen, das Aufmotzen der Fahrzeuge und die Selbstinszenierung der Fahrer mit ihren PS-starken Gefährten ist in Frankfurt keine neue Erscheinung. Berüchtigt sind die Zusammenkünfte der Szene auf der Hanauer Landstraße vor allem am Freitag vor Ostern, kurzerhand zum "Car-Freitag" umetikettiert. Die vierspurige Magistrale war eine der bevorzugten Rennstrecken - und scheint es bis heute zu sein.

Immer wieder kommt es auf den Straßen in Frankfurt zu illegalen Autorennen (Symbolbild).

Ein illegales Rennen mit waghalsigen Manövern lieferten sich zu Beginn dieses Monats zwei junge Autofahrer, unterwegs mit einem Seat Leon und einem Audi A6, die Berliner Straße entlang rasten bis zur Hanauer Landstraße. Ordnungsgemäß stoppten die beiden vor einer roten Ampel, um dann mit röhrendem Motor und quietschenden Reifen zu starten. Mit Vollgas bretterten sie die fast schnurgerade Hanauer entlang. Als sie auf einen Toyota trafen, überholten sie das Fahrzeug - der Audi auf der Straße rechts, der Seat links über Straßenbahngleise.

Raser in Frankfurt: Polizei hat Schwierigkeiten beim Nachweis

Eine Polizeistreife konnte die beiden Raser an der Intzestraße stoppen. Insgesamt fünf Personen im Alter zwischen 19 und 22 Jahren trafen die Polizisten in den beiden Fahrzeugen an. Gefahren hatten die Autos jeweils 19-Jährige. Einer von ihnen hatte keinen Führerschein.

Für die Strafverfolgung besteht mitunter die Schwierigkeit, den Rasern nachzuweisen, dass sie sich tatsächlich ein Rennen geliefert haben und sie nicht etwa "nur" zu schnell gefahren sind. Wenn allerdings die Polizei mit einem Messfahrzeug vor Ort ist und auch mit Videokamera die Jagd festhält, dürfte das vor dem Amtsgericht ein starkes Beweismittel sein. (Sylvia A. Menzdorf)

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