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Fridays for Future ruft zum Schulstreik in Frankfurt auf

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Von: Julia Lorenz

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Schulstreik für Klimaschutz im Juli 2019 vor der Deutschen Bank. Diesmal geht es um den Infektionsschutz. FOTO: michael schick
Schulstreik für Klimaschutz im Juli 2019 vor der Deutschen Bank. Diesmal geht es um den Infektionsschutz. © Michael Schick

Frankfurts Stadtschülerrat beteiligt sich daran aber nicht

Frankfurt -"Die aktuelle Situation in den Schulen ist nicht mehr ertragbar!" Mit diesen Worten ruft die Frankfurter Ortsgruppe der Jugendbewegung "Fridays for Future" in den sozialen Medien alle Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme an einem Schulstreik am kommenden Freitag, 11. Februar, um 14 Uhr an der Alten Oper auf.

Mit dem Aufruf zum Schulstreik will sich "Fridays for Future" für einen besseren Infektionsschutz in den Schulen stark machen und solidarisiert sich mit gut 100 Schülervertretern aus ganz Deutschland, die sich in der vergangenen Woche mit einem Protestbrief an die Politik gewandt hat. Darin fordern die Schüler unter anderem Luftfilter für alle Räume in allen Schulen, kostenlose FFP2-Masken, PCR-Pooltests und eine Reduktion der Größe von Lerngruppen. Zudem solle mit den Schülern statt über sie gesprochen werden. Einer entsprechenden Online-Petition haben sich bereits mehr als 125 000 Unterstützer angeschlossen.

"Von der Politik kamen weiterhin aber nur leere Worte", begründet "Fridays for Future" den Streik. Seit zwei Jahren würden die Schulen vernachlässigt, aber alles dafür getan, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. "Wir sagen, es reicht."

Weitere Gespräche mit der Stadt

Der Frankfurter Stadtschülerrat wird sich an dem Schulstreik jedoch nicht beteiligen. "Ein Schulstreik als Artikulationsmaßnahme halten wir momentan nicht für geboten", begründet Stadtschülersprecher Hannes Kaulfersch die Entscheidung. "Wir nehmen nämlich eine wachsende Bereitschaft in der Frankfurter Politik und Verwaltung wahr, mit uns über die Anliegen der Schüler in der Corona-Pandemie zu reden." So sei der Stadtschülerrat etwa vom Leiter des Gesundheitsamts Peter Tinnemann für kommende Woche zu einem Austausch über die Situation an den Schulen eingeladen worden. "Das zeigt, dass wir - zumindest in Frankfurt - gehört werden."

Nichtsdestotrotz versteht der Frankfurter Stadtschülersprecher Kaulfersch das Motiv für den angekündigten Streik. "Die Corona-Situation an den Schulen bedarf zusätzlicher Maßnahmen", sagt er. So würde er sich etwa kostenlose FFP2-Masken für alle Schüler wünschen sowie Luftfilter für alle Räume.

Im hessischen Kultusministerium sieht man die Forderungen der Schüler allerdings kritisch. PCR-Pooltests etwa würden immer als der Königsweg bezeichnet. "Sie flächendeckend einzusetzen ist aber viel zu aufwendig, zumal dafür auch die Kapazitäten fehlen", erklärt ein Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen hätten dies versucht, seien davon nun aber auch wieder abgekommen. Auch die Forderung nach kostenlosen FFP2-Masken könne das Land nicht erfüllen. Allein in Frankfurt gebe es 68 000 Schüler, die pro Tag mit mindestens einer Maske versorgt werden müssten. "Das können wir alleine gar nicht stemmen", sagt der Ministeriumssprecher. Hinsichtlich der Forderung nach Luftfiltern weist er darauf hin, dass Hamburg alle Schulen und Räume mit den Geräten ausgestattet habe. Mit dem Ergebnis: "Sie machen zwar bessere Luft, haben aber keine Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen an den Schulen", so der Sprecher. Sprich: Es gibt nicht weniger mit dem Coronavirus infizierte Schüler. Julia Lorenz

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