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Barbara Albrecht ist auf Deutschlandtour und stellt ihren Film ?Licht? vor. In Frankfurt war sie jetzt im Cinema zu Gast.

Stadtgeflüster

Frau mit Gespür für bewegende Momente

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Mit der Mainmetropole verbindet Barbara Albrecht viele schöne Erinnerungen. „Mein Mann, der Regisseur Titus Selge, hat hier den

Mit der Mainmetropole verbindet Barbara Albert viele schöne Erinnerungen. „Mein Mann, der Regisseur Titus Selge, hat hier den Frankfurter ,Tatort’ mit Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf gedreht“, erinnert sich die Regisseurin, die jüngst kürzlich wieder mal zu Gast in Frankfurt war. Im Cinema am Rossmarkt präsentierte sie ihren neuen Film „Licht“, in dem Maria Dragus und Devid Striesow mitspielen.

„Vor vielen Jahren habe ich hier wegen der Dreharbeiten meines Mannes sogar gut ein Vierteljahr gelebt“, sagt die 47-Jährige, deren heute zehnjähriger Sohn damals noch klein war und sogar hier in der Kita war. Zusammen erkundeten Mutter und Kind aber auch die Stadt. „Wir sind viel im Zoo gewesen und in Parks gegangen, die hier wirklich sehr schön sind. Und im Nordend haben wir gewohnt“, erzählt Albert, die damals auch die Zeit nutzte, um Geld für ihren Film „Die Liebenden“ zu sammeln. Der kam 2012 in die Kinos. Jetzt ist ihr neues Werk „Licht“ angelaufen. Es handelt von Maria Theresia Paradis, genannt Resi.

Sie war ein blindes Pianistenwunderkind, eine Zeitgenossin von Wolfgang Amadeus Mozart, die von ihren Eltern zum Arzt Franz Anton Mesmer geschickt wurde, der ihr das Augenlicht wiedergeben sollte. Doch als Resi dann wieder etwas sehen kann, verschlechtert sich ihr Spiel.

„Mir ging es primär um Resi und um das Phänomen der Wahrnehmung. Was passiert mit ihr, wenn sie beginnt, zu sehen. Es sind ihre inneren Konflikte, die spannend sind“, erklärt die Regisseurin, die in Wien geboren wurde. Resi war eine Frau ihrer Zeit, die nicht sein durfte, wie sie war und sehr mühsam ihren Platz finden musste. „Es ist auch eine Emanzipationsgeschichte“, betont Albert. Ein Thema, das heute zu Zeiten von #metoo, sehr aktuell ist. „Ja, es gibt in diesem Film Momente, in denen wir absolut an diese Debatte erinnert werden“, findet die 47-Jährige.

Momentan arbeitet Albert, die für ihre Filme unter anderem für den Goldenen Löwen von Venedig nominiert war und auch schon den österreichischen Kunstpreis für Film erhalten hat, an einem neuen Streifen. Auf die Idee, auch mal in Frankfurt zu drehen, kam sie allerdings nicht. „Ich gehe von den Figuren im Film aus und nicht von den Orten. Wenn ich mal eine Figur haben sollte, die hier in Frankfurt leben muss, dann ja. Aber einstweilen ist in diese Richtung noch nichts geplant“, erklärt Barbara Albert, die in Berlin lebt, aber im Moment auf Deutschlandtour ist, um für ihren Film zu werben.

Für sie ist diese Rundreise mit fünf Stationen allerdings keine Strapaze. „Ich mache das gern und die Kinos möchten solche Veranstaltungen haben“, weiß sie. „Die Gespräche mit dem Publikum sind das Schönste“, findet sie. „So etwas bekommt man als Filmschaffender sonst gar nicht mit.“ Am meisten trifft es sie, „wenn die Zuschauer weinen und wenn der Film, den ich gemacht habe, sie bewegt“, sagt Albert.

(es)

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