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Wie geht es mit dem Flughafen weiter? Klar ist: Das Terminal 3 ist im Bau. Das zeigt auch diese Luftaufnahme. Weitere große Baumaßnahmen soll es aber nicht geben ? weder eine neue Start- oder Landebahn, noch ein neues Passagierabfertigungsgebäude.

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Fraport soll Verbindung bezahlen: Streit um S-Bahn zum Terminal 3

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Die Stadt Frankfurt will eine S-Bahn-Verbindung zum künftigen Terminal 3. Bezahlen soll das die Fraport.

Die Stadt Frankfurt macht Druck. Die SPD-Dezernenten Mike Josef (Planung) und Klaus Oesterling (Verkehr) fordern, dass das Terminal 3, das 2023/2024 an den Start gehen soll, an die S-Bahn angebunden wird. Dafür „sollte die bestehende S-Bahn-Linie S 7/ von Frankfurt in Richtung Riedstadt-Goddelau einen Abzweig zum Terminal 3 erhalten“, sagte Oesterling gestern. Die Kosten beziffern Josef und Oesterling anhand einer Machbarkeitsstudie des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) auf etwa 174 Millionen Euro.

Und wer soll das bezahlen? Nach dem Willen der SPD-Politiker Flughafenbetreiber Fraport. Wer Flughäfen in Manila und anderswo in der weiten Welt kaufen könne, müsse auch ein solches Projekt an seinem Haupt-Standort finanzieren können, sagte Oesterling.

Bei der Fraport hält man allerdings nicht viel von den Frankfurter Plänen und den S-Bahn-Anschluss für „nicht erforderlich“. Das neue Terminal werde gut mit Pkw und Taxi, sowie Bussen und einem extra dafür gebauten Personen-Transport-System (PTS) erreichbar sein, sagte Fraport-Sprecher Jürgen Harrer. Reisende kämen ab 2023 vom Fern- und Regionalbahnhof am Terminal 1 bequem in acht Minuten zum Terminal 3.

Oesterling und Josef gehen aber davon aus, dass die noch längeren Wege zum Terminal 3 dazu führen, dass noch mehr Menschen den Individualverkehr nutzen, sprich mit dem Auto zum Flughafen kommen oder sich bringen und abholen lassen. Die Dezernenten formulieren ihre Forderung vor dem Hintergrund des überlasteten Verkehrssystems in der Region. „Nur mit einer zusätzlichen S-Bahn-Anbindung kann sichergestellt werden, dass es zu keinem Kollaps der Verkehrssysteme kommt“, so Josef und verweist auf die Fraport-Prognose zum Passagieraufkommen.

Danach steigt es von 58 Millionen im Jahr 2013 bis 2030 um 48 Prozent auf 86 Millionen. Um den Straßenverkehr nicht noch extremer zu belasten, gelte es von den Fahrten möglichst viele über die S-Bahn abzuwickeln. Das ginge in Bezug auf den Terminal eben am besten mit dem S-Bahn-Abzweig, zumal laut Oesterling der Regionalbahnhof überlastet sei. Fraport weist dagegen darauf hin, dass die „Bündelung der öffentlichen Nah- und Fernverkehrsanbindungen an einem Punkt“ an Flughäfen international „üblich und sinnvoll“ sei. Denn bei mehren Bahnhöfen würden Passagiere, die sich nicht auskennen, schnell die Orientierung verlieren.

Man bekam gestern durch die schnelle und schroffe Fraport-Reaktion auf den Frankfurter Vorstoß eine Vorstellung davon, welch zähes Ringen nun um Sinn und Kosten des Projekts losgehen könnte. Dabei schließt Fraport prinzipiell eine S-Bahn-Verbindung gar nicht aus. Ganz am Schluss der Pressemitteilung hieß es, man halte, obwohl es aus Sicht des Unternehmens keines neuen S-Bahn-Anschlusses bedarf, „planerisch einen Trassenkorridor frei, so dass eine direkte S-Bahn-Anbindung des Terminals 3 zu einem späteren Zeitpunkt ermöglicht wird“. Dies stelle „eine Vorsorge für den Fall dar, dass zukünftig ein anderer Vorhabens-/Verkehrsträger eine solche Anbindung realisieren möchte“. Will wohl sagen: Wenn es ein anderer machen und finanzieren möchte, bitte. Aber Stadt und Land können als Mehrheitseigner von Fraport durchaus Druck auf das Unternehmen ausüben.

Josef schließt nicht aus, dass bei Einigung auf das Projekt auch der Bund einen Gutteil der Kosten übernehmen könnte.

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