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Veranstalter Uli Schlepper (links) und Restaurant-Betreiber Jürgen Vieth stehen an der Ecke Klappergasse/Kleine Rittergasse in Alt-Sachsenhausen. Sie wollen das Viertel wieder ins Gedächtnis der lokalen Bevölkerung rufen.

Viertel soll aufgewertet werden

Freitagstreff auf dem Paradiesplatz in Sachsenhausen kommt wieder

In Alt-Sachsenhausen stehen viele Lokale und Wohnungen leer. Das trägt nicht gerade dazu bei, das Viertel aufzuwerten. Deshalb muss sich etwas tun, sagen die Mit-Initiatoren von „Alt-Sax neu“, Gastronom Jürgen Vieth und Veranstalter Uli Schlepper. Als erstes wollen sie den Freitagstreff auf dem Paradiesplatz wieder auferstehen lassen.

Frankfurt - Eine Boulevardzeitung veröffentlichte vor kurzem zum wiederholten Mal einen Schmähtext über das Ausgehviertel, zeigte Bilder von Schmuddelecken. So etwas ärgert Jürgen Vieth, Betreiber des „Oberbayern“ und sechs weiterer Gaststätten im Viertel. „Viele Wirte und Club-Betreiber sind ja gerade dabei, etwas zu verändern. Das geht aber eben nur langsam“, erklärt er. Wer der Initiative Alt-Sax-Neu beitritt, verpflichtet sich etwa, den Platz vor dem Haus sauberzuhalten. 

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Im vergangenen Jahr wurden zudem einige Fassaden neu gestrichen, in Zusammenarbeit mit den Vermietern. So geschehen an der kolumbianischen Salsa-Bar „Froschkönig“ in der Klappergasse 25, die in frischem Hellgelb erstrahlt.

Klappergass in Sachsenhausen ist ein Sorgenkind der Initiative "Alt-Sax neu"

Direkt nebenan ragt ein heruntergekommenes schmales Haus in den Himmel, der Putz bröselt. „Ich verstehe nicht, wie man ein Haus so verfallen lassen kann,“ sagt Vieth. DieKlappergasse ist ein Sorgenkind der Initiative, die sich vor gut einem Jahr gründete – zu den Gründungsmitgliedern zählen neben Vieth und Schlepper auch Frank Winkler, Inhaber des „Daheim im Lorsbacher Thal“ in der Großen Rittergasse, Wirtschaftsderzernent Markus Frank, Bürgermeister Uwe Becker und Denise Omurca, Geschäftsführerin des Libertine-Lindenberg-Hotels in der Frankensteiner Straße.

Der Paradiesplatz war kürzlich Schauplatz des Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmarkts, ab Mai soll der Freitagstreff die Frankfurter auf den Platz locken.

Das Vorhaben, mehr und mehr Wirte und vor allem die Hausbesitzer dazu zu bewegen, mitzumachen, erweist sich als schwierig. Denn manch einer lässt sein Gebäude lieber leerstehen. Vieth musste zum Beispiel das ehemalige „Öfchen“ Ende 2017 schließen, weil der Mietvertrag nicht verlängert wurde. Seitdem steht es aber leer. Und auch die Wohnungen darüber sind unbewohnt. „Das ist mir unverständlich“, sagt Vieth. Andere Investoren haben am Paradiesplatz teuer saniert und vermieten dort Wohnungen. „Vieles ist möglich in unserem Viertel, und wir wollen ja auch Vielfalt erhalten. Aber leerstehende Häuser, die verfallen, helfen dem Viertel nicht.“ Es sei schwer, mit den Hausbesitzern ins Gespräch zu kommen. Die Stadt gebe die Kontakte nicht heraus.

Ein Leerstand beschäftigt die Initiative besonder: der Paradieshof

Ein Leerstand beschäftigt die beiden besonders: der Paradieshof. Das Gebäude steht seit zehn Jahren leer, die Stadt kommt in Sachen Verpachtung nicht voran (wir berichteten). Noch immer wird mit der European School of Design verhandelt, die sich aber den gut fünf Millionen Euro teuren Umbau nicht leisten will. Jürgen Vieth und Uli Schlepper hatten seinerzeit beim Ideenwettbewerb teilgenommen.

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„Unsere Idee war die beste: Räume für Vereine, eine Markthalle mit regionalen Erzeugnissen, Studentenwohnungen. Das ist eine Mischung, die ins Viertel passt.“ Vereine suchten händeringend nach Räumen, und vor allem die ältere Bevölkerung habe kaum Anlaufstellen oder Treffpunkte.

Freitagstreff auf dem Paradiesplatz in Sachsenhausen soll ab Mai wieder regelmäßig stattfinden

Einen solchen wollen Vieth und Schlepper jetzt wiederbeleben:Der Freitagstreff auf dem Paradiesplatz soll ab Anfang Mai wieder regelmäßig stattfinden. Im Sommer 2017 riefen sie ihn ins Leben, die Wirte boten von Ebbelwei bis zur Biowurst Leckereien an, der Platz war bis spät abends friedlich belebt. Weil aber der logistische Aufwand zu hoch war, stellten sie ihn ein Jahr später ein. Nun wollen sie es noch einmal versuchen.

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