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Sie machen den Weg frei: Bürgermeister Olaf Cunitz, Friedhelm Flug von der Haseg, Carolin Friedrich und Verkehrsdezernent Stefan Majer.

Bebauung Riedberg

Freie Fahrt in den Westflügel

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Vier Wege führen auf den Riedberg – das gilt zumindest seit gestern. Nach zwei Jahren Bauzeit ist der Westflügel erschlossen und die „Graf-von-Stauffenberg-Allee“ an die „Rosa-Luxemburg-Straße“ angeschlossen. Das soll für spürbare Entlastung in Frankfurts jüngstem Stadtteil sorgen.

Es ist ein weiterer Meilenstein in der Gestaltung des Riedberger Westflügels, die sich laut Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) spätestens seit gestern „auf der Zielgeraden“ befindet. Denn mit der Eröffnung des Anschlusses der „Graf-von-Staufenberg-Allee“ an die „Rosa-Luxemburg-Straße“ ist der Riedberg nicht nur über eine weitere Hauptverkehrsstraße erreichbar. Zudem ist nach zweijähriger Bauzeit die 15,5 Millionen Euro teure Erschließung des siebten Quartiers in Frankfurts jüngstem Stadtteil abgeschlossen.

Insgesamt sieben Straßenkilometer wurden neu gebaut, entstanden sind 4,5 Hektar Straßen- und 2,6 Hektar Gehwegflächen. Neben den beiden Hauptverkehrsstraßen, der „Graf-von-Stauffenberg-“ und der „Carl-Hermann-Rudloff-Allee“, gibt es zahlreiche Quartiersstraßen, die das Wohngebiet erschließen, in dem einmal 3500 Menschen in 1400 Wohneinheiten leben sollen. Rund 680 Bäume wurden am Straßenrand gepflanzt, hinzu kommen 11 000 Rosenstöcke und 10 500 Bodendecker. 10,5 Kilometer Schmutz- und Regenwasserkanäle wurden verlegt, 370 Schächte gesetzt. Allein für die Hauptkanäle wurden rund 36 000 Kubikmeter Boden ausgehoben.

Dass es neben den frisch asphaltierten und markierten Straßen noch aussieht wie auf einer Baustelle, ist keine Überraschung. Soll der Westflügel doch erst spätestens 2018 in Gänze fertiggestellt sein. So lange werden auch noch regelmäßig große und kleine Baufahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein – sehr zum Ärger der dort bereits lebenden Riedberger sowie der Eltern und Schüler der vor sechs Monaten eröffneten Grundschule II. „Das lässt sich leider nicht vermeiden bei einem Quartier, das sich im Bau befindet. Mit der Zeit wird dieser Verkehr allerdings auch deutlich abnehmen“, ist sich Wilfried Körner, Sprecher der HA Stadtentwicklungsgesellschaft (Haseg) sicher.

Geschwungen verlaufen die Straßen im Westflügel und damit völlig anders als sonst auf dem Riedberg. „Quadratisch praktisch gut wurden die anderen sechs Quartiere geplant, hier läuft alles etwas anders“, erklärte Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) auch sogleich warum. Die Nachbarschaft soll so enger zusammenrücken und das Quartier soll durch dieses Alleinstellungsmerkmal auffallen. Zudem rechnet die Stadt „mit deutlich weniger Rasern“. Das soll in den Quartiersstraßen durch Tempo-30-Zonen unterbunden werden. Dort teilen sich Rad- und Autofahrer die Straße gleichberechtigt, während Radler auf den Hauptverkehrsstraßen auf dem Radfahrstreifen unterwegs sind.

Der neue Anschluss des Riedbergs an die Rosa-Luxemburg-Straße freut vor allem die Mitglieder des Ortsbeirates 12 (Kalbach, Riedberg). Und das parteiübergreifend. Hatte die Grünen-Fraktion doch bereits vor einigen Wochen die Öffnung der Kreuzung gefordert (wir berichteten mehrfach). Allerdings ohne Erfolg. „Auch wenn wir angemahnt haben, dass auf der Baustelle nichts passiert. Jetzt sind wir nur erleichtert, dass der Anschluss endlich freigegeben und hoffentlich für Entlastung auf dem Riedberg sorgen wird“, sagte Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU).

47,82 Hektar groß ist der Riedberger Westflügel – das sind rund 18 Prozent der Gesamtfläche des Stadtteils. Für die Bebauung stehen 22,8 Hektar Bauland zur Verfügung, 12,34 Hektar werden öffentliche Grünflächen. Es entstehen zudem fünf Spielplätze und vier Kindertagesstätten – eine davon ist bereits fertig.

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