Julia Frank
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Frischer Wind für den Kreisvorstand der Grünen in Frankfurt

  • Julia Lorenz
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Julia Frank und Daniel Frank sind die neuen Sprecher

Mehr als 1700 Mitglieder, drei gewonnene Wahlen in Folge, fünf Landtagsabgeordnete und einen Bundestagabgeordneten, stärkste Fraktion im Römer: Die Frankfurter Grünen sind im Aufwind - und am Wochenende haben sie sich verjüngt. In den kommenden zwei Jahren werden Julia Frank (46) und Daniel Frank (37), die nicht verwandt oder verschwägert sind, an der Spitze der Partei stehen.

Mit dieser Wahl setzte sich frisches Blut gegen Vorstandserfahrung durch. Denn die Stadtverordnete Julia Frank gewann in einer digitalen Mitgliederversammlung die Abstimmung gegen die Landtagsabgeordnete Miriam Dahlke (32), die bisher Beisitzerin im alten Kreisvorstand war. 102 Mitglieder stimmten für Julia Frank, 92 für Dahlke. Zwei Mitglieder stimmten mit Nein, zwei enthielten sich.

"Erfolgreich wird man nur als Team", sagte Julia Frank in ihrer Bewerbungsrede. "Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Und das müssen wir nutzen." Sie möchte, ebenso wie Daniel Frank, die Verantwortung und Arbeit "auf die vielen Schultern" im Kreisvorstand verteilen und diesen mehr der Basis öffnen. Zudem wolle sie mehr kommunizieren und zuhören, um dadurch Themen besser aufzugreifen. "Unsere Inhalte kommen nicht aus dem Vorstand. Sie werden von der Basis wie den Stadtteilgruppen, der Grünen Jugend und den Arbeitsgruppen entwickelt und eingebracht", sagte Julia Frank, die seit eineinhalb Jahren auch an der Spitze des Stadtelternbeirats steht und im März in den Ortsbeirat 15 (Nieder-Eschbach) gewählt wurde. Gefragt, ob sie nicht Angst davor hätte, dass ihr ihre Ämter über den Kopf wachsen könnten, antwortete sie mit Nein. Ihr Mandat im Ortsbeirat habe sie bereits in der vergangenen Woche niedergelegt. "Jetzt kann ich mich voll und ganz der Politik in der Stadt widmen", sagte sie.

Kommunikation mit der Basis verbessern

Der "Underdog" Daniel Frank, Sprecher der Stadtteilgruppe Bockenheim, Kuhwald, Westend, setzte sich gegen den Stadtverordneten Christoph Rosenbaum (34) durch, der ebenfalls dem bisherigen Vorstand als Beisitzer angehörte. Auf Daniel Frank entfielen 117 der abgegebenen Stimmen, auf Rosenbaum 82. Es gab zwei Enthaltungen.

Als neuer Vorsitzender will Daniel Frank den Kreisvorstand noch enger mit den Stadtteilgruppen und den Arbeitsgruppen vernetzen sowie das Vielfaltstatut, mit dem mehr Diversität in die Partei Einzug erhalten soll, schnell umsetzen. "Der Kreisvorstand muss die Partei führen, aber auf Augenhöhe", sagte er. Deshalb müsse die Kommunikation mit der Basis verbessert und mehr Möglichkeiten zum Austausch geschaffen werden. "In den vergangenen Wochen hatte man den Eindruck, dass etwas im Argen liegt und unsere Einigkeit verpufft ist", sagte Daniel Frank. "Lasst uns aber wieder eine Partei sein, die an einem Strang zieht. Fühlt euch wahrgenommen und beteiligt euch", sagte er in Richtung der Mitglieder.

Die bisherigen Vorstandsvorsitzenden Beatrix Baumann (65) und Bastian Bergerhoff (52) traten nicht mehr zur Wahl an. "Die vergangenen Jahre waren eine tolle Zeit", sagte Baumann. "Aber jetzt ist es an der Zeit, den Staffelstab an eine jüngere Generation abzugeben." Bergerhoff stand zehn Jahre an der Parteispitze, Baumann vier Jahre.

Als neuer Schatzmeister wurde Sebastian Hakan Nitz (47) gewählt. Die sechs neuen Beisitzer im Vorstand sind: Natalie Becker (34), Tara Moradi (23), Friederike von Franqué, Mirjam Schmidt (44), Thomas Schlimme (61) und Burkhard Schwetje (53).

Daniel Frank

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