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Kreuze stehen auf dem Hauptfriedhof in Frankfurt am Main (Hessen) auf den Gräbern.

Friedhofsverwalter: Jeder zweite Friedhof ohne WC

Auf vielen Friedhöfen fehlen nach Einschätzung des Verbands der Friedhofsverwalter Toilettenanlagen. „Ich gehe von 50 Prozent aus”, sagte Verbandssprecher Michael Albrecht in Hannover.

Auf vielen Friedhöfen fehlen nach Einschätzung des Verbands der Friedhofsverwalter Toilettenanlagen. „Ich gehe von 50 Prozent aus”, sagte Verbandssprecher Michael Albrecht in Hannover. WCs seien früher bei der Planung der Anlagen nicht als relevant erachtet worden, aber heute ein wichtiges Thema. Ein weiteres Kriterium seien leichte Zugänglichkeit und an die Besucher angepasste Öffnungszeiten der Toiletten. Auch in Hessen gibt es durchaus Friedhöfe ohne WCs, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Gerade Friedhöfe im urbanen Raum sollten Serviceleistungen wie zahlenmäßig ausreichende und geöffnete Toiletten mehr in den Blick nehmen, sagt Gerold Eppler vom Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Das sei wichtig, weil „im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung immer mehr Ältere auf die Friedhöfe gehen”. Die nötige Infrastruktur wie Wasseranschlüsse und Kanalisation sei auf vielen Friedhöfen vorhanden. Fehlende beziehungsweise ungepflegte Toiletten seien „durchaus ein weit verbreitetes Problem”, erklärt auch Aeternitas, die Verbraucherinitiative für Bestattungskultur.

Die großen Städte in Hessen haben allerdings meist flächendeckend für Toiletten auf den Friedhöfen gesorgt, wie beispielsweise die Städte Kassel, Wetzlar und Darmstadt erklären. Es gibt allerdings auch Ausnahmen: In Fulda gibt es 21 städtische Friedhöfe, von denen nur 13 über Toiletten verfügen. Die Stadt Frankfurt betreibt 36 kommunale Friedhöfe. Davon sind die drei kleinsten nicht mit einer Toilette ausgestattet.

(dpa)

Für Behinderte und ältere Menschen ist nicht jeder Weg auf dem Friedhof in Frankfurt Nieder-Eschbach machbar. Das schafft Probleme. 

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