Christa Eller ist die neue Leiterin der Wöhlerschule. FOTO: enrico sauda
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Christa Eller ist die neue Leiterin der Wöhlerschule.

Frankfurter Direktorin

Frischer Wind an der Wöhlerschule

  • VonSabine Schramek
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Die neue Leiterin Christa Eller baut auf starken Lern- und Lebensraum

Seit gut zwei Wochen ist Christa Eller die neue Direktorin an der Wöhlerschule. Ihre Vorgängerin Renate Bleise ist nach zehn Jahren im Januar in den Ruhestand gegangen. Zwischenzeitlich führte der stellvertretenden Direktor Wolfgang Clößner das Gymnasium am Dornbusch. Nach den Ferien will Eller vor allem das Gemeinschaftsgefühl stärken und den Spagat zwischen Digitalisierung und direktem Kontakt zwischen Schülern und Lehrern ausbauen.

Christa Elle strahlt, wenn sie aus ihrem hellen und freundlichen Büro in den großen Hof der Wöhlerschule blickt. Riesige Platanen, Holzmöbel und knallrote Sonnenschirme begeistern sie. "Wenn man hier raus sieht, glaubt man kaum, dass man mitten in Frankfurt ist", sagt sie. Seit dem 5. Juli leitet sie offiziell die Geschicke der rund 1500 Gymnasiasten und 115 Lehrer. "Ich kenne noch gar nicht alle Ecken der vielen Gebäude", gesteht sie. "Mir ist es wichtig, mich erst einmal mit den Menschen hier zu beschäftigen." Darum hat sie bis zum Ferienbeginn bereits 40 halbstündige Gespräche mit Lehrern geführt. "Die Schüler waren ja schon fast auf dem Absprung in den Urlaub", erklärt sie. "Nach den Ferien unterhalte ich mich natürlich auch mit der Schülervertretung."

Eller ist ursprünglich Lehrerin für Französisch und katholischen Religionsunterricht. Nach ihrem Referendariat an zwei Schulen in Offenbach, war sie in Groß-Gerau, zwölf Jahre an der Schillerschule in Sachsenhausen, acht Jahre als stellvertretende Leiterin an der Max-Beckmann-Schule in Bockenheim und zuletzt 20 Monate lang Dezernentin des Staatlichen Schulamts. "Das war eine wichtige Erfahrung für mich und ich habe viel gelernt in Sachen Bildungsverwaltung, Verträge, Schulrecht, Personalmanagement und in Kommunikation mit den Schulleitungen. Im Amt ist es natürlich nicht so quirlig wie an einer Schule, weil niemand um die Ecke gerannt kommt, sondern eher gesetzt. Lebendig war es dennoch und ein bisschen wie Fortbildung für das Schulleiter-Dasein."

Präventionswochen mit Masken

Es beschäftigt Eller, wie alle nach den Ferien in Coronazeiten zurück an die Schule kommen. "Wer Bedarf hat, etwas aufzuholen, wird natürlich genau da abgeholt", sagt sie. An der Wöhlerschule sei es nicht flächendeckend, aber bei einigen Schülern wichtig. Ebenso wichtig ist ihr, das Gemeinschaftsgefühl nach langem digitalem Lernen weiter zu stärken. "Die intensiven Kontakte haben allen gefehlt. Schülern und Lehrern. Eine Idee sind zum Beispiel Klassenfahrten, wenn Corona es zulässt." Sie macht sich auch Gedanken über die Digitalisierung im Unterricht für die Zukunft. "Das hat hier gut geklappt und alle haben sich richtig reingehängt. Wichtig ist allerdings auch, die Balance zwischen digitalen Medien und dem direkten Kontakt zu finden. Eines allein reicht nicht. Die Schule ist ein Lern- und ein Lebensort. Das sollte wieder mehr in den Mittelpunkt rücken."

Gut findet Eller, dass es zu Schulbeginn zwei Präventionswochen mit Maske im Unterricht gibt und drei Corona-Tests in der Woche. "Das gibt allen ein Sicherheitsgefühl ohne Sorge, dass es leichtfertig zu Ansteckungen kommt." Auch das gehöre zu dem wertschätzenden Umgang miteinander. Von Lehrern untereinander, im Umgang mit den Schülern und Eltern und umgekehrt. "Werte werden hier groß geschrieben, die Schüler und Lehrer setzen sich ein und auch der Austausch mit und zu den Eltern ist gut. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt."

Eingerichtet im Büro ist die verheirate Frau mit zwei erwachsenen Söhnen, die studieren, erst teilweise. Bilder in orange und grün mit Streifen stehen noch auf dem Regal. "Die hänge ich bald auf. Ich brauche bunte Farben", sagt sie lachend und deutet auf einen Querstreifen in Wöhlerschulen-Grün im Kunstwerk. Ihr Glücksbringer ist auch dabei. Ein dicker Delfin aus Muranoglas in lebendigen Grün- und Blautönen aus den 1960er Jahren. "Der kommt immer mit", sagt Eller.

In ihrer Freizeit wandert sie gerne, geht Walken oder kümmert sich gemeinsam mit ihrem Mann um den großen Garten. "Für den Hausgarten bin ich zuständig, für den Gemüsegarten mein Mann. Das ist absolut erholsam, wenn wir am Wochenende mit den Händen arbeiten. Es macht den Kopf frei, man kommt auf neue Gedanken und man kann wunderbar frische Energie tanken."

Sabine schramek

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