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Viele junge Leute, aber auch Senioren zog es zum Freitagstreff in Alt-Sachsenhausen, bis dieser vergangenes Jahr eingestellt wurde. Heute startet die Reihe wieder: Von 16 Uhr an wird auf dem Paradiesplatz gegessen, getrunken und gefeiert.

Treff für Nachbarn und Schoppenpetzer

Freitags wird auf dem Paradiesplatz in Alt-Sachsenhausen wieder gefeiert

Neues Jahr, neues Glück: Der Freitagstreff auf dem Paradiesplatz ist wieder da. Heute ist der Startschuss zur neuen Saison. Jede Menge Sachsenhäuser und regionale Köstlichkeiten werden aufgefahren, mehr Sitzplätze laden zum Verweilen ein.

Frankfurt - Die Freunde gepflegter Apfelweinkultur oder schlicht und einfach: Sachsenhäuser Anwohner und ihre Freunde sollen sich beim Freitagsmarkt richtig wohlfühlen. Dafür sorgen die Gastronomen Jürgen Vieth (Frau Rauscher, Oberbayern und weitere), Frank Winkler von der Traditionsgaststätte "Daheim im Lorsbacher Thal", Veranstalter Uli Schlepper und die anderen von der Initiative Alt-Sachs Neu, die das Fest wieder aus der Versenkung geholt haben.

Treff auf Paradiesplatz: Alles bio und regional

Sechs Stände bieten von 16 bis 22 Uhr Kulinarisches an. Mit von der Partie ist ein Winzerstand mit Weinen aus dem Rheingau und Rheinhessen. Das Essen steht ganz im Zeichen der Grünen Soße, darüber hinaus gibt es Flammkuchen und andere Kleinigkeiten. "Der Höhepunkt sind Bratwurst und Schnitzel vom Grüne-Soße-Schwein", schwärmt Jürgen Vieth. "Das Fleisch stammt von Schweinen, die schon als Ferkel mindestens einmal die Woche eine ordentliche Portion Grüne-Soße-Kräuter zu Fressen bekommen. Das Resultat ist eine feine Marmorierung und ganz zartes Fleisch." Die Tiere leben bis zu ihrer Schlachtung auf dem Bio-Bauernhof "Naturkornhof" im Taunus, der ein doppeltes Bio-Zertifikat vorzuweisen hat.

Überhaupt, so lautet der Anspruch, soll möglichst vieles auf dem Freitagstreff regional und in Bioqualität sein, erklärt Vieth. "Alles ist so regional, die Schweine grunzen sogar hessisch." Es gibt Grüne-Soße-Bratwurst, aber auch Köstlichkeiten wie paniertes Schnitzel vom Grüne-Soße-Schwein oder Apfelweinbraten. Was nicht fehlen darf, ist das neue Grüne-Soße-Brot, der aktuelle Renner aus Oberrad. Ein weiterer Stand bietet das obligatorische Standardgericht Grüne Soße mit Ei und Kartoffeln. Und wer dann noch nicht genug von den sieben Kräutern hat, kann zum Nachtisch ein Grüne-Soße-Eis genießen.

Die Getränke-Auswahl ist ebenso durchdacht. Von Binding gibt es den Maibock am Spezialitäten-Bierstand, für Apfelwein-Liebhaber den Alt-Sachs-Schoppen von der "Frau Rauscher" und andere edle Apfelwein-Tropfen.

Der Freitagstreff startete 2017 und war gleich ein großer Erfolg. Frankfurter von beiden Mainseiten ließen sitzend oder in Grüppchen zusammenstehend die Woche bei einem Schoppen ausklingen. Weil Auf- und Abbau aber zu aufwendig geworden waren, wurde er im vergangenen Jahr wieder abgesetzt.

Um 22 Uhr ist Schluss

Die Macher hatten aber seitdem vor, den Treff wieder aufleben zu lassen. Sie kämpften bei der Stadt für bessere Bedingungen, die Ämter kamen ihnen einen Schritt entgegen. "Wir dürfen Tische und Bänke nun zum Teil bei uns hinter dem Oberbayern lagern. Für die Lagerung und den Transport der restlichen Ausrüstung gibt die Stadt uns einen Geldzuschuss ", erklärt Vieth.

Was nicht genehmigt wurde, sind längere Öffnungszeiten. Wie zuvor muss um 22 Uhr auf dem Paradiesplatz Schluss sein. "Das ist sehr schade, denn die Erfahrung hat gezeigt: Um diese Uhrzeit herrscht Hochbetrieb."

Gerade weil in der Kleinen Rittergasse draußen Tische und Bänke noch stehen und voll besetzt sind, sei es schwer zu vermitteln, dass die Veranstalter auf dem Paradiesplatz plötzlich "den Gästen die Bänke unterm Po wegziehen" müssten. Trotzdem sieht Jürgen Vieth dem Freitagstreff mit Freuden entgegen. "Das Fest wertet den Stadtteil auf", sagt er. Es soll ein Treffpunkt für alle werden, Anwohner wie Besucher aus der ganzen Stadt, Senioren wie junge Leute und Menschen, die ihre Arbeitswoche gemütlich ausklingen lassen wollen. Die Gäste sollen sich in Alt-Sachsenhausen wohlfühlen: Macho-Gehabe und ungehemmtes Besaufen mit Billigalkohol, wie man es vom Kneipenviertel her kennt, sollen hier keinen Platz haben.

"Wir verzichten auf Musik, die Gäste sollen sich einfach gut unterhalten." Dazu dienen auch die zusätzlich angeschafften Sitzbänke und Tische.

von Stefanie Wehr

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