Vorsicht, Rutschgefahr! Von einer dicken Schicht Laub bedeckt, werden die Hauptwege auf dem Sindlinger Friedhof zur Gefahr.
+
Vorsicht, Rutschgefahr! Von einer dicken Schicht Laub bedeckt, werden die Hauptwege auf dem Sindlinger Friedhof zur Gefahr.

Ein Ort der Ruhe?

Friedhof wird zur Gefahr für jeden Besucher

  • Michael Forst
    vonMichael Forst
    schließen

Der Sindlinger Friedhof soll ein friedvoller Ort des Angedenkens für Verstorbene sein - in diesen Tagen aber ist er eher eine Gefahr für jeden Besucher.

Sindlingen - Beim Sindlinger CDU-Ortsbeiratsmitglied Albrecht Fribolin häufen sich die Klagen und Beschwerden gerade älterer Bürger über den beklagenswerten Zustand der Wege und Rasenfläche des Areals an der Farbenstraße. Nach Fribolins Worten und eigener Beobachtung sei der Hauptweg im nordwestlichen Teil, ein Splittweg, "schlammig und von faulendem, rutschigem Laub bedeckt."

Hinzu komme, "dass in einigen Teilen des Friedhofs das Laub auch nicht von den Rasenstücken entfernt wurde." Damit werde der "sehr ungepflegte Eindruck noch verstärkt".

In einer E-Mail mahnte Fribolin gestern den Missstand bei Harald Hildmann, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Friedhofsangelegenheiten der Stadt, an. Zwar wisse er, so Fribolin, dass dessen finanzielle Mittel zum Unterhalt des Friedhofs beschränkt sind.

Frankfurt-Sindlingen: Mindestpflege sei erforderlich

Dennoch sei eine Mindestpflege wie die Entfernung des Herbstlaubs erforderlich und als Selbstverständlichkeit zu erwarten. "Gerade die meist älteren Friedhofsbesucher, zum Teil gehbehindert oder mit Rollatoren unterwegs, sollten in der Lage sein, die Gräber ihrer Angehörigen zu besuchen - ohne Rutsch- und Sturzgefahr," fordert Fribolin. "Das sind wir ihnen schuldig."

Harald Hildmann - nicht selbstverständlich für Ämter in der personalarmen Zeit zwischen den Jahren - reagierte umgehend, auch auf die Anfrage dieser Zeitung. "Der Winter ist natürlich eine feuchte Zeit", erklärt er. Einerseits sei das angesichts des vorangegangenen Dürresommers durchaus erfreulich. Andererseits seien die Wege dadurch deshalb oft aufgeweicht". Und asphaltgebundene Wege "haben wir auf Friedhöfen eben leider nicht.

Frankfurt-Sindlingen: „Massive Personalknappheit“

Außerdem macht Hildmann "eine massive Personalknappheit, gerade im Friedhofsbezirk West" geltend, die zu Problemen wie auf dem Sindlinger Friedhof führe. Hinzu komme, dass viele Mitarbeiter am Jahresende im Urlaub seien oder freie Tage hätten. Und diejenigen, die dieser Tage noch im Dienst seien, würden auf den vielen Beerdigungen zwischen den Jahren und Anfang des neuen Jahres eingesetzt werden. "Das hat für uns Priorität".

Dennoch nehme er die Warnung Albrecht Fribolins ernst. Zumindest für das dringendste Problem sagte er Abhilfe "im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten" zu.

Konkret versprach Hildmann: "Wir werden mit Beginn der nächsten Woche das Laub auf den Hauptwegen entfernen." Alle anderen Maßnahmen müssten warten, wahrscheinlich bis zum Frühjahr.

Das kann Albrecht Fribolin, der sich seit Jahren für die Sauberkeit in seinem Stadtteil stark macht, nur bedingt zufrieden stellen. "Die einzig nachhaltige Lösung, nämlich die Asphaltierung eines etwa 150 Meter langen Wegeabschnittes, kriegt das Amt einfach nicht hin", tadelt er.

Frankfurt: „Haben wir jedes Jahr das gleiche unwürdige Spielchen“

"Und so", fasst der CDU-Ortsbeirat zornig zusammen, "haben wir jedes Jahr das gleiche unwürdige Spielchen." In der Tat beschweren sich Besucher des Sindlinger Friedhofs - wie auch anderer Friedhöfe des Frankfurter Westens - seit Jahren über ungepflegtes Grün, ungeleerte Abfallbunker, veralgte Wasserbassins und immer wieder, gerade in den Übergangsjahreszeiten, kaputtgefahrene Wege.

Und bisweilen steckt der Teufel auch im Detail: So hatten im Sommer 2017 unbekannte Diebe immer wieder Gießkannen gestohlen.

Erst nach beharrlicher Intervention Albrecht Fribolins wurden sie von der Stadt schließlich ersetzt.

VON MICHAEL FORST

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare