Kannten sich schon als Kinder: Maor und Orly, die freiwillig in der israelischen Armee gedient haben.
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Kannten sich schon als Kinder: Maor und Orly, die freiwillig in der israelischen Armee gedient haben.

Auch junge Frankfurter sind dabei

Als Freiwillige in Israels Armee

  • Thomas J. Schmidt
    VonThomas J. Schmidt
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Vater und Tochter, Fotograf und Soldatin, veröffentlichen ein gemeinsames Buch. Es erzählt die Geschichten von Soldaten in Israel. In wenigen Tagen wird das Buch in der jüdischen Gemeinde vorgestellt.

Sie kennen sich schon aus dem Kindergarten: Orly und Maor. Die beiden jungen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Frankfurt haben in Israel gelebt, haben dort in der Armee gedient. Als Freiwillige. Wie viele Freiwillige aus der ganzen Welt.

„Meiner Meinung nach ist der beste Weg in Israel anzukommen und sich wirklich akzeptiert zu fühlen, in die Armee einzutreten und das zu fühlen, was jeder andere Israeli fühlt, wenn er in der Armee ist“, schreibt Maor. Orly Herlich (22), die inzwischen wieder in Deutschland ist, brachte viele Erinnerungen mit. Fotos und Texte von ihren Kameraden.

Reise zu den Soldaten

Daraus hat sie ein Buch gemacht. „Chayalim bodedim – Meine Reise in das israelische Militär“ lautet der Titel. Koautor ist ihr Vater, der Frankfurter Fotograf Rafael Herlich. „Aber es ist das Buch meiner Tochter“, betont Herlich. „Ich habe nur die Fotos gemacht.“

Für das Buch ist jeder Soldat fotografiert und bekommt Platz, über sich zu schreiben, auf Deutsch und auf Englisch. Wer bin ich, wo komme ich her, was mache ich hier – in Israel, in einem Panzer, einem Hubschrauber? Warum bin ich bereit, für dieses Land zu kämpfen und vielleicht zu sterben?

Herausgekommen sind eindrucksvolle Fotos und interessante Texte junger Juden, die auf der Suche nach ihren Wurzeln sind und in Israels Armee dienten.

Wie Yoni, Kantor der Gemeinde, der von der Auschwitz-Geschichte seiner Familie weiß. „Ich empfand, dass wir Juden nun selbst verpflichtet waren, uns zu verteidigen. Die israelische Armee ist die Verkörperung dieses Ethos. Ich wollte meinen Teil beitragen und auch dienen.“

Gespräch der Veteranen

Das Buch „Chayalim bodedim“ ist im Chai 18 Verlag erschienen. Es hat 120 Seiten und kostet 24,90 Euro. Es ist noch nicht im Buchhandel erhältlich. Offiziell vorgestellt wird es mit einer Fotoausstellung am 4. Dezember.

Bei der Ausstellungseröffnung ist auch eine Gesprächsrunde mit Mitgliedern der Gemeinde anberaumt, die ebenfalls in der israelischen Armee gedient haben.

Sonntag, 4. Dezember, 18 Uhr. Die Ausstellung ist bis 18. Dezember im Foyer des Ignatz Bubis-Gemeindezentrums, 1. Stock, Savignystraße 66, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

(tjs)

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