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Frische Farbe für den S-Bahnhof

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Von: Stefanie Wehr

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Eilige Fahrgäste auf der Treppe und an den Wänden: Die S-Bahn-Station Frankfurt-Niederrad wurde mit Gemälden des Künstlers Guido Zimmermann verschönert.
Eilige Fahrgäste auf der Treppe und an den Wänden: Die S-Bahn-Station Frankfurt-Niederrad wurde mit Gemälden des Künstlers Guido Zimmermann verschönert. © Michael Faust

Bahn hat die Haltestelle renoviert

Seit einigen Wochen werden die Fahrgäste am Bahnhof Niederrad bei ihrem Aufstieg über die Treppen nach oben zum Bahnsteig begleitet - von eiligen Zeitgenossen, die virtuell an den Wänden entlang nach oben laufen. Einer sprintet sogar über die Mülleimer und hält dabei seine Aktentasche fest im Griff. Auch unten auf Ebene der Straße sind die Wände in der Station bemalt, zeigen Figuren und farbige Flächen.

Die Wandbilder stammen von dem Frankfurter Graffitikünstler Guido Zimmermann. Er ist für seine großen Fassadengemälde, sogenannte "Murals", bekannt, die etwa an der Friedberger Landstraße im Nordend oder an der Hanauer Landstraße zu bewundern sind.

Die Verschönerung des Niederräder Bahnhofs hatte lange auf sich warten lassen. Nun gab es dafür Gelder vom Bund. "Im Rahmen des Konjunkturprogramms des Bundes haben wir den Niederräder Bahnhof modernisiert", erklärt eine Sprecherin der Bahn. Für 6,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) werden seit Anfang vergangenen Jahres 100 Bahnhöfe in Hessen renoviert. "Wir wollen die Bahnhöfe attraktiver machen. Dabei setzen wir auf die Unterstützung von kleinen und mittleren regionalen Handwerksbetrieben", erläutert die DB-Sprecherin weiter.

Station wird noch bunter

Noch ist die S-Bahn-Station nicht fertig renoviert. In den Unterführungen zu beiden Seiten der Adolf-Miersch-Straße wird noch mehr Farbe auf die Wände kommen. "Das wird gemacht, wenn das Wetter wieder besser ist, wenn es also wärmer ist", so die Sprecherin. Gleiches gelte für die Erneuerung der schraffierten Linien entlang des Bahnsteigs, die den Sicherheitsbereich an der Bahnsteigkante auch für Blinde kennzeichnen. Auch sie werden bei besserem Wetter erneuert, so die Bahn-Sprecherin.

Außer den Wänden in den Unterführungen und den insgesamt vier Aufgängen wurden die Wetterschutzhäuser aus Beton auf dem Bahnsteig farbig bemalt, wo sich Passagiere unterstellen können. Zudem wurde die Wegeleitung überholt und neue Streugutbehälter aufgestellt.

Dass die Wahl der Bahn AG für die Verschönerungsmaßnahmen auf den Niederräder Bahnhof fiel, kam nicht von ungefähr: Seit Jahren stand hier eine Verschönerung dringend an. Steten Nachdruck übte der Ortsbeirat 5 aus, der noch Anfang 2021 mahnte, dass die Station mit ihren "grauen und lieblosen" Wänden "ein optisches Problem und Ärgernis für die Niederräder Bürger und Gäste aus nah und fern" sei. An den Unternehmenssitzen im Lyoner Quartier kämen schließlich täglich nationale und internationale Geschäftsleute zusammen, das Viertel sei ein wichtiger Drehpunkt für Frankfurt.

Fröhlich, schwungvoll und kreativ

Fröhlichkeit und Frische sei doch für schwungvolles Arbeiten erforderlich, um zu "kreativen Geschäftsabschlüssen" zu führen, argumentierte das Gremium.

Den Bedarf einer optischen Aufwertung konnte die Stadt in ihrer darauf folgenden Stellungnahme nur bestätigen und verkündete ihrerseits schwungvoll die bereits bestehenden Pläne der Bahn. Schon vor Jahren, noch bevor die ehemalige Bürostadt 2017 zum Mischviertel ausgerufen wurde, hatten die Stadtpolitiker ermahnt, dass ein städtebauliches Entree für das Lyoner Quartier wichtig sei, um Besuchern einen guten ersten Eindruck zu vermitteln. Zumal angesichts des Namens Lyoner Quartier - Frankfurts Partnerstadt Lyon hätte Patin stehen können für eine thematische Neugestaltung. Lichtkonzept, Klanginstallation und eine mit Lavendel bewachsene Wand schwebten den Stadtteilpolitikern vor. Ein studentisches Lichtprojekt wurde zwar vorgestellt, aber nicht umgesetzt. Und so ist die Station selbst nun immerhin etwas bunter, aber die Unterführung mit der Straßenbahnhaltestelle bleibt grau, dunkel und trist.

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